Kritik: Oper Fierrabras
Ritter, Riesenherz und Friedenspalmenwedel
Festspiele. Dass der Liederfürst Franz Schubert auch ein großer Dramatiker war, wurde bei der Premiere seiner Oper Fierrabras deutlich: Zwischen dem liedhaften, sehnsüchtigen Ton und dramatischen Ausbrüchen oszilliert seine himmlische Musik. Ingo Metzmacher und die Wiener Philharmoniker brachten die geniale Partitur mit leuchtenden Farben zum Klingen. Das störrische Libretto Joseph Kupelwiesers, das von liebestrunkenen Kreuzrittern und kriegerischen Mauren fabuliert, ist kein Meisterwerk.
Regisseur Peter Stein siedelte die Geschichte schwarz-weiß in den Kulissen eines biedermeierlichen Vorstadttheaters an und schreckte auch vor Friedenspalmengewedel und einem großen roten Herzen nicht zurück. Julia Kleiter bezauberte als Emma, Dorothea Röschmann war eine stürmische Florinda, Michael Schade brillierte mit strahlendem Tenor. – Bravos, ein paar Buhs.
E. Hirschmann-Altzinger
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