Algen-Ekel
Frequency: Baden zum Grausen
Trotzdem lassen sich die Festivalgäste kaum abschrecken. Barfuß planschen tausende Menschen durch das trübe Grün, während sich unter der Wasseroberfläche unappetitliche Algenschlieren bilden. Was einst als erfrischender Rückzugsort galt, wirkt heuer eher wie eine grün-schleimige Suppe.
Algensuppe statt Erfrischung
Verantwortung. Rechtlich gesehen ist gegen das Baden nichts einzuwenden – Thomas Kainz, Sprecher der Stadt St. Pölten, bestätigt gegenüber noe.ORF.at, dass die Traisen als öffentliches Gewässer im Rahmen des Gemeingebrauchs genutzt werden darf. Auf eigene Verantwortung, wohlgemerkt.
Bitte nicht in die Traisen urinieren!
Doch die Stadt appelliert eindringlich an die Festivalgäste: Bier und Spritzer gehören nicht in den Fluss, ebenso wenig Müll oder andere Flüssigkeiten. Besonders unappetitlich: Auch vor Urinieren oder Duschen direkt im Wasser wird ausdrücklich gewarnt – ein Hinweis, der zeigt, womit sich die Traisen während des Festivals offenbar herumschlagen muss.
Rettungsaktion. Für die Fische, die unter der Trockenperiode und den niedrigen Wasserständen leiden, wird zusätzliches Wasser aus den Werksbächen eingeleitet, um Sauerstoffgehalt und Temperatur zu verbessern. Eine Ölsperre unterhalb des Geländes soll zumindest den gröbsten Müll abfangen, bevor er den Fluss hinuntertreibt.
Nach der Reinigung ist vor der Reinigung
Entwarnung. Die Stadt gibt sich dennoch gelassen: Messungen aus dem Vorjahr hätten die Qualitätsgrenzen deutlich unterschritten, auch die niederösterreichische Gewässeraufsicht habe keine übermäßige Belastung festgestellt. Nach dem Festival steht wie gewohnt eine gründliche Reinigung samt behördlicher Endbegehung an.
Fazit: Wer heuer in der Traisen abkühlen will, sollte starke Nerven und einen robusten Magen mitbringen – Algen, Trockenheit und Fischgeruch machen aus dem Festival-Fluss ein zweifelhaftes Vergnügen.
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