In Ungarn wird am Sonntag, 12. April, gewählt. Es ist der große Showdown zwischen Amtsinhaber Viktor Orbán und seinem Herausforderer Peter Magyar.
Wenn die Wahllokale am Sonntag öffnen und die Ungarn ein neues Parlament wählen (oe24 berichtet im LIVE-Ticker auf oe24.at und sendet LIVE aus Budapest auf oe24.TV), dann geht es um mehr als um einen turnusgemäßen Urnengang.
Die Wahl hat aus verschiedenen Gründen den Charakter einer Schicksalswahl!
- Trump wirbt für Orban: "Ich liebe diesen Viktor"
- Vance schießt gegen EU: Scharfe Kritik wegen Ukraine-Krieg
- Kurz vor Wahl: US-Vize reist zu Orbán nach Budapest
16 Jahre an der Macht
Für Orbán geht es um die Macht. 16 Jahre am Stück regiert der Politveteran mit Sitz im altehrwürdigen Karmeliterkloster hoch oben in Buda. Seit er 2010 mit einer Zweidrittelmehrheit ausgestattet wurde, tritt er 2026 zum fünften Mal an.
Bislang gelang es der Opposition in keiner Konstellation, Orbán zu bezwingen. Mit Magyar hat der Ministerpräsident nun einen Herausforderer, den alle im Fidesz-Lager ernst nehmen.
Oppositionspolitiker Péter Magyar
Fidesz-Vergangenheit
Magyar kommt aus dem Fidesz, er kennt die Partei und den Regierungsapparat. Der Ex-Mann der ehemaligen Justizministerin Judit Varga brach 2024 mit Orbán. Nur wenige Wochen später gelang ihm bei der Europawahl aus dem Stand ein 30-Prozent-Wahlergebnis. Für Platz eins reichte das vor zwei Jahren nicht, Orbán holte 45 Prozent.
Orban vs. Magyar
Ganz genau dürfte auch die EU nach Budapest schauen, wenn es dort zum Showdown zwischen Orbán und Magyar kommt. Magyar hat mit seiner Partei Tisza nicht nur den Platz des Fidesz in der Europäischen Volkspartei (EVP) eingenommen, er ist auch das Versprechen einer Brüssel-freundlichen ungarischen Politik.
Kickl und Trump
Aus Österreich wird vor allem Herbert Kickl am Sonntag gespannt nach Budapest blicken. Für die Freiheitlichen, die mit Orbán in der europäischen Patrioten-Fraktion sitzen, wie für die versammelten Rechtspolitiker über Europas Grenzen hinweg ist Orbán der Dreh- und Angelpunkt einer rechten Internationale.
Das geht so weit, dass man auch im Weißen Haus auf einen Orbán -Sieg hofft. Donald Trump schickte deshalb im Wahlkampffinish seinen Vize JD Vance nach Budapest, um Orban den Rücken zu stärken.
Die Entscheidung
Ob Orbán wirklich zu schlagen ist, wird sich nicht entlang der Umfragen entscheiden, sondern im Wesentlichen in den 106 Direktwahlkreisen. Kann der Fidesz-Chef die ländliche Wählerbasis seiner Erfolge zwischen 2010 und 2022 erneut mobilisieren, dürfte auch Magyar keine Chance haben.
Umgekehrt gilt: Vereint der Tisza-Chef die gespaltene urbane Opposition von links, über liberal bis grün hinter sich und kann er zusätzlich weit in das angestammte Wählerreservoir von Orbán eindringen, gibt es in Budapest nach 16 Jahren den Wechsel.