Macht einen klüger

10-Minuten-Regel von Steve Jobs funktioniert wirklich

Ein Mann mit Brille sitzt lächelnd in einem roten Stuhl und hebt die Hand vor blauem Hintergrund.
© Getty Images
Wenn Gedanken feststecken, half Apple-Gründer Steve Jobs ein Spaziergang. Neurowissenschaftler belegen heute, dass seine Zehn-Minuten-Regel das Denken verändert und schneller zu Lösungen führt.
OE24 auf Google bevorzugen

Der legendäre Apple-CEO führte viele Gespräche im Gehen. Seine Biografen berichten, dass er wichtige Meetings lieber beim Spaziergang abhielt als in Konferenzräumen. Designer Jony Ive erinnert sich in einem Gespräch mit dem Wall Street Journal Magazine: "So viel Zeit miteinander haben wir damit verbracht, einfach ruhig zu gehen." Für Jobs war Bewegung ein Werkzeug zum Denken. Statt sich an schwierigen Aufgaben festzubeißen, verließ er den Schreibtisch, sobald sein Kopf blockierte. Wenn sich nach zehn Minuten keine Lösung abzeichnete, ging er los. Wer regelmäßig vor Entscheidungen steht, kreativ arbeiten oder Probleme lösen muss, kann von diesem Prinzip profitieren. Die Methode ist gut erforscht.

Gehirn reagiert nicht auf Druck

Die Neurowissenschaftlerin Mithu Storoni, ausgebildet an der Universität Cambridge, bestätigte diesen Ansatz im Harvard Business Review Podcast "IdeaCast". Dort erklärte sie, dass das Gehirn anders arbeitet als ein Muskel. "Wenn du ein körperliches Problem hast, kannst du deine Muskeln einfach starker beanspruchen", sagte sie. "Aber das Gehirn reagiert nicht auf Druck."

Bewegung aktiviert neue Denkprozesse

Storoni berät Führungskräfte und beschreibt in ihrem Buch "Hyperefficient: Optimize Your Brain to Transform the Way You Work", warum man das Gehirn nicht überlasten darf. Wer sich zu lange an einer Aufgabe festbeißt, blockiert die eigenen Denkprozesse. Bewegung kann diesen Zustand auflösen, weil sie neue neuronale Verbindungen aktiviert.

Zustand zwischen Konzentration und Losgelöstheit

Ein Spaziergang bringt laut Storoni das Gehirn in einen Zustand zwischen Konzentration und Losgelöstheit. "Ein Spaziergang hält dich im richtigen wachen Geisteszustand", sagt sie. "Du driftest nicht ab, wirst nicht lethargisch oder müde, schaust nicht auf dein Telefon. Gleichzeitig bewegt sich die Umgebung, also kann sich deine Aufmerksamkeit nicht auf etwas Bestimmtes fixieren. Sie wandert nach innen und sucht neue Wege zur Lösung."

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden