Burgstaller

Schneetreiben

Burgstaller: "Hätte niemals angepfiffen werden dürfen"

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Rapid holte im Tiroler Schneetreiben "sehr wertvolle" Punkte 

Spielverschiebung, zähes Pendeln zwischen Innsbruck und Wien sowie äußerst schwierige Platzverhältnisse - die Voraussetzungen vor und im zweiten Spiel unter Neo-Trainer Robert Klauß hätten für Rapid durchwegs besser sein können. Dennoch gelang es den Grün-Weißen am Dienstag in der Fußball-Bundesliga, mit einem 2:1 bei der WSG Tirol voll anzuschreiben und in die Top sechs vorzustoßen. "Drei Punkte, gerade bei den Wetterbedingungen, sind sehr, sehr wertvoll", resümierte Klauß.

Ausschlaggebend für den vierten Auswärtserfolg Rapids war nach einer mauen ersten Hälfte eine klare Leistungssteigerung in der zweiten. Matthias Seidl, der von einem "verdammt wichtigen Sieg" sprach, nach schöner Kombination (50.) und eine tolle Einzelaktion von Marco Grüll (74.) entschieden die Partie schließlich zugunsten der Grün-Weißen. "In der zweiten Halbzeit haben wir uns dann vorgenommen, noch zielstrebiger zu spielen, noch direkter zu spielen", erklärte Klauß.

"Moment genießen"

Eine konkrete inhaltliche Aufarbeitung des Gastspiels mache aufgrund der Verhältnisse laut dem 39-jährigen Deutschen allerdings wenig Sinn. "Es war viel auf Zufall aufgebaut, viele zweite Bälle, viele Fehler. Die Tore waren superschön herausgespielt, wir haben leidenschaftlich verteidigt, aber eine große Analyse ist glaube ich heute nicht notwendig", sagte Klauß, der mit zwei Siegen aus den ersten beiden Spielen einen ergebnistechnisch perfekten Einstand bejubeln durfte.

Dies war zuletzt dem jetzigen ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel in der Saison 2011/12 als Trainer der Hütteldorfer gelungen. "Ich hoffe, dass ich irgendwann wegen etwas anderem im Geschichtsbuch lande. Wegen etwas, was langfristiger ist", kommentierte Klauß die statistische Randnotiz bei Sky. Jetzt gelte es einfach, "den Moment zu genießen. Es war ein schöner Ausflug, weil wir drei Punkte mitnehmen."

"Viel zu gefährlich"

Die Tage und Stunden vor dem Spiel gestalteten sich für die Grün-Weißen aber äußerst zäh. Insgesamt knapp 1.900 Kilometer legte Rapid für das Gastspiel zwischen Innsbruck und Wien mit dem Bus zurück, nachdem die Partie am Samstag abgesagt werden musste. Eine Absage wäre laut Guido Burgstaller auch am Dienstag angemessen gewesen. "Es war ein Spiel, das niemals angepfiffen werden dürfte. Es war viel zu gefährlich. Da kann man nur die Bundesliga hinterfragen, warum man das heute durchziehen hat müssen", kritisierte der Rapid-Kapitän.

Zum Jahresausklang steht für die Grün-Weißen am Samstag (14.30 Uhr) noch ein Heimspiel gegen Tabellenführer Salzburg auf dem Programm. Die "Bullen" befinden sich aktuell nicht in Topverfassung, auch deshalb rechnet sich Rapid Chancen aus. "Natürlich sind sie nicht so in Form, wie man sie kennt. Aber sie haben immer noch eine riesige Qualität. Wir müssen alles reinlegen, zu hundert Prozent da sein, damit wir da was mitnehmen. Wir wollen das Spiel natürlich gewinnen", blickte Grüll voraus.

Auch Klauß zeigte sich zuversichtlich: "Wir sind selbstbewusst, spielen zuhause und haben zwei Siege in Folge eingefahren." Ein Punktgewinn gegen die Bullen wäre auch mit Blick auf das Erreichen der Meistergruppe wertvoll. Mit aktuell 24 Zählern ist Rapid sechs Runden vor dem Ende des Grunddurchgangs auf Kurs Top sechs, der Vorsprung auf den ersten Verfolger WAC beträgt allerdings nur einen Zähler. Hartberg (26) und Klagenfurt (25) sind nach obenhin allerdings in Sichtweite.

"Eigene Blödheit"

Für WSG-Trainer Thomas Silberberger war indes "die eigene Blödheit" ausschlaggebend für die achte Niederlage in den vergangenen neun Partien. "Mich zipft das an, weil wir besser ins Spiel gekommen sind, uns mit den Bedingungen besser zurecht gefunden haben, und dann schenken wir das so her", bedauerte Silberberger. Der WSG-Coach übte aber nicht nur Kritik an der eigenen Mannschaft, sondern auch am Schiedsrichterteam: "Die VAR-Entscheidung, das Handspiel (von Leopold Querfeld, Anm.), wenn das Rapid ist, dann gibt es einen Elfer für Rapid. Das ist mir schon bewusst. Aber das kriegen wir halt nicht."

In der Tabelle sind die kriselnden Wattener mit acht Punkten lediglich Vorletzter, einzig die in dieser Saison noch sieglosen Lustenauer (3) liegen dahinter. Im letzten Spiel des Kalenderjahres gastiert die WSG am Sonntag (14.30 Uhr) bei Aufsteiger Blau-Weiß Linz.

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