Die 1991 gegründete Band will lieber jetzt gemeinsam abtreten als später. Große Abschiedstour durch D, Ch und Ö 2027.
Sieben Stimmen, sieben Persönlichkeiten und ein gemeinsamer Klang, der Generationen geprägt hat. Kaum eine andere deutsche Band ist über so viele Jahre in unveränderter Besetzung erfolgreich geblieben. „Wir wissen, was wir aneinander haben“, sagt Sebastian Krumbiegel (59). Dieses Wissen sei das Fundament einer Verbindung, die weit über das Musikalische hinausgehe.
Demokratie statt Hierarchie
Im Gespräch mit der Bild stellt sich schnell die Frage nach internen Machtverhältnissen. Wer ist bei sieben Prinzen eigentlich der König? Wolfgang Lenk (59) bringt es auf den Punkt: „Es gibt keinen König. Am Ende sind wir eine demokratische Band. Auch wenn das manchmal schwierig ist.“ Entscheidungen würden gemeinsam getroffen, klassische Hierarchien gebe es nicht.
Gemeinsam seit 1991
Seit 1991 gehen „Die Prinzen“ gemeinsam durchs Musikerleben – länger, als viele Ehen halten. Freundschaft, Familie oder Zweckgemeinschaft? Henri Schmidt meint: „Keins von alledem. Aber trotzdem ist es auch irgendwie eine Mischung aus allem.“ Wolfgang Lenk ergänzt: „Wir sind wirklich glücklich und zufrieden, dass wir gemeinsam alt werden und viele Sachen durchstehen dürfen.“
Streit gehört dazu
Trotz aller Harmonie blieb auch Streit nicht aus. Auf die Frage nach innerlichen Trennungen antwortet Sebastian Krumbiegel offen: „Ich glaube, eigentlich immer.“ Er lacht. Am Ende hätten sie jedoch stets wieder zueinander gefunden, getragen von Respekt und dem Bewusstsein, Teil von etwas Einzigartigem zu sein.
Krumbiegel erinnert sich: „Wir sind durch die Welt gereist als DDR-Kids. Das war der absolute Hammer. Wir waren mit zehn Jahren in Japan.“ Diese Erfahrungen hätten früh den Blick über die eigenen Grenzen hinaus geöffnet. Tobias Künzel erzählt von anfänglichem Heimweh, das sich später in tiefe Zugehörigkeit verwandelte. Besonders geblieben sei das starke Netzwerk ehemaliger Chormitglieder, „wie so eine große Familie“.
Abschied als Einheit
Wie sie BILD exklusiv mitteilen, haben sie „nach reiflicher Überlegung“ (Krumbiegel) gemeinsam beschlossen, „unsere Karriere zu einem würdigen Abschluss zu bringen“ (Lenk). Wichtig ist der Band, dass ein Abschied geschlossen erfolgt. Henri Schmidt sagt: „Wir sind als Band noch in der Urbesetzung und wir wollen auch genau als diese abtreten.“ Sebastian Krumbiegel stellt klar: „Wir werden zwar nach der Abschiedstournee nicht mehr live auftreten. Aber unsere Lieder bleiben ja.“ Tobias Künzel ergänzt schmunzelnd: „Wir sind ein bisschen aufgeregt, weil es unsere erste Abschiedstour ist.“