Admira-Trainer Andreas herzog bei einem Testspiel

Bundesliga-Auftakt, ab 17 Uhr LIVE

Herzog bei Admira-Debüt gegen Tirol gefordert

In der ersten Runde der heimischen Liga trifft die Admira auf Tirol - Neo-Trainer Andreas Herzog kommt zu seinem Bundesliga-Debüt.

Nach Jahren der Stagnation will Andreas Herzog die Admira in der kommenden Saison der Fußball-Bundesliga wachküssen. Erste Station für Österreichs Rekord-Internationalen ist am Samstag (ab 17.00 Uhr im Sport24-LIVE-Ticker) die WSG Tirol, die zuletzt mit Platz sechs überraschte. Schon bei seinem Trainerdebüt im heimischen Oberhaus soll die neue Spielanlage sichtbar sein. WSG-Coach Thomas Silberberger spürt prompt Druck und hätte sich zum Auftakt einen anderen Gegner gewünscht.

Silberberger wäre ein Duell mit einem der großen Clubs lieber gewesen. So aber müsse man wohl oder übel liefern. "Jetzt fordert jeder von uns fast den Sieg", meinte der 48-Jährige. "Ich merke fast täglich, dass die Erwartungshaltung fast zu groß ist. Ich weiß nicht, ob wir mit der Favoritenrolle umgehen können."

Die Herausforderung ist aber nicht nur mentaler Natur. 14 Neue sind zu integrieren, u.a. verließen mit Schnegg, Celic, Goalgetter Frederiksen, Gugganig und Rieder fünf Stammkräfte den Club. "Zwei weitere Wochen Vorbereitung wären mir schon lieber", gestand Silberberger, sah seine Truppe, die im Cup Regionalligist Leobendorf 3:0 schlug, aber dennoch "gerüstet".

"Transfer hat mir das Herz herausgerissen"

Erst am Montag wurde der Abgang von Nemanja Celic zu Darmstadt zur Gewissheit. "Er war unser Taktgeber, der Transfer hat mir das Herz herausgerissen", erklärte Silberberger. Bror Blume soll sein Ersatz auf der Sechserposition sein. Damit ist man noch auf der Suche nach einem offensiven Mittelfeldmann, die Verpflichtung soll bis nächste Woche erfolgt sein. Blume jedenfalls ist für das Duell mit der Admira "noch nicht so weit", wie Silberberger betonte, Johannes Naschberger wird wie schon im Cup auflaufen. "Er kann und muss den nächsten Entwicklungsschritt setzen."

Spielerisch erwarte sein Team am Samstag eine "große Unbekannte. Die Admira hat eine komplett veränderte Spielanlage und frischen Wind durch den Trainer. Eine ungute, giftige, weil junge Mannschaft", urteilte Silberberger. "Ich glaube, dass sie phasenweise einen extrem tiefen Block anbieten werden. Da werden wir im Umschalten Probleme haben, wenn wir nicht sauber spielen", warnte er.

Silberberger verwies auf den Umstand, dass sich zwei der jüngsten Teams der Liga gegenüberstehen werden. Sein Pendant Herzog ist sich der Aufgabe bewusst. "An mir liegt es jetzt, die junge Mannschaft zu fördern und zu fordern - aber schon mit einer gewissen Balance. Denn ich weiß genau, als Trainer bist du von Erfolgen abhängig", sagte der 103-fache ÖFB-Teamkicker, der als Cheftrainer bisher Österreichs U21 und Israel betreute.

Herzog will mit Risiko spielen lassen

"Ich bin schon ein Trainer, der seine Mannschaft ein bisschen offensiver spielen lassen will, mit ein bisschen mehr Risiko. Das wird hoffentlich öfters belohnt, aber manchmal wohl auch bestraft werden. Damit muss man als Trainer leben können", gab Herzog an. "Wenn man eine Mannschaft wirklich weiterentwickeln will, muss sie eine aktive Mannschaft sein. Mit hinten rein stellen gibt es keine Weiterentwicklung."

Vor der WSG zeigte er Respekt. "Die waren letztes Jahr in der Meisterrunde, wir wissen, dass das keine leichte Aufgabe wird. Aber - auch wenn das jetzt deppert und nach Phrase klingt - ich möchte trotzdem, dass meine Mannschaft in jedes Spiel geht, um es zu gewinnen. Und es auch gewinnt, wenn wir einen guten Tag erwischen."