Politik-Insider

"Kurz könnte zurückkehren", sagen VP-Insider

Sebastian Kurz
© AFP
Kurz provoziere mit diversen Treffen die ÖVP. Regierung prüfe laut Insidern Gesetz, das Eigenfinanzierung von Polit-Listen als Spende deklariere. Kommt eine Liste Kurz?
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Die kleinen Nadelstiche. Sebastian Kurz und die ÖVP – das ist mittlerweile die Geschichte einer emotionalen Hochschaubahn. Und bekanntlich sind Liebe und Hass oftmals näher verbunden, als manch einem lieb ist.

"Immer wenn alles schief läuft, dann rufen ziemlich viele in der ÖVP doch wieder nach Kurz", berichten Wegbegleiter des ehemaligen ÖVP-Kanzlers.

"Er kann nicht loslassen und provoziert immer wieder und die Medien spielen mit", sagt das andere Lager in der ÖVP.

Und was plant Kurz wirklich?

Tatsächlich wurde und wird im kleinen, sehr türkisen Kreis offenbar immer wieder eine "Liste Kurz" oder "Wahlplattform" angedacht. Aber auch "ein Antreten mit der ÖVP" sei nicht ganz ausgeschlossen, berichten Insider.

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Treffen mit fPÖ-Chef Herbert Kickl. © oe24

Entschieden sei noch nichts. Sicher sei nur, dass Kurz mit einer Politik der kleinen Nadelstiche arbeite. Das Treffen mit FPÖ-Chef Herbert Kickl – auch wenn Kurz beteuert haben soll, dass er nicht gedacht habe, dass es publik würde – sei ein gezieltes Zeichen gegen ÖVP-Bundeskanzler Christian Stocker gewesen.

Das Verhältnis zwischen den beiden Herren dürfte spätestens seit der ORF-Entscheidung – Kurz hätte einen anderen ORF-Chef präferiert – mehr als brüchig sein. Auch wenn beide Seiten mitunter gute Miene zum bösen Spiel machen. In beiden Lagern habe man den Eindruck, dass die jeweils andere "illoyal" sei. Wie auch immer.

Zwei Männer im Anzug bei einer Pressekonferenz der Volkspartei, Rednerpulte mit Mikrofonen.
Christian Stocker mit neuem ÖVP-General Gstöttner. © APA/MAX SLOVENCIK

Treffen mit Unternehmer Zöchling im Fabios

Zuletzt habe sich Kurz dann auch mit dem Unternehmer Stephan Zöchling getroffen. Dieser gelte als potenzieller Unterstützer einer möglichen Liste Kurz, behaupten Eingeweihte.

Zudem hätten die Erz-Türkisen seit „etlichen Monaten an der Demontage von Ex-ÖVP-General Marchetti gebastelt. Durch seine Fehler rund um die ORF-Wahl musste auch Stocker die Reißleine ziehen. Statt Marchetti ist nun Markus Gstöttner – einst im Kabinett von Kurz – VP-General.

Ist eine Rückkehr von Kurz also imminent? Nein, sagen Wegbegleiter. Immerhin müsse sich seine Dream-Firma erst in reales Geld materialisieren. Heißt: Er müsste erst an die Börse. Und das würde dann wohl mindestens noch ein Jahr dauern. Danach könnte er dann allerdings eine Liste Kurz quasi selbst finanzieren.

Prüft Regierung eine Lex Kurz gegen Kurz?

Laut Insidern würde die Regierung eine Verschärfung des Spendengesetzes prüfen. So könnten künftig auch Selbstfinanzierungen als Spende geregelt und damit auf 50.000 oder 100.000 Euro begrenzt werden. Kurz-Freunde werten diese angeblichen Pläne als "Lex Kurz" um eine Liste Kurz zu verhindern. Aber glaube Kurz, dass er gegen Kickl Nummer eins werden könne? Offenbar würden es die Seinen - trotz anderslautender Umfragen – nicht ausschließen. Und falls nicht? Im Jänner 2025 wäre er bereit gewesen, den Vize von FPÖ-Chef Kickl zu machen.

Aber würde er mit der ÖVP brechen? Er könnte eine Wahlplattform "nur im Bund anstreben und dann mit den Länder-ÖVPs fusionieren", glauben politische Konkurrenten.

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