Ersthelfer verletzt
Sturmböen lösen Unfallserie aus
Am späten Mittwochnachmittag kam es auf der Drautal Straße (B100) bei Oberdrauburg zu einer Reihe dramatischer Ereignisse. Ein 60-jähriger deutscher Motorradfahrer war aus Richtung Dellach/Drau kommend in Richtung Oberdrauburg unterwegs, als östlich des Ortsgebiets eine schwere Sturmböe seine Maschine erfasste, wie "ORF Kärnten" berichtet. Demnach kam der Lenker rechts von der Fahrbahn ab, überschlug sich und blieb mit dem Motorrad rund 20 Meter entfernt in einem Feld liegen. Ein 30-jähriger deutscher Staatsbürger bemerkte den Unfall und hielt sofort an, um Erste Hilfe zu leisten.
Auch interessant
Ersthelfer von Wohnanhänger verletzt
Nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte sammelte der hilfsbereite Mann noch verstreute Motorradteile ein und begab sich anschließend zur Beifahrerseite seines eigenen Fahrzeugs. In diesem Moment passierte das nächste Unglück: Ein 55-jähriger Autofahrer aus dem Bezirk Innsbruck-Land passierte mit einem Pkw samt Wohnanhänger die Unfallstelle. Eine starke Sturmböe erfasste den Wohnanhänger, der dadurch um die eigene Achse gedreht wurde und frontal mit dem abgestellten Wagen des 30-Jährigen kollidierte. Der Ersthelfer wurde von Teilen des Wohnanhängers am Körper getroffen, zu Boden gestoßen und blieb verletzt in der Wiese liegen. Nach der Erstversorgung durch zwei First Responder wurde er vom Rettungsdienst mit vermutlich schweren Verletzungen ins Bezirkskrankenhaus Lienz gebracht. Die weiteren Fahrzeuginsassen blieben unverletzt, an beiden Autos entstand jedoch schwerer Sachschaden. Die Freiwilligen Feuerwehren Oberdrauburg und Simmerlach standen mit 25 Kräften im Einsatz; die B100 war bis 19:00 Uhr komplett gesperrt.
Heftige Unwetter beenden Hitzewelle
Parallel dazu brachten schwere Gewitter und Regenschauer in weiten Teilen Niederösterreichs das Ende der 14-tägigen Hitzewelle. Besonders betroffen waren laut Feuerwehr die Bezirke St. Pölten und Tulln, wo Keller und Straßen rasch überflutet wurden. Im Raum Krumbach in der Buckligen Welt schüttete es mit bis zu 70 Liter Regen pro Quadratmeter.
Golfballgroßer Hagel
ORF-Meteorologe Sigi Fink postete auf Facebook ein Video des Unwetters vom 1. Juli 2026 und schrieb dazu: "Hagelgewitter nach der extremen Hitzewelle, gestern am 01.07.2026, in Niederösterreich, in der Buckligen Welt. Einzelne Hagelkörner waren so groß wie Golfbälle. Ein Gewitter, das vor der eigentlichen stürmischen Front am Abend entstanden ist, immer wieder in der selben Region und dann am Weg nach Nordost verpufft ist."
Dieser Facebook Post kann aufgrund Ihrer aktuellen Datenschutzeinstellungen nicht angezeigt werden, da für dessen Einbettung ein Drittanbieter hinzugezogen wird, der technisch für den Betrieb der Website nicht zwingend notwendige Cookies setzt. Wenn Sie den Inhalt sehen möchten, bitten wir Sie um Einwilligung zu diesem konkreten Cookie von „Facebook“. Ihre Einwilligung ist einmalig für den Aufruf dieses Inhalts und wird nicht gespeichert.
Je nach Anbieter kann mit der Erteilung Ihrer Einwilligung auch ein Datentransfer in Drittstaaten verbunden sein, für die keine geeigneten Garantien vorliegen. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung .
Am Wechsel sorgte extrem intensiver Hagel zeitweise sogar für eine winterliche Kulisse. Die niederösterreichischen Einsatzkräfte verzeichneten gestern landesweit Dutzende Ausrückungen, darunter 35 für Auspumparbeiten und 15 wegen umgestürzter Bäume.
Dramatische Rettungsaktion auf Donau
Auch auf den Gewässern kam es zu gefährlichen Szenen. Beim Donaukraftwerk Ybbs-Persenbeug im Bezirk Melk wurde eine rund 60-köpfige Gruppe in Kajaks und Kanus von dem starken Sturm völlig überrascht. Mehrere Boote kenterten, wodurch acht Menschen – darunter zwei Kinder – ins Wasser stürzten. Sie wurden rasch von der Feuerwehr und der Schleusenaufsicht gerettet und anschließend von Feuerwehrbooten begleitet durch die Schleuse gebracht. Das Rote Kreuz versorgte die teilweise leicht unterkühlten Personen mit Decken. Dank des Großaufgebots an Einsatzkräften, darunter die Wasserrettung und die Wasserpolizei, endete der Zwischenfall glimpflich und niemand musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Feuerwehreinsätze in der Steiermark
Das Unwetter sorgte in der Steiermark nur für kleinräumige Schäden. So trat in Neuberg an der Mürz ein Bach über die Ufer. Das Wasser drang in ein angrenzendes Haus und in Garagen ein. Die Anrainer wurden von der Feuerwehr mit Sandsäcken versorgt. In Edelsdorf nahe Kindberg riss der Sturm mehrere Bäume um. Diese blockierten eine Hofzufahrt. In der Obersteiermark sorgte der Starkregen lokal für mehrere Feuerwehreinsätze.
Wetterberuhigung nach dem Sturm
Nach den turbulenten Stunden prognostiziert GeoSphere Austria für heute eine spürbare Wetterberuhigung. Während am Vormittag vom Tiroler Unterland bis ins Mostviertel noch letzte Regenschauer abziehen, setzt sich am Nachmittag trotz harmloser Wolken überall sonniges und trockenes Wetter durch, bei Höchstwerten zwischen 22 und 29 Grad. In der Nacht auf Freitag zieht eine schwache Kaltfront auf, die vor allem am Freitag nördlich des Alpenhauptkammes für dichtere Wolken und anhaltenden Regen im Nordstau sorgt, während der Süden sonnig bleibt. Am Wochenende stabilisiert sich das Wetter dank steigendem Luftdruck wieder, sodass am Samstag und Sonntag trotz vereinzelter Schauer und lebhaftem Wind der sonnige Gesamteindruck mit Temperaturen von bis zu 30 Grad überwiegt.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden