Verkehrskollaps?

Millionen-Poker um LUP-Busse

Zittern um die Zukunft der St. Pöltner Öffis: Für das Stadtbussystem LUP gibt es weiterhin keine Lösung – und die Zeit läuft davon.
OE24 auf Google bevorzugen
Unterwegs in St. Pölten.
Unterwegs in St. Pölten. © ORF

Die Stadt pocht auf eine Drittelfinanzierung mit Bund und Land, doch vom Land flattert nur ein Bruchteil der geforderten Summe ins Haus.

Ab Herbst 2027 werden rund 15 Millionen Euro benötigt, um das Bussystem am Laufen zu halten. Der Bund habe seinen Drittel-Anteil bereits fix zugesagt, so die Stadt. Doch vom Land fehlt dem Vernehmen nach bis heute die Zusage für die nötigen rund fünf Millionen Euro – und die Stadt schlägt Alarm: Zieht sich der Bund wegen der Hängepartie zurück, drohen empfindliche Kürzungen im Busnetz.

Stadt spricht von Dringlichkeit

Man habe dem Land gegenüber "sehr konkret" die Forderungen dargelegt und mehrfach auf die Dringlichkeit hingewiesen, heißt es aus dem Rathaus St. Pölten. Für die hohen Kosten verantwortlich seien zahlreiche Verbesserungen der letzten Jahre – mehr Fahrten am Wochenende und in der Nacht, zusätzliche Haltestellen. Die geplante Umstellung auf E-Busse sei keineswegs der Haupttreiber, wird seitens St. Pölten versichert.

Land bleibt hart: Nur 1,9 Millionen Euro

Ganz anders klingt es aus dem Büro von Verkehrslandesrat Udo Landbauer (FPÖ): St. Pölten könne als Landeshauptstadt eine erhöhte Förderung samt Bonus abrufen – rund 1,9 Millionen Euro pro Jahr. Mehr sei angesichts der angespannten Budgetlage schlicht nicht drin.

NÖVOG wartet auf grünes Licht

Auch die Verkehrsgesellschaft NÖVOG bestätigt: Man kenne die Finanzierungszusage des Landes und stehe startklar. Was fehlt, ist der Auftrag der Stadt. Zwar könnten sich Zeitpläne verschieben, eine durchgehende Versorgung sei laut NÖVOG aber weiterhin gesichert. Offen bleibt die brisante Frage: Was passiert, wenn die Drittelfinanzierung tatsächlich platzt?

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden