Ausstellung
WestLicht: Ein Blick in die Augen der Macht
Das Wiener Fotomuseum WestLicht feiert sein 25-jähriges Bestehen mit einem echten Paukenschlag. Vom 31. Mai bis zum 9. August holt das Haus in der Westbahnstraße die Ausstellung "People Power" nach Wien. Zu sehen sind die Werke des weltberühmten Fotografen Platon, dessen Porträts bereits mehr als dreißig Mal das Cover des legendären US-Magazins Time zierten.
Mächtige und Popstars im Visier
Der Starfotograf ist bekannt für seine psychologisch tiefgründigen Bilder. Vor seiner Kamera blickten sich bereits Diktatoren, demokratische Staatschefs und Ikonen der Popkultur ins Auge. Die aktuelle Schau versammelt seine bekanntesten Arbeiten. Zu den Porträtierten gehören unter anderem Donald Trump, Muammar al-Gaddafi und Wladimir Putin. Letzteren lichtete Platon im Jahr 2008 in der Pose eines Mafiabosses ab, was ihm den ersten Preis beim World Press Photo Contest einbrachte.
Dem gegenüber stehen Aufnahmen von Musikgrößen wie Prince, Adele oder Harry Styles sowie der Aktivistengruppe Pussy Riot. Platon begegnet mächtigen Staatslenkern und ganz normalen Bürgern mit derselben radikalen Offenheit. "Eine der größten Lehren für mich ist, wirklich ehrlich zu den Menschen zu sein. Es ist ein großes Risiko, aber wenn man aufrichtig ist und den Mut hat, die Hand auszustrecken, sollte man es tun“, sagt Platon über seine Arbeit. Durch diesen Zugang wird Macht auf seinen Bildern nicht verherrlicht, sondern hinterfragt.
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Schauplatz für Fotografie
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Helden des Alltags
Neben den Mächtigen dieser Erde widmet sich die Ausstellung auch den Menschenrechten. In der Serie "The Defenders" zeigt das Museum Bilder aus weltweiten Krisengebieten. Platon reiste dafür zum Arabischen Frühling nach Kairo, traf Dissidenten in Russland und begleitete die amerikanische Bürgerrechtsbewegung.
Die Aufnahmen entstanden in Zusammenarbeit mit der Organisation Human Rights Watch. Für den Künstler stehen diese oft unbekannten Helden den Staatschefs beim Thema Würde und innere Stärke in nichts nach. Ein weiteres Highlight seiner Karriere war die UN-Hauptversammlung im September 2009. Damals fotografierte er innerhalb von nur fünf Tagen mehr als 130 Staatslenker und Regierungschefs in einem improvisierten Studio direkt im UNO-Gebäude in New York.
Großes Fest für die Fotografie
Die Schau bildet den Höhepunkt der viertägigen Jubiläumsfeierlichkeiten im WestLicht. Das Programm startete bereits mit einer Fotoauktion und einem Galaempfang für Wegbegleiter. Nach dem Eröffnungsfest stand am Sonntag ein Tag der offenen Tür auf dem Programm, an dem der Fotograf selbst für ein Gespräch zur Verfügung stand. WestLicht-Gründer Peter Coeln blickt damit auf ein Vierteljahrhundert Museumsgeschichte zurück. Nach dieser Ausstellung dürfen sich Foto-Fans im Herbst auf die Schau "World Press Photo 2026“ sowie im Winter auf eine Ausstellung über fotografische Manipulationen und Künstliche Intelligenz freuen.
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