Kurz vor Ablauf der Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA bleibt der Status der Verhandlungen ungewiss.
Die US-Regierung zeigte sich zuversichtlich, dass die Gespräche am Mittwoch in Pakistan fortgesetzt würden. Das iranische Staatsfernsehen dementierte hingegen am Dienstag Medienberichte über die Reise iranischer Vertreter nach Islamabad sowie geplante Termine für Friedensgespräche. Es sei noch keine iranische Delegation nach Pakistan aufgebrochen. Laut der Nachrichtenagentur AP soll allerdings eine Delegation rund um den iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf und US-Vizepräsidenten JD Vance in Pakistans Hauptstadt Islamabad zu Verhandlungen eintreffen.
- Mullahs drohen Trump mit "neuen Trümpfen"
- Selenskyj wirft US-Vermittlern Respektlosigkeit vor
- Iran-Experte: "Khamenei möglicherweise schwer verletzt"
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte Fox News am Montag, man stehe kurz vor einem Abkommen. Dies sei dem militärischen Erfolg und Trumps hartem Verhandlungskurs zu verdanken. Sollte die Vereinbarung scheitern, stünden dem Präsidenten weitere Optionen zur Verfügung. Eine US-Delegation unter der Leitung von Vizepräsident JD Vance sollte "bald" in Islamabad eintreffen, hatte es am Montag in Washington geheißen.
Laut dem iranischen Staatsfernsehen hänge eine Teilnahme Irans an den möglichen Verhandlungen von der "Änderung des Verhaltens und der Position der Amerikaner" ab. Irans Militär gab sich indes einsatzbereit. Das Militär werde sich nicht überraschen lassen, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Neue Ziele seien für eine Rückkehr zum Krieg identifiziert worden. Vom ersten Moment der Wiederaufnahme von Angriffen werde man eine "Hölle" für die Amerikaner und Israelis schaffen, hieß es.
Trump droht Teheran erneut
Die vereinbarte Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran läuft Trump zufolge Mittwochabend Washingtoner Zeit aus. Pakistanische Quellen sprachen von 20.00 Uhr (Donnerstag 2.00 Uhr MESZ). Washington stellte keine Verlängerung der Waffenruhe in Aussicht, sagte Trump. Eine Verlängerung sei "höchst unwahrscheinlich". Er drohte dem Iran erneut mit massiven Angriffen, falls die Feuerpause ohne neue Einigung ausläuft.
Aber auch der Iran drohte: Im Falle einer Wiederaufnahme des Iran-Krieges stehen Teheran dem iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Baqer Qalibaf zufolge "neue Trümpfe auf dem Schlachtfeld" zur Verfügung. "In den vergangenen zwei Wochen haben wir uns darauf vorbereitet, neue Trümpfe auf dem Schlachtfeld auszuspielen", schrieb Qalibaf, der iranische Chefunterhändler in den Gesprächen mit den USA, am Montag auf X. Er bekräftigte, Teheran akzeptiere "keine Verhandlungen im Schatten von Drohungen".
Die USA und Israel hatten Ende Februar Angriffe auf den Iran gestartet. Nach fünf Wochen Krieg einigten sich die Konfliktparteien auf eine zweiwöchige Feuerpause. Während der Waffenruhe sollte unter Vermittlung Pakistans eine dauerhafte Friedenslösung ausgehandelt werden. Die erste Gesprächsrunde vor rund einer Woche war allerdings ohne Ergebnis zu Ende gegangen.
Streitpunkt Urananreicherung
Am Montag kündigte Trump einen langwierigen Prozess zur Bergung von Uran aus dem Iran an. Die US-Angriffe auf iranische Atomanlagen im Juni des vergangenen Jahres hätten eine "komplette und totale Auslöschung" der Atomanlagen zur Folge gehabt, erklärte Trump in den sozialen Medien. "Daher wird es ein langer und schwieriger Prozess sein, das wieder auszugraben", fügte er mit Blick auf das Uran hinzu.
Trump will das iranische Uran nach einem Friedensabkommen mit dem Iran in die USA bringen. Washington werde Teheran dabei helfen, das angereicherte Uran aus den im vergangenen Juni getroffenen iranischen Atomanlagen zu bergen, erklärte Trump vergangene Woche.
Der Iran hatte eine angebliche Bereitschaft zur Übergabe seines angereicherten Urans im Rahmen der Verhandlungen mit den USA am Freitag allerdings dementiert. "Das angereicherte Uran des Iran wird nirgendwohin transferiert", sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei.