Anklage gegen Taboga und Kuljic erhoben

Staatsanwaltschaft Graz

Anklage gegen Taboga und Kuljic erhoben

Die beiden ehemaligen Fußball-Profis waren in Wettskandal verwickelt.

In der Wettbetrug-Causa rund um die ehemaligen Fußball-Bundesliga-Spieler Dominique Taboga, Sanel Kuljic & Co. hat die Staatsanwaltschaft Graz Anklage erhoben. Wie es am Montag von Anklagebehörde hieß, werden Namen und Anklageinhalt im Detail erst in den nächsten Tagen offiziell bekannt gegeben.

Da die Klagsschriften wegen Verdachts der Manipulation von Fußballspielen den Angeklagten bisher noch nicht zugestellt werden konnte, würden im Sinne eines fairen Verfahrens die Namen und die gegen sie erhobenen Vorwürfe zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Hansjörg Bacher.

Taboga belastete Ex-Teamspieler
Eine der Schlüsselfiguren ist der ehemalige Grödig-Profi Dominique Taboga, der mittlerweile von der österreichischen Fußball-Bundesliga "auf Lebenszeit" gesperrt worden ist. Der 31-Jährige war nach zweimonatiger U-Haft Ende Jänner wieder entlassen worden.

Taboga hatte der Polizei im November 2013 geschildert, dass er wegen des entgangenen Wettgewinns unter Androhung von Gewalt gegen sich und seine Familie erpresst worden sei. Er habe schließlich "etwas unter 30.000 Euro" an seine Erpresser bezahlt, erklärte er und belastete Ex-Teamspieler Sanel Kuljic (36) sowie den tschetschenischen Konventionsflüchtling Sulim D. (32). Die beiden wurden am 15. November in U-Haft genommen.

Ex-Verein Grödig bestohlen

Taboga wurde inhaftiert, nachdem in seinen Schilderungen Ungereimtheiten aufgetaucht waren. Gegen den ehemaligen Grödig-Kapitän wurde wegen Betrugs in Zusammenhang von Spielmanipulation und Wettbetrug ermittelt, weiters wegen Veruntreuung. So soll Taboga 5.000 Euro aus der Mannschaftskasse des SV Grödig entwendet und in die eigene Tasche gesteckt haben. Wie bekannt wurde, hatte Taboga auch versucht, vier Spieler des Salzburger Vereins in der Saison 2012/13 zur Spielmanipulation anzustiften.

Verlegung von Salzburg nach Graz
In Graz saßen fünf weitere Verdächtigen - darunter auch Ex-Teamspieler Sanel Kuljic, der sich Anfang April in einer Presseerklärung bei seiner Familie, Fans und "allen sportbegeisterten Menschen" für seine Beteiligung am heimischen Fußball-Wettskandal entschuldigt hatte - in U-Haft. Das Verfahren war ja Ende des Vorjahres von Salzburg nach Graz verlegt worden, da dort gegen einen der Beschuldigten bereits ein Strafverfahren im Zusammenhang mit dem deutschen Wettskandal von 2010 anhängig ist. Auch die Untersuchungshäftlinge wurden verlegt.

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