Koller / Scharner

Ein typischer Scharner

Abgang war von langer Hand geplant

Ein Interview am Tag zuvor besiegelte den Bruch.

Die Nationalteamkarriere von Paul Scharner ist nach dem jüngsten Eklat wohl endgültig vorbei. Der HSV-Legionär hatte am Mittwoch wenige Stunden vor dem Anpfiff zum Testspiel gegen die Türkei das ÖFB-Camp verlassen. Der Grund: Scharner forderte von Temachef Koller eine Schlüsselrolle für das Türkei-Match und die bevorstehende WM-Qualifikation - vergeblich.

Kein Ergänzungsspieler
"Paul Scharner als Kaderspieler wird es nicht geben, denn ich kann der Mannschaft nur helfen, wenn ich fix spiele. Aber einfach degradiert und auf die Ersatzbank gesetzt werden, ohne Option und mit der Erklärung, ich habe zu wenig Erfahrung auf der Innenverteidigerposition, ich habe zu wenige Spiele gemacht auf dieser Position in den letzten zwei Jahren, das ist nicht okay", stellte ein zorniger Scharner klar.

Abgang geplant
Scharners unschöner Abgang vom Team war aber bereits seit Tagen geplant. Das Enfant terrible wollte von Teamchef Marcel Koller eine Stammplatzgarantie für die nahende WM-Qualifikation. Für den Fall, dass er diese nicht bekommen würde, hatte er mit Berater Valentin Hobel alles generalstabsmäßig vorbereitet.

"Heiß"
Am Dienstag, nach einer Unterredung mit Koller (der Scharner eine Einsatzgarantie verweigerte), gab Scharner News ein irres Interview. Dem Magazin hatte der 32-Jährige bereits vorab eine "heiße Story" in Aussicht gestellt. Nun packte Scharner aus! Die heißesten Interview-Passagen

Über seine Rolle:
"Mich will er (Koller; die Redaktion) mit der Position im Spielerrat ruhigstellen. Und den Pogatetz und Prödl lässt er spielen."

"Ich soll ein spielender Backup-Coach sein. Da mache ich nicht mit. Der Paul Scharner lässt sich nicht verarschen."

Über Koller:
"Mit Koller fahren wir nie zur WM 2014."

"Ich habe das Gefühl, sie haben ihn weichgeklopft wie ein Schnitzel."

"Koller war meine Hoffnung auf einen Nationaltrainer, der seine Stellung bezieht und auch halten kann Und dann kommst du her und wirst degradiert."

Über das ÖFB-Team:
"Ich habe in den letzten Wochen immer betont, dass es mir eine Herzensangelegenheit ist. Aber ich kann nur alles in die Waagschale legen, wenn ich fix dabei bin, nicht wenn ich als Kaderfüller herumrenne."

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