Mode-Oscars

Met Gala 2027 ohne Galliano: Diese Optionen hat das Mode-Event jetzt

Eine Frau im glitzernden Kleid schreitet eine große, verzierte Treppe hinauf, umgeben von Fotografen.
© Getty Images for The Met Museum/
Die geplante John-Galliano-Ausstellung ist Geschichte, doch die Met Gala 2027 soll stattfinden. Jetzt muss das Museum in Rekordzeit einen neuen Plan auf die Beine stellen.
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Das ist wohl nicht der Plan, den sich das Metropolitan Museum of Art für die Vorbereitung der nächsten Met Gala vorgestellt hat. Eigentlich sollte die Frühjahrsausstellung des Costume Institute 2027 ganz John Galliano gewidmet sein. Unter dem Titel "John Galliano: Horizons" war eine große Retrospektive über seine vier Jahrzehnte umfassende Karriere geplant, inklusive Kleidern, Accessoires, Skizzen und Archivmaterial. Die Ausstellung sollte gleichzeitig den thematischen Rahmen für die Met Gala liefern.

Doch daraus wird nichts. Nach massiver Kritik an Gallianos früheren antisemitischen und rassistischen Äußerungen entschieden der Designer und das Met gemeinsam, die Ausstellung nicht wie geplant stattfinden zu lassen. Ein neues Thema für die Frühjahrsausstellung und die Met Gala 2027 wurde bislang noch nicht bekannt gegeben.

Und jetzt wird es zeitlich ziemlich sportlich: Bis zum traditionellen ersten Montag im Mai sind nur noch rund neun Monate. Für eine Veranstaltung dieser Größenordnung ist das ausgesprochen knapp – vor allem, weil eine Met-Ausstellung normalerweise lange im Voraus konzipiert, recherchiert und vorbereitet wird.

Plan A: Ein zukünftiges Thema vorziehen

Frau in extravagantem blau-grünem Kleid mit Kopfschmuck auf grünem Teppich bei einer Gala.
Zendaya bei Met Gala 2024. © Getty Images for The Met Museum/

Eine Möglichkeit wäre, ein Ausstellungskonzept, das ohnehin schon in Planung ist, einfach vorzuziehen. Laut Page Six gehört genau das zu den Szenarien, die derzeit als Option im Raum stehen.

Das Problem: Selbst wenn bereits erste Arbeiten an einer anderen Ausstellung laufen, müsste das Projekt in kürzester Zeit auf Met-Gala-Größe gebracht werden. Eine Quelle gegenüber Page Six hält deshalb eine Ausstellung im selben Umfang wie die geplante Galliano-Retrospektive innerhalb von neun Monaten für kaum realistisch.

Das wäre also die elegante Lösung - vorausgesetzt, irgendwo im Hintergrund liegt bereits ein beinahe fertiger Plan herum.

Plan B: Das eigene Archiv plündern

Frau im glitzernden, hautengen Kleid mit Schmuck bei einer Gala, im Hintergrund Fotografen.
Supermodel Anok Yai bei der Met Gala 2024. © FilmMagic

Vielleicht muss das Met aber gar nicht weit suchen. Das Costume Institute besitzt mehr als 35.000 Kostüme und Accessoires, die fünf Kontinente und sieben Jahrhunderte Modegeschichte abdecken – vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Damit wäre theoretisch genug Material für eine völlig neue thematische Ausstellung vorhanden. Statt eine einzelne Designerkarriere in den Mittelpunkt zu stellen, könnte das Museum einen bestimmten Zeitraum, Stil, Trend oder eine größere Entwicklung der Modegeschichte beleuchten.

Der Vorteil: Die Stücke befinden sich bereits in der Sammlung. Der Nachteil: Eine große Ausstellung müsste trotzdem kuratorisch komplett neu zusammengestellt werden. Und eine passende Met-Gala-Dresscode-Idee müsste ebenfalls her.

Plan C: Ein Designer-Thema mit aktuellem Bezug

Frau in weißem Kleid mit langer Schleppe posiert auf einer Treppe vor Fotografen bei einer Gala.
Rihanna bei der 2023 Met Gala. © Getty Images

Eine weitere Möglichkeit wäre eine neue Ausstellung, die sich um einen anderen Designer oder ein anderes Modehaus dreht. Das hätte den Vorteil, dass die Met Gala weiterhin einen klaren Fashion-Fokus bekommt und die Stars auf dem roten Teppich wieder einen konkreten Dresscode erhalten.

Wie genau ein solcher Plan aussehen könnte, ist derzeit allerdings völlig offen. Das Met hat offiziell lediglich bestätigt, dass Informationen über die neue Frühjahrsausstellung und die Met Gala 2027 zu einem späteren Zeitpunkt folgen werden.

Interessant ist dabei auch: Galliano wäre nach Yves Saint Laurent 1983 und Rei Kawakubo von Comme des Garçons 2017 erst der dritte lebende Designer gewesen, dem eine Retrospektive am Costume Institute gewidmet worden wäre.

Und dann wäre da noch die radikale Option

Frau mit Federumhang, langer Musterrobe und Krone auf rotem Teppich eines Gala-Events.
Anna Wintour bei Met Gala 2022. © Getty Images

Die wohl letzte und drastischste Möglichkeit wäre tatsächlich, die Met Gala selbst abzusagen. Das wäre allerdings ein enormer Schritt – schließlich ist das Event nicht bloß der vielleicht berühmteste rote Teppich der Modewelt, sondern auch eine wichtige Spendenveranstaltung für das Costume Institute.

Wie groß diese finanzielle Bedeutung ist, zeigte erst die Met Gala 2026: Nach Angaben von Condé Nast brachte das Event einen Rekord von 42 Millionen Dollar für das Costume Institute ein.

Ganz undenkbar wäre eine Absage trotzdem nicht. Eine Gala samt Ausstellung fiel bereits 2000 aus; auch andere Krisenzeiten führten in der Vergangenheit zu Aussetzungen.

Die Uhr tickt

Aktuell ist also vor allem eines klar: Ein neuer Plan muss her – und zwar schnell. Das Met hat bislang weder ein neues Ausstellungsthema noch einen neuen Dresscode für 2027 angekündigt. Fest steht nur, dass "John Galliano: Horizons" nicht stattfinden wird.

Ob das Museum eine bereits geplante Ausstellung nach vorne zieht, auf seine riesige Sammlung zurückgreift oder mit einer komplett neuen Idee überrascht, dürfte damit zu einer der spannendsten Fashion-Fragen der kommenden Monate werden.

Denn eines ist sicher: Neun Monate sind für ein normales Event lang. Für die Met Gala sind sie verdammt kurz.

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