Erwin Steinhauer in „Geschichten aus dem Wiener Wald“.
Nach der Dreigroschenoper am Volkstheater und Endstation Sehnsucht an der Burg schickt jetzt auch die Josefstadt einen zugkräftigen Klassiker der Moderne ins Rennen: Horváths Geschichten aus dem Wiener Wald. Die Inszenierung besorgt Hausherr Herbert Föttinger, der auch als Conférencier auftritt. Die First Lady der Josefstadt, Sandra Cervik, ist als Valerie mit von der Partie.
Fein besetzt auch die übrigen Rollen: Der große (Un-)Menschendarsteller Erwin Steinhauer verkörpert den „Zauberkönig“, Erni Mangold spielt die kindsmordende Großmutter, Florian Teichtmeister gibt das Ekel Alfred und Thomas Mraz schlüpft in die Haut des leidenschaftlichen Fleischhackers Oskar. Als Marianne debütiert Alma Hasun.
Esoterik
„Ich bin dafür, dass man dieses Stück ‚strafweise‘ in Permanenz auf die Theaterspielpläne setzt“, fordert Steinhauer im ÖSTERREICH-Talk, „weil es aufräumt mit der Lüge vom Goldenen Wiener Herz! Zudem trifft es die heutige politische Situation punktgenau – den mangelnden Durchblick der Menschen, ihre Schicksalsergebenheit und den vermeintlichen Ausweg in Esoterik.“
Die Kultur-Highlights des Jahres 2012
Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin BrancusiVon Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."
© Stephan Wyckoff
Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus ErlBot der Eröffnungsfestakt am 26. Dezember noch eine wilde Mischung aus Donizetti und Bartok, so hatte das neue Festspielhaus in Erl seine wahre Feuertaufe mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" zu bestehen. Gustav Kuhn startete das Opernprogramm der ersten Winterfestspiele im kleinen Tiroler Dorf in seiner bewährten Doppelfunktion als Regisseur und Dirigent mit einer schnörkellosen Da Ponte-Produktion. Dabei strich der Maestro die Stärken dieses architektonischen und vor allem akustisch gelungenen neuen Festspielhauses heraus. Allgemeine Jubelsalven für Kuhn und seine vorwiegend jungen Sänger nach einem langen Mozart-Abend.
© tirolerfestspiele.at
Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten: Nach der dissensbedingten Absage von Dirigent Franz Welser-Möst, der 2013 bei den Salzburger Festspielen mit Sven-Eric Bechtolf die "Cosi fan tutte" hätte inszenieren sollen, feierte am Mittwochabend (19. Dezember) die "Ariadne auf Naxos" der heurigen Festspiele in der Wiener Staatsoper ihre umjubelte Premiere - mit Welser-Möst am Pult und Sven-Eric Bechtolf als Regisseur. Vornehmlich auf sängerischer Ebene bot der begeistert aufgenommene Abend einige echte Entdeckungen.
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