Steffen Hofmann

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"Herr Hofmann, Hemd oder Trainingsanzug?"

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Der neue Rapid-Interimscoach Steffen Hofmann steht vor seinem Debüt gegen Altach im OE24-Interview Rede und Antwort.

Eigentlich wollte er nie in seinem Leben Rapid-Trainer werden. Und nun ist es Legende Steffen Hofmann doch - zumindest interimistisch, bis der Verein eine dauerhafte Lösung für den zuletzt entlassenen Didi Kühbauer gefunden hat. Nach 540 Partien als Spieler für den Rekordmeister (128 Tore, Meister 2005 und 2008) wartet am Samstag gegen Altach sein Debüt auf der Trainerbank. Zuvor sich der 41-jährige Deutsche für OE24 Zeit, um ausführlich über seine ersten Tage, sein Vorfreude auf das erste Spiel und seinen neuen Job zu sprechen.

OE24: Steffen, wie hat die Familie reagiert, dass Sie Rapid interimistisch übernehmen?

Steffen Hofmann: Ich musste ein Versprechen abgeben, dass es im Winter wieder zu Ende ist. Wie die Reaktion von der großen Tochter war, sage ich lieber nicht (lacht).

OE24: Wie lange haben Sie überlegen müssen, ob sie den Job annehmen?

Hofmann: Es ist nach wie vor nicht mein Lebensziel, Rapid-Trainer zu sein – daran hat sich in den letzten Tagen auch nichts geändert. Aber die Situation war jetzt nun mal so, wie sie war. Der Verein hat sich für den Schritt des Trainerwechsels entschieden, danach war die Frage wer das übernimmt und ob ich gemeinsam mit Thomas Hickersberger mithelfen will. Dann habe ich gesagt, wenn das für den Moment aus Vereinssicht die beste Lösung ist, dann mach ich das gerne. Ich muss ehrlich sagen, dass es auch großen Spaß macht, mit den Jungs am Platz zu stehen. Aber das ist jetzt sicher keine Dauerlösung.

OE24: Wie wohl fühlen Sie sich schon in Ihrer neuen Rolle?

Hofmann: Es ist natürlich schon eine tolle Aufgabe, Rapid-Trainer bei den Profis zu sein. Da im Trainer-Team dabei zu sein, ist schon eine coole, aufregende Geschichte. Die Spannung steigt von Tag zu Tag, weil das erste Spiel vor der Tür steht und wir uns alle drauf freuen. Wir hoffen natürlich, dass wir das Spiel auch gewinnen werden.

OE24: Wie lange bleiben Sie auf der Rapid-Bank?

Hofmann: Heute werde ich sicher noch das Training machen und was morgen ist, weiß ich nicht (lacht). Mit Sicherheit das letzte Spiel ist im Dezember Admira auswärts, spätestens dann ist es vorbei. Was dazwischen passiert, weiß ich nicht. Aber so lange werden wir unser Bestes geben und schauen, dass wir möglichst erfolgreich sind in diesen Spielen, wie viele es auch immer sein werden. Jetzt wollen wir einmal gegen Altach gewinnen, darauf liegt mein Fokus.

OE24: Wie läuft die Arbeitsteilung mit Thomas Hickersberger?

Hofmann: Die Pressetermine habe ich nicht zwingend vermisst, aber es gehört einfach dazu – ich habe kein Problem mit Pressekonferenz oder Interviews. Hicke kennt die Spieler besser als ich, ist länger dabei und ist für den Großteil der Trainingspläne zuständig. Wir werden alle Entscheidungen gemeinsam treffen. Wir haben es schon in der ersten Woche so gemacht, dass jeder seine Meinung einbringen kann. So werden wir auch in Zukunft auch gute Lösungen finden.

OE24: Was macht die Mannschaft für einen Eindruck?

Hofmann: Die Spieler, die weniger gespielt haben, wittern ihre Chance. Die Spieler die oft gespielt haben, wissen nicht ob sie wieder ganz vorne stehen – das ist aber immer so, wenn ein neuer Trainer kommt. Für mich ist einfach wichtig, dass ich möglichst viele persönliche Gespräche mit den Jungs hatte, zu einigen einen engeren Draht aufbauen konnte.

OE24: Gegen Altach hat sich damals Ihr Kreis als Spieler geschlossen, nun könnte erneut gegen die Vorarlberger der Kreis als Trainer aufgehen ...

Hofmann: Es ist natürlich schon witzig, dass mein letztes Spiel gegen sie war – das habe ich mir unter der Woche auch schon gedacht. Aber es wird sich sicher kein neuer Kreis öffnen, das kann ich mir im Moment nicht vorstellen. Es ist so, wie es ist. Wir werden schauen, dass wir unsere Mannschaft so gut es geht auf dieses Spiel vorbereiten. Wenn uns das gelingt, haben wir genug Qualität, um als Sieger vom Platz zu gehen.

OE24: Mit Damir Canadi sitzt ein Mann auf der gegnerischen Trainerbank, unter dem Sie noch aktiv gespielt haben - kann er Sie überhaupt überraschen?

Hofmann: Er ist ein Trainer, der immer wieder Dinge ausprobiert – darauf müssen wir vorbereitet sein. Er ist ein Trainer mit viel Erfahrung, der bei einigen Stationen bewiesen hat, wie viel Qualität er hat.

OE24: Wie lautet die Zielvorgabe für Ihre Premiere gegen Altach?

Hofmann: Wir wollen so Fußball spielen, dass wir Punkt 1 gewinnen und Punkt 2 mit dem Spiel an sich auch zufrieden sein können. Wenn uns das gelingt, sind wir eh schon auf einem guten Weg.

OE24: Die aktive Fan-Szene kündigte an, gegen Altach wieder Support zu liefern - wie wichtig ist das für Ihre Mannschaft?

Hofmann: Das ist natürlich positiv für uns. Wenn man als kleiner Junge beginnt Fußball zu spielen, dann stellt man sich nichts anderes vor als vor seinen Fans zu spielen und mit ihnen nach einem Tor zu jubeln. Es ist eine gute Geschichte für uns, dass das Stadion am Samstag wieder diese Stimmung hat, wofür es bekannt ist.

OE24: Zum Abschluss einige kurze Fragen, um zu erfahren, wie Steffen Hofmann als Trainer tickt. Lieber 4:3 oder 1:0?

Hofmann: 4:3.

OE24: Autoritätstrainer oder eher Freund der Spieler?

Hofmann: Das ist in dem Fall natürlich sehr schwierig, weil ich mit einen noch selbst gespielt habe. Aber die mit denen ich gespielt habe, wissen, dass ich eher der freundliche Typ bin. Aber wenn etwas nicht passt, kann es auch in die andere Richtung gehen – so war ich als Spieler und bin ich auch als Trainer.

OE24: Umschaltspiel oder Ballbesitzfußball?

Hofmann: Beides wichtig.

OE24: Dreier oder Viererkette?

Hofmann: Mal so, mal so – das ist Geschmackssache. Ich glaube, man kann mit beidem erfolgreich sein. Das System ist für mich nicht das alles eEntscheidende. Entscheidender ist, wie wir uns dann auf dem Platz platzieren, ob wir durch die richtige Positionierung gleich wieder ins Gegenpressing kommen und wie wir in der Restverteidigung stehen. Diese Dinge sind für mich viel wichtiger, als das System.

OE24: Hemd oder Trainingsanzug?

Hofmann: Keine Ahnung (lacht). Wenn ich in der Früh vor meinem Kasten stehe, werde ich das nehmen, was ich als erstes in der Hand habe.

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