"Alle lieben Dandelion, aber sie ist tot" - Debütroman von Rosie Storey
Auch im Debütroman der britischen Autorin Rosie Storey geht es um den Verlust eines geliebten Menschen ( in diesem Roman ebenso ). "Alle lieben Dandelion, aber sie ist tot" heißt das Buch und der Titel beschreibt die Ausgangssituation perfekt. Vermisst wird die energische, extravagante Dandelion besonders von ihrer etwas jüngeren Schwester Poppy. Die Schwestern sahen einander zum Verwechseln ähnlich, doch Poppy ist introvertiert und kontrolliert. Durch einen Zufall stößt Poppy eines Tages in Dandelions Handy auf ein Match in einer Dating App und schreibt Jake aus einer Laune heraus - als Dandelion!
Trotz des traurigen Themas und Poppys spürbarer Trauer zieht auch dieses Buch nicht runter, sondern ehrt eine besonders intensive Schwestern-Beziehung. Und genau da ist der Text am stärksten, wenn es um Wahrhaftigkeit geht, um die Kindheit der beiden Schwestern, um die beste Freundin Jetta, die Eltern, die den Verlust ihrer Tochter nie verwinden werden. Der Vater stottert seit dem Verlust von Dandelion, die Mutter lebt von einer Übersprungshandlung zur nächsten..
Im Gegensatz dazu ist die Liebesgeschichte zwischen Jake und Poppy an manchen Stellen zwar nett und angenehm klischeebefreit zu lesen. An anderen Stellen wiederum wirkt dieser (wesentliche) Erzählfaden überspannt, vorhersehbar und die Dialoge sind oft einfach seltsam. So gerne ich das Buch lieben würde, weil auch ich mich Dandelions (und Poppys) Bann nicht entziehen kann, so sehr ist es dann doch nur mögen. Trotzdem kommt Storey mit lebendigen Figuren daher und der Botschaft, dass Trauer sein darf - auch wenn sich wieder Glück findet.