30. April 2011 23:46

Minichmayr schmiss Nackt-Rolle 

Sex-Eklat am Wiener Burgtheater

Diese Szene dürfen wir nicht sehen: Birgit Minichmayr als „Lulu“ nackt auf einem Mann.

Sex-Eklat am Wiener Burgtheater
© Burgtheater

Jetzt ist der Stein des Anstoßes aufgetaucht, der die Premiere von Frank Wedekinds „Lulu“ am Wiener Burgtheater am 14. Mai platzen hat lassen: Ein Proben-Foto, das ÖSTERREICH jetzt vorliegt, zeigt die Schauspielerin Birgit Minichmayr als „Lulu“ splitternackt. Die 34-Jährige sitzt zusammengekauert auf Schauspiel-Kollege Max Simonischek (29), der im Stück den homosexuellen „Alwa“ hätte mimen sollen.

Offiziell hieß es, „Differenzen“ zwischen Regisseur Jan Bosse und „Lulu“ Birgit Minichmayr hätten die Oberösterreicherin veranlasst, das Handtuch zu werfen.

Schauspiel-Kollegen sagen, Minichmayr waren die Nacktszenen im Stück zu viel.

Dabei geht es in „Lulu“ um eine Femme fatale, die mit ihrer Erotik Männer um den Verstand (bzw. ums Leben) bringt und dabei den Konflikt zwischen Sexualität und bürgerlicher Moral verkörpert – die Nacktheit zeichnet die Rolle der betrügerischen „Lulu“ also aus.

Viele sehen Minichmayrs Abgang als Spitze des Eisbergs, was den Führungsstil von Burg-Direktor Matthias Hartmann betrifft.

„Blödsinn“, beharrt ein Insider: Minichmayr hätte einfach keinen Wert auf Nacktheit gelegt. „Sie will keine Sex-Vorlage, kein Treibgut fürs Publikum sein“, bestätigt Schauspieler Karlheinz Hackl gegenüber ÖSTERREICH. „Erotik strahlt sie auch so genügend aus“, so Hackl weiter.

Eklat wegen Nacktszenen bereits vor einem Jahr
Schon bei Horvaths „Geschichten aus dem Wienerwald“ im April 2010 hätte es – ebenfalls wegen zu freizügiger Szenen – einen Knatsch zwischen ihr und dem Regisseur gegeben. Stefan Bachmann gab daraufhin die Regie an Kollegen Sven-Eric Bechtolf ab.

Die Burg kostet Minichmayrs Absage kolportierte 300.000 Euro. Die Schauspielerin ist „karenziert“, habe aber dem Haus ihr Wort gegeben, innerhalb der nächsten beiden Spielzeiten die „Lulu“ am Burgtheater zu erarbeiten. Vorerst wird sie, wie berichtet, mit Martin Kušej in München arbeiten.

Maria Jelenko


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