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Brückner: "Das ist schlechter Stil"

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ÖSTERREICH: Ex-Teamchef ist sauer auf ÖFB: "Habe schon am 23. Februar gesagt. dass ich auföre!"

Der Prager ÖSTERREICH-Mitarbeiter Vit Chalupa, Fußballchef bei der tschechischen Tageszeitung E15, sprach mit Brückner. Der abservierte Teamchef sitzt daheim in Olmütz und ist fassungslos über die Vorgänge.

Wer soll neuer Teamchef werden?

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Brückner wirft dem ÖFB schlechten Stil vor. Er ist wütend und sagt: „Ich habe am 23. Februar mit Alfred Ludwig gesprochen und ihm gesagt, dass ich aufhöre. Ich wundere mich sehr, warum der ÖFB so lange gewartet hat, um die Öffentlichkeit davon zu informieren.“

ÖFB-Boss Leo Windtner gab die Trennung erst am Montag um 18 Uhr beim Wiener Nobel-Heurigen Zimmermann bekannt. Er wehrt sich gegen Kritik: „Anders wäre das alles nicht gegangen. Ich verhalte mich immer korrekt.“

Brückner ist gekränkt: „Es war lange vorher alles klar. Ich wusste ja, dass die Medien in Österreich gegen mich sind. Aber ich hätte nie gedacht, dass sich der ÖFB so verhält. Das ist komisch und außergewöhnlich.“

ÖFB dementiert
Beim ÖFB wurde diese Version gestern dementiert. Am Nachmittag gab es dann noch einmal ein Telefonat mit Brückner. Der Tenor: Alles lief korrekt ab! Wirklich?

ÖSTERREICH fragte ÖFB-General Gigi Ludwig: Hat sich der ÖFB da nicht ungeschickt angestellt?

Daraufhin der General: „Davon kann keine Rede sein. Ich habe mit Brückner ein Sondierungsgespräch geführt. Er wusste, dass nichts passieren würde, bis der neue ÖFB-Präsident auch offiziell gewählt ist.“ Das geschah am Samstag. Ludwig: „Und am Montag hat Leo Windtner alles mit Brückner besprochen. Da wurde die einvernehmliche Trennung fixiert. Vielleicht hat Brückner ja etwas falsch verstanden. Oder es ist ihm was ins Ohr gesetzt worden. Ich kenne ihn als Sir. Darum bin ich jetzt verwundert. Das ist normal nicht seine Art, so an die Öffentlichkeit zu gehen.“

Hohe Abfindung
Brückner hat knapp 800.000 Euro im Jahr kassiert. Der teuerste Teamchef aller Zeiten! Ex-Präsident Friedrich Stickler wollte ihn um jeden Preis. Dementsprechend hoch ist auch die Abfindung. Es geht um viel Geld. Wie viel? ÖFB-General Ludwig schweigt: „Einvernehmlich ist einvernehmlich – aus.“

Brückner ist verbittert, hat noch dazu unerträgliche Rückenschmerzen. Er hört als Trainer ganz auf.

Frage: Sie sind immer ein Schweiger gewesen, und plötzlich reden Sie. Warum, Herr Brückner?
Karel Brückner: Weil das sehr komisch ist, was hier passiert. Das ist schlechter Stil. Ich wusste ja, dass die österreichischen Medien gegen mich sind. Aber wie der ÖFB das jetzt darstellt, überrascht mich auch.
Frage: Warum?
Brückner: Weil ich schon am 23. Februar mit Herrn Ludwig gesprochen habe und ihm gesagt habe, dass ich aufhöre. Das war alles klar. Darum wundert mich die Vorgangsweise des ÖFB. Ich verstehe nicht, warum der ÖFB das nicht früher veröffentlicht hat.
Frage: Sie sollen krank sein?
Brückner: Mir geht es gut.
Frage: Tut Ihnen nicht Ihr Scheitern weh?
Brückner: Das ist nicht das Thema.

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