Der Karfreitag ist einer der stillsten Tage im Jahr und voller Regeln! Von fliegenden Glocken über das Fisch-Essen bis hin zum strengen Tanzverbot: Wir verraten, was auf den Tisch kommt, warum die Kirche schweigt und welche Bräuche in Österreich gelten.
Der Karfreitag gilt im Christentum als Tag der Trauer und Besinnung. Er erinnert an das Leiden und Sterben Jesu Christi und bringt eine Reihe von jahrhundertealten Traditionen mit sich, die bis heute unseren Alltag prägen. Doch wissen Sie eigentlich, warum heute die Glocken schweigen oder warum Fisch als „Fastenspeise“ gilt? Wir haben den Check gemacht: Das ist am Karfreitag erlaubt und das ist tabu.
Verboten: Fleischgenuss und laute Feste
In der katholischen Kirche gilt der Karfreitag als strenger Fast- und Abstinenztag. Das bedeutet konkret: Einmaliges Sättigen ist erlaubt, der Genuss von Fleisch hingegen ist streng verboten. Auch Unterhaltung wird heute klein geschrieben. In vielen Regionen gilt ein offizielles „Tanzverbot“, um den ernsten Charakter des Tages zu wahren. Es ist die Zeit des Innehaltens, nicht der großen Party.
Erlaubt: Fisch, Stosuppe und süße Knödel
Was also kommt auf den Tisch? Traditionell ist der Karfreitag der Tag des Fisches. Dieser Brauch geht auf die Zeit zurück, als Fisch deutlich günstiger war als teures Fleisch - ideal also für einen Tag, an dem man auf Luxus verzichten wollte. In Österreich lieben wir zudem fleischlose Klassiker wie die Stosuppe (eine Einbrennsuppe mit Sauerrahm) oder flaumige Germknödel. Diese Gerichte sind nicht nur erlaubt, sondern echte Fasten-Tradition!
Wenn die Glocken nach Rom „fliegen“
Haben Sie sich schon gewundert, warum es heute so still ist? In katholischen Kirchen verstummen am Karfreitag Orgel und Glocken. Der Legende nach fliegen die Kirchenglocken nach Rom, um dort ihre Weihung entgegenzunehmen. Erst in der Osternacht kehren sie zurück. Stattdessen regiert das Ratschen: Mit hölzernen Instrumenten wird in vielen Landstrichen lautstark zum Gottesdienst gerufen. In der Kirche selbst erlischt für zwei Tage das „Ewige Licht“ und der Altar bleibt leer - kein Blumenschmuck, keine Kerzen.
Ob gläubig oder nicht: Der Karfreitag lädt uns alle dazu ein, einen Gang zurückzuschalten und die Stille zu genießen, bevor am Sonntag das große Osterfest gefeiert wird.