Österreichs Skiflug-Team sorgt für Jubel: Vor 30.000 Fans in Planica holen die ÖSV-Adler souverän den Sieg und wiederholen damit den Erfolg aus dem Vorjahr.
Slowenien. Das rot-weiß-rote Quartett feiert in Slowenien einen überlegenen Erfolg und verweist die Konkurrenz auf die Plätze. Die ÖSV-Adler holten den Sieg mit einem Vorsprung von 13,9 Punkten vor Japan. In einem spannenden Bewerb setzten sich Daniel Tschofenig, Markus Müller, Stefan Kraft und Stephan Embacher gegen die internationale Elite durch. Dass die ÖSV-Springer als Team eine wahre Macht sind, zeigte sich heute deutlich, da kein Athlet abfiel und alle konstant starke Leistungen lieferten.
Besondere Freude herrschte nach dem Wettkampf bei einem Mitglied des Teams. Für Markus Müller markiert dieser Erfolg in Planica einen bedeutenden Meilenstein in seiner Karriere: Es ist sein erster Weltcup-Sieg.
Embacher überzeugt nach Sturz
Ein großes Lob von Experten gab es zudem für Stephan Embacher. Der junge Springer bewies starke Nerven, nachdem er seinen Sturz vom Freitag komplett hinter sich gelassen hatte. Er brachte das ÖSV-Quartett heute maßgeblich nach vorne. Während bei den Einzelspringern in diesem Jahr oft der Slowene Domen Prevc die Nase vorne hatte, war das österreichische Team in der Breite heute praktisch nicht zu schlagen.
Emotionale Stimmen nach dem Sieg
Embacher zeigte sich nach dem Wettkampf erleichtert: „Es war kein einfacher Tag heute mental auf die Landung hinsteuern. Ich habe es sehr gut gelöst, kann morgen befreit aufspringen und weiß, dass alles funktioniert. Ich bin überglücklich, dass wir als Team gewonnen haben"
Auch Kraft genoss den Moment: „Am Samstag bei Sonnenschein vor 30.000 Leute runterspringen und glücklich von der Schanze gehen, für das tut man das. Ich lieb den Teambewerb, ich habe gehört, nächstes Jahr soll es wieder mehr davon geben"
Für Debütant Müller war es ein ganz besonderer Moment: „Wahnsinn, cool. Der erste Flug war echt cool. Nach dem zweiten habe ich gedacht, jetzt habe ich es hergegeben" Und weiter: „Der fette Grinser geht so schnell nicht mehr weg."
Geburtstags-Podium für Tschofenig
Auch Tschofenig hatte Grund zu feiern: Am Samstag wurde er 24 Jahre alt und stand bereits im Einzelbewerb als Dritter auf dem Podest. Sein Fazit: „Ein genialer Tag. Ich gratuliere dem ganzen Team, sie haben es durch die Bank extrem gut gemacht."
Saisonfinale steht bevor
Der klassische Teambewerb mit vier Athleten ist mittlerweile selten geworden, könnte aber künftig wieder häufiger stattfinden. Am Nachmittag waren erstmals in Planica auch die Frauen im Einsatz. Schon am Vortag hatte Nika Prevc mit dem Frauen-Weltrekord von 242,5 Metern für Schlagzeilen gesorgt. Die Männer schließen am Sonntag mit dem letzten Einzelbewerb die Saison ab. Embacher hat jedenfalls Selbstvertrauen gesammelt, auch wenn der am Samstag schwächelnde Domen Prevc weiter Favorit auf die Skiflug-Kugel bleibt.