Seefestspiele Mörbisch

Seefestspiele Mörbisch

Bettelstudent feiert Anfang Juli Premiere

Das ganze neue Team der Seefestspiele Mörbisch ist optimistisch gestimmt.

Bauarbeiter marschieren herum, der Wind wirbelt Staub auf, das Büro befindet provisorisch im Backstagebereich - auf dem Gelände der Seefestspiele Mörbisch tut sich dieser Tage so einiges. Mit der neuen Intendantin Dagmar Schellenberger sind auch zahlreiche Änderungen vor Ort passiert. Mit der APA sprach die deutsche Kammersängerin knapp ein Monat vor ihrer ersten Intendantinnen-Premiere am 11. Juli mit dem "Bettelstudent" über die Verjüngungskur, die sie den Seefestspielen verpasst hat, und warum trotz allem Neuen die Tradition eine wichtige Rolle spielt.

Serafin Nachfolge
Im Mai 2011 wurde Schellenberger als Harald Serafins Nachfolgerin bekannt gegeben. Im September des Vorjahres erfolgte die offizielle Amtsübergabe. Hinter den Kulissen werkte Schellenberger aber schon länger. Seit fast zwei Jahren wohnt sie nun in Mörbisch und hat sich auch sprachlich bereits gut integriert: "Mia geht's guat!", antwortete die Intendantin lachend. Besonders nach der CD-Produktion am vergangenen Wochenende, erzählte sie. Aufgenommen wurde mit neuer Technik. In dem Konzertsaal wird in Zukunft auch das Orchester Platz finden, die von ihr genannte "Badewanne" - also den Orchestergraben vor der Bühne - gibt es in dem Sinne nicht mehr. "Dort ist ab nächstes Jahr dann viel Technik drinnen." Generell gebe es viel neue Technik.

Gelände im Umbau

Und generell hat sich auf dem Gelände in den vergangenen Monaten sehr viel getan. Auch wenn der Wettergott den Besuchern keinen trockenen Operettenabend gönnt und es regnen lässt - dank der neuen Überdachung alles kein Problem: "Die Leute wissen, gut, es kann nichts passieren. Dann gehen wir eben mal kurz raus, können ein gutes Glaserl Wein trinken und dann gehen wir nachher eben wieder rein." Das neue Konzept, die Verjüngungskur, ist im Ganzen auf eine längere Verweildauer ausgerichtet. Der Gastrobereich ist komplett neu, spätestens kurz nach 23.30 Uhr ist Schluss und die Tore öffnen früher.

Besucherzahlen sollen steigen
Sämtliche Maßnahmen wurden unter anderem auch gesetzt, um dem Negativ-Trend der vergangenen Jahre bei den Besucherzahlen entgegenzuwirken. Zurückzuführen sei der Rückgang auf "vielerlei Gründe: Das Wetter spielt eine Rolle, das Geld sitzt den Leuten nicht mehr so locker in der Tasche" und auch die Stückwahl sei ein "schmaler Grat". "Das Wetter haben wir natürlich nicht im Griff, aber das, was wir selber beeinflussen können, das sind wir ganz massiv angegangen."

Operette bleibt Zugpferrd
Bereits im Vorfeld hatte Schellenberger angekündigt, dass die Operette in Mörbisch die erste Geige spielen werde - und sie hält sich (zumindest heuer) mit Carl Millöckers "Der Bettelstudent" auch daran. "Die Zuschauer erwartet eine traditionelle, typisch österreichische und in der Tradition fußende Umsetzung dieser Operette der goldenen Ära, die ich ja ganz bewusst genommen habe. Auch als Zeichen: Das war und bleibt das Mekka der Operette." Es sei eine "ganz klare Entscheidung" gewesen, nicht mit dem für 2014 bereits fixierten Musical "Anatevka" anzufangen. "Das kommt dann nächstes Jahr. Mit 2015 geht es dann wieder mit Operette weiter", so die Intendantin. Neben "Anatevka" steht ab nächstem Jahr auch ein Kinderstück auf einer zweiten Bühne auf dem Programm. Die Saison wird vorverlegt, das Stück - eine Trilogie - wird ab Juni gespielt. Details werden erst später verraten.

Endspurt vor Premiere

Für die nächsten Wochen steht in Mörbisch noch einiges auf der To-Do-Liste: Interviews für die Intendantin, Proben - gerne auch währenddessen im Nebenraum - für die Solisten und Akteure, sowie viele kleine und große Handgriffe vor und auf der Bühne. Den Zuschauern versprach die Intendantin neben Tradition u.a. ein "opulentes, superschönes Bühnenbild und eine Produktion vom 'Bettelstudent' mit vier großen, komplett verschiedenen Bildern auf der Bühne. Überraschungen technischerseits, der Zubau mit dem völlig neuen Gastrokonzept, die Imageveränderung." Außerdem seien "fantastische Sänger" zu erwarten und "der Neusiedler See als optischer Hauptakteur wird wieder eine größere Rolle im Geschehen finden".

Wettergott soll Gnade walten lassen
"Der oberste, dickste, größte, goldene Wunsch" für die Neo-Intendantin, die die Premiere "mit einer großen Anspannung" erleben wird: "Dass Petrus uns eben wohlgesonnen ist in diesem Sommer und so mitspielt, dass wir keinen Abbruch haben und jeden Abend dem Publikum einen traumhaften Abend bescheren können." Außerdem wünscht sie sich, dass niemand krank wird "und dass wir dieses Mammutprogramm dieses Jahr mit größtem Erfolg stemmen."

   (Das Gespräch führte Kathrin Spaltl/APA)

Info
Infos sowie Tickets zu den Seefestspielen Mörbisch erhalten Sie unter www.seefestspiele-moerbisch.at.