Salzburger Festspiele

Jansons verzauberte Salzburg mit "Wienern"

Mariss Jansons
© APA/HERBERT P. OCZERET

Mariss Jansons und Wiener Philharmoniker wurden in der Mozart-Stadt bejubelt.
OE24 auf Google bevorzugen

Die Wiener Philharmoniker und Mariss Jansons - diese Traumpaarung begeisterte nicht nur die Welt zu Neujahr, sondern auch die Salzburger Festspielgänger. Mit einem veritablen Wunschprogramm für Freunde der deutschen Romantik präsentierte sich das Ausnahme-Orchester in Höchstform und sorgte für einen einsamen symphonischen Höhepunkt des bisherigen Festivals. Jubelsalven und stehende Ovationen am 4. August im Großen Festspielhaus.

Startschuss mit Don Juan

Zu Beginn lag gleich ein Paradestück für die "Wiener" auf den Pulten: "Don Juan" von Richard Strauss. Maestro Jansons führte souverän durch die zahlreichen Tempo- und Stimmungswechsel und spannte einen feinen Bogen über die Episoden dieser Tondichtung. Die Wiener Philharmoniker wiederum musizierten dieses stürmische Werk mit enormer Klangsüße, präzise ausgestalteten Details und schwelgten in Klangfarben. Ein luxuriöser Strauss-Klang, der so manches Brillant-Collier im Auditorium noch überstrahlte.

Auch Wagner verzauberte Salzburg
Dass die Philharmoniker - mit der richtigen Persönlichkeit am Dirigentenpult - auch ein zurückgenommener und doch klanglich konkurrenzloser Begleiter sein können, stellten sie in Wagners fünf "Wesendonck-Liedern" unter Beweis. Sopranistin Nina Stemme, als Brünnhilde zuletzt in Wien und München bejubelt, meisterte auch Wagners Liedgut nicht nur dank ihrer strahlenden Höhe mühelos. Die Schwermut des tieftragischen "Im Treibhaus" muss man freilich auch erst mit derart berührender Gestaltungskraft vermitteln, exzellent auch die Schattierungen im luziden Finalstück "Träume".

Hochamt mit Brahms kompletiert

Das Hochamt der Hochromantik komplettierte Johannes Brahms' gewaltige Erste Symphonie: Mariss Jansons wählte behutsame Tempi, die sich als ideal für den warmen Philharmoniker-Klang herausstellten. Die Prägnanz und das Selbstverständnis, mit der das Orchester die Vorgaben des Ausnahme-Dirigenten umsetzte, machen staunen. Allein die brillanten Soli von Konzertmeister Rainer Honeck oder die Balance der Holzbläser-Dialoge im angenehm unsentimentalen Andante sind kleine, feine Details innerhalb eines exemplarischen großen Ganzen. Auch die Überleitung vom zart-wehmütigen Scherzo ins effektvolle Finale zeugte von der Disziplin, die der Lette den "Wienern" angedeihen ließ. Bis zuletzt hielten die Musiker die Spannung aufrecht, die sich im Jubel des Publikums entlud.

(Von Florian Oberhummer/APA)

Die Kultur-Highlights des Jahres 2012


1 / 223

Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi

Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin BrancusiVon Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."

© Stephan Wyckoff

Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus Erl

Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus ErlBot der Eröffnungsfestakt am 26. Dezember noch eine wilde Mischung aus Donizetti und Bartok, so hatte das neue Festspielhaus in Erl seine wahre Feuertaufe mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" zu bestehen. Gustav Kuhn startete das Opernprogramm der ersten Winterfestspiele im kleinen Tiroler Dorf in seiner bewährten Doppelfunktion als Regisseur und Dirigent mit einer schnörkellosen Da Ponte-Produktion. Dabei strich der Maestro die Stärken dieses architektonischen und vor allem akustisch gelungenen neuen Festspielhauses heraus. Allgemeine Jubelsalven für Kuhn und seine vorwiegend jungen Sänger nach einem langen Mozart-Abend.

© tirolerfestspiele.at

Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg

Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten: Nach der dissensbedingten Absage von Dirigent Franz Welser-Möst, der 2013 bei den Salzburger Festspielen mit Sven-Eric Bechtolf die "Cosi fan tutte" hätte inszenieren sollen, feierte am Mittwochabend (19. Dezember) die "Ariadne auf Naxos" der heurigen Festspiele in der Wiener Staatsoper ihre umjubelte Premiere - mit Welser-Möst am Pult und Sven-Eric Bechtolf als Regisseur. Vornehmlich auf sängerischer Ebene bot der begeistert aufgenommene Abend einige echte Entdeckungen.

© APA/HERBERT P. OCZERET

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden