07. Mai 2010 14:03
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Schauspieler Sean Connery und seine Frau Micheline Roquebrune sind in einem
Geldwäsche-Skandal vorgeladen, wie die spanische Zeitung El Pais
berichtet. Sie sollen als Angeklagte in einem neuen Fall aussagen, der im
Zuge von Geldwäsche im Immobiliensektor an der spanischen Costa del Sol
aufgekommen ist.
Der Star-Schauspieler und seine Frau müssen in den nächsten Tagen vor
Gericht in Marbella zusammen mit fünf Anwälten, die in den Fall verstrickt
sein sollen, erscheinen.
Geheimakte
Der Fall wird derzeit als Geheimakte geführt und ist
Teil einer groß angelegten Investigation. Verschiedene Immobiliengeschäfte
werden untersucht, die unter der Amtszeit von Jesus Gil, ehemaliger
Bürgermeister von Marbella, abgewickelt wurden. Im April 2002 verbrachte
Jesus Gil eine Woche in Untersuchungshaft, da ihm vorgeworfen wurde, Gelder
veruntreut zu haben. Er verstarb im Mai 2004.
Am Mittwoch wurden die Büros der Anwaltsfirma Díaz-Bastien &
Truan durchsucht. Es soll bislang zu keinen Festnahmen gekommen sein.
Vermutlich stehen die Durchsuchungen mit der Neueinstufung eines von Connery
im Jahr 1999 verkauften Grundstücks in Verbindung, heißt es in einem Bericht
weiter.
1999 verkaufte Connery seine Villa in Marbella. Nach dem Abriss des Hauses
wurde ein vierstöckiges Haus mit Luxus-Appartements errichtet. Einem Bericht
des El Pais zufolge erfüllt das Gebäude nicht die baulichen
Bestimmungen.
Rechtstreit um Diamanten
Sean Connery stand bereits 2009 wegen
eines Rechtsstreits über Diamanten in Genf vor Gericht: Ein ehemaliger
Freund warf dem schottischen Star vor, einige seiner Besitztümer nach einem
Streit verkauft zu haben: Connery hatte dem Mann in den 70er-Jahren vier
Millionen Dollar für Immobilienprojekte geborgt. Als Kreditsicherheit habe
der Geschäftsmann Aktien, Immobilien und Diamanten im Wert von damals zehn
Millionen Dollar gegeben. Der Schauspieler verlangte sein Geld später
zurück, doch der konnte nicht umgehend bezahlen. Daher soll Sean Connery die
Wertgegenstände verkauft haben.
Die Familie des Mannes (der inzwischen verstorben ist) behauptet, Connery
habe durch den Verkauf der Garantien mehr Geld erhalten, als er ursprünglich
investiert hatte. Außerdem sei der Kredit zurückgezahlt worden.