Mercedes-Boss

Toto Wolff: "Eine meiner schlimmsten Erfahrungen"

Sauer: Mercedes-Boss Toto Wolff.
© Getty Images
Obwohl die WM so gut wie sicher zugunsten von Mercedes-Youngster Kimi Antonelli entschieden ist, wirkte der Silberpfeil-Boss nach dem Malaysia-GP so richtig "angfressen".
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"Der zweite Platz war das Maximum, mehr ging nicht mit diesem Auto", erklärte WM-Dominator Kimi Antonelli, der sich trotz zwischenzeitiger Führung Max Verstappen (Red Bull) geschlagen geben musste. Angesichts der bisherigen Dominanz der Silberpfeile (Lewis Hamilton/Ferrar hat als bester Nicht-Silberpfeil 106 Punkte Rückstand) Jammern auf hohem Niveau.

"Schlechtestes Wochenende" - Upgrade war Rückschritt

Trotzdem sah man in der Silberpfeil-Box in Sepang versteinerte Mienen. Mercedes war mit einem Auto-Upgrade nach Malaysia gekommen. Der Schuss ging jedoch nach hinten los. Im Qualifying fuhren Antonelli und Teamkollege George Russell hinterher, im Rennen musste Russell kurz vor Schluss seinen Boliden mit einem Motordefekt abstellen. Seine WM-Chancen mit nun 84 Punkten Rückstand auf Antonelli sind futsch.

"Das war das schlechteste Wochenende der Saison für uns", erklärte Teamchef Toto Wolff sauer. "Ehrlich gesagt, gehört das zu meinen schlimmsten Erfahrungen." Der Wiener entschuldigte sich bei Russell: "George ist ein starkes Rennen gefahren, aber wir haben ihn im Stich gelassen. Die Realität ist, dass uns das in diesem Jahr schon zu oft passiert ist. Das ist nicht akzeptabel." Russell, der unter anderem schon in Kanada und Belgien Pech gehabt hatte, war konsterniert. "Das geht über jede Enttäuschung hinaus. Es ist nicht das erste Mal, daher bin ich dieses Gefühl schon gewöhnt", erklärte der Brite, der auf Rang drei liegend ausgeschieden war. "Ich muss nicht extra sagen, dass ich glaube, dass meine Chancen dahin sind", meinte Russell mit Blick auf die WM.

Wolff kündigte eine genaue Analyse an. "In Malaysia waren wir weder schnell noch zuverlässig genug. Wir haben jede Menge Hausaufgaben", sagte der Mercedes-Teamchef. Man sei im Vergleich zur Konkurrenz unter den eigenen Möglichkeiten geblieben. In Singapur in ein paar Tagen wolle man sich von einer besseren Seite zeigen, so Wolff.

In der Konstrukteurs-WM haben die Bullen allerdings sieben Rennen vor Schluss noch 151 Punkte Vorsprung auf Ferrari.

Red-Bull-Sieg als Warnung für Mercedes

Red Bull und Verstappen feierten unterdessen ihren ersten Saisonsieg - den ersten, seitdem der Rennstall die Motoren selbst entwickelt. Verstappen über den "besonderen Sieg": "Wir hatten einen sehr schwierigen Start ins Jahr mit allen möglichen Problemen und waren einfach nicht wettbewerbsfähig genug. Aber das Team hat sehr hart daran gearbeitet. Schritt für Schritt sind wir immer näher herangekommen."

Verstappen hatte vom ersten Training an in Sepang das Tempo vorgegeben und damit den Aufwärtstrend bestätigt, der dem österreichisch-britischen Rennstall schon in Baku die Plätze zwei (Verstappen) und drei (Isack Hadjar) beschert hatte. Teamchef Laurent Mekies: "Es war wieder eine tolle Umsetzung der gesamten Crew. Die war schon das ganze Jahr immer makellos, auch wenn wir nicht immer das richtige Tempo hatten."

"Formel Farce" - Verstappen spottet trotz Sieg

"Formel Farce" Unterdessen sorgten die Probleme mit der FIA-Software, die alle Autos bei den nassen Bedingungen überforderte, für Häme und Kritik. Von "Peinlich", "Beispiellos" oder einer "Formel Farce" war im internationalen Blätterwald die Rede.

Malaysia-Sieger Verstappen gehört schon länger zu den Kritikern der neuen "Formel E": "Diese Motoren sind so kompliziert und es ist jede Menge Software eingebaut." Er sei sich in der ersten Installationsrunde vorgekommen wie in einem Lego-Auto: "Ich bin aufs Gas gestiegen und war vielleicht 35 km/h schnell ..."

Wegen des Bugs waren einige Boliden in der Einführungsrunde stehen geblieben bzw. hatten kurzzeitig keine Power mehr. Das führte zu einer Verzögerung des Starts um gut eine Stunde, da ein Software-Update von allen Teams hochgeladen werden musste. Der Weltverband FIA versprach eine genaue Untersuchung. Die spanische Sporttageszeitung "Marca" suchte in all den Turbulenzen von Sepang einen positiven Zugang: "Ein verrückter, unerwarteter und kaum zu übertreffender Grand Prix von Bahrain in Malaysia!"

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