Harald Krassnitzer (65) musste Abschied von seiner geliebten Mutter Susanne nehmen. In einem emotionalen Interview spricht der Schauspieler über ihren Tod, den Kampf gegen die Demenz und die wertvollen Lektionen, die er am Ende lernte.
Am 14. Februar verstarb Susanne Krassnitzer im Alter von 95 Jahren. Ein stolzes Alter, doch die letzten Jahre waren geprägt von einer tückischen Krankheit: Demenz. Für Harald Krassnitzer war diese Zeit jedoch kein reiner Leidensweg, sondern eine Phase tiefster menschlicher Verbundenheit.
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Wenn Erinnerungen verblassen
Gegenüber BILD schilderte der 65-Jährige, wie sich die Wahrnehmung seiner Mutter veränderte. Oft erkannte sie ihn nicht mehr als ihren Sohn, was zu skurrilen, fast schon humorvollen Situationen führte. „Mal war ich für sie mein eigener Vater, mal der Bruder oder der Hund“, erinnert sich der Österreicher. Doch am Ende blieb nur eine Gewissheit: „Bis dann irgendwann am Schluss nur noch eine Person zur Verfügung stand. Und das durfte ich dann sein. Ihr Sohn.“
Eine Botschaft ohne Worte
Besonders die körperliche Nähe wurde in der Endphase zum wichtigsten Kommunikationsmittel. Krassnitzer beschreibt Momente, in denen seine Mutter seine Hand so fest drückte, dass er sich nicht hätte befreien können. Diese Berührungen sagten mehr als tausend Worte: „Diese Berührung erzählte etwas. Eine Botschaft: ICH bin deine Mutter!“
Harald Krassnitzer und seine Ehefrau Ann-Kathrin Kramer.
© Getty Images
Harald Krassnitzer und seine Ehefrau Ann-Kathrin Kramer.
Neue Definition von Würde
Gemeinsam mit seiner Schwester lernte der Schauspieler, das Leben im Moment neu zu schätzen. Spaziergänge im Dorf zeigten ihm, dass Glück auch in der Demenz möglich ist – etwa wenn seine Mutter die Sonne im Gesicht spürte oder das Rascheln der Blätter hörte.
- Erkenntnis: Würde bedeutet nicht, alles zu wissen, sondern zu fühlen.
- Lehre: Liebe ist der einzige Begriff, der in diesem Zusammenhang zählt.
- Resultat: Die Familie ist durch das Schicksal enger zusammengerückt.
Realität trifft Filmrolle
Diese privaten Erfahrungen flossen spürbar in seine berufliche Arbeit ein. Am 7. Mai startet sein neuer Film „Der verlorene Mann“ in den Kinos. Darin verkörpert Krassnitzer einen demenzkranken Ehemann – eine Rolle, die dem Schauspieler nach dem persönlichen Verlust sichtlich unter die Haut geht. Für Harald Krassnitzer bleibt trotz der Trauer vor allem eines: Dankbarkeit für einen gemeinsamen Weg, der am Ende ein neuer Anfang war.