35.000 Euro

Wirbel um Fitnessgeräte am Meidlinger Friedhof

Outdoor-Fitnessgeräte stehen auf einem Weg zwischen Gräbern und Bäumen auf einem Friedhof.
© FRIEDHÖFE WIEN/HARALD LACHNER
Die neuen Fitnessgeräte am Meidlinger Friedhof erhitzen die Gemüter. FPÖ und ÖVP ärgern sich die hohen Kosten und orten eine pietätlose Steuergeldverschwendung.
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Friedhöfe sind ein Ort des Abschieds und der Trauer, sie können aber auch als Naturoase, Erholungsgebiet oder sogar als Fitness-Einrichtung dienen. In Wien gibt es bereits entsprechende Angebote. Zum Vorzeigeprojekt wurde diesbezüglich der Friedhof Meidling entwickelt. Ein rund 800 Meter langer Silent-Walk-Rundweg lädt dazu ein, die Natur bewusst und in ruhiger Atmosphäre zu erleben. Ergänzend wurde ein Silent-Fit-Bereich mit Trainingsgeräten geschaffen, der sanfte Bewegung im Einklang mit der besonderen Atmosphäre des Friedhofs ermöglichen soll. Zudem steht ein "Plauderbankerl" zur Verfügung.

Kritik an Kosten

Die Kosten für das gesamte Umgestaltungspaket belaufen sich auf mehr als 35.000 Euro und sorgen für heftige Kritik. "Ein Friedhof ist ein Ort der Trauer, des Gedenkens und der Ruhe, kein Fitnesscenter. Wer auf die absurde Idee kommt, Trainingsgeräte zwischen Grabstätten aufzustellen, hat jedes Gespür für Pietät verloren“, so FPÖ-Landtagsabgeordneter Lukas Brucker, der von Pietätlosigkeit und Steuergeldverschwendung spricht. Brucker fordert den sofortigen Abbau der Fitnessgeräte sowie die Rückzahlung der Kosten durch die Wiener SPÖ.

ÖVP sieht falsche Prioritäten

Scharfe Kritik kommt auch von der Volkspartei. "Während viele Wienerinnen und Wiener unter steigenden Lebenshaltungskosten leiden und die Stadt an allen Ecken sparen müsste, werden mehr als 35.000 Euro für Fitnessgeräte auf einem Friedhof ausgegeben. Das zeigt einmal mehr, dass SPÖ und Neos völlig falsche Prioritäten setzen", betont Lorenz Mayer, Meidlinger Bezirksparteiobmann und Gemeinderat.

Friedhöfe dürften nicht schrittweise zu Freizeitflächen umfunktioniert werden, sondern müssten Orte der Erinnerung und des respektvollen Gedenkens bleiben, warnte Mayer.

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