Alexander Grünwald (FK Austria Wien), Taxiarchis Fountas (SK Rapid Wien), Karim Adeyemi (Red Bull Salzburg), Kelvin Yeboah (SK Sturm Graz) und Christoph Monschein (LASK)

APA-Umfrage unter Bundesliga-Trainern

'Rapid wird erster Salzburg-Jäger sein'

Wer könnte die Dominanz von Abo-Meister Salzburg durchbrechen? Welche Erwartungen hat man an den VAR? Die zwölf Bundesliga-Coaches standen der APA Rede und Antwort.

Die heimischen Bundesliga-Trainer sehen Rapid Wien als größten Herausforderer von Abo-Meister Red Bull Salzburg. So lautet das Ergebnis einer Umfrage, die die APA vor dem Saisonstart unter den zwölf Chefcoaches durchgeführt hat. Gute Chancen oben mitzumischen wird Sturm Graz prophezeit - noch eher als dem LASK.

 

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Salzburg-Coach Matthias Jaissle bei einer Pressekonferenz
× Salzburg-Coach Matthias Jaissle bei einer Pressekonferenz

Matthias Jaissle (Red Bull Salzburg)

APA: Wen sehen Sie als ersten Herausforderer von Salzburg in der Meisterschaft und warum?

Matthias Jaissle: "Es ist schwer, einen rauszuheben. Es wird wieder einige Mannschaften geben, die uns ärgern möchten. Dem sind wir uns bewusst. Wir gehen trotzdem in die Saison, um die Titel weiterhin in Salzburg zu lassen."

APA: Wie lauten die Ziele und Erwartungen Ihrer Mannschaft?

Jaissle: "Die Titel sind heuer genauso wieder unser Ziel."

APA: Welche Auswirkungen erwarten Sie durch die Einführung des VAR?

Jaissle: "Der Fußball wird ein Stück weit regelkonformer. Es gibt dann nicht mehr diese Fülle an Fehlentscheidungen, der Fußball wird fairer werden. Ich hoffe halt, dass die VAR-Entscheidungen oft pro Red Bull Salzburg laufen."

APA: Wie beurteilen Sie das EM-Abschneiden des ÖFB-Teams?

Jaissle: "Ich glaube, jeder Österreicher ist sehr zufrieden mit dieser EM. Ich habe es live verfolgt, sogar noch mehr, weil wir mit Andi Ulmer einen EM-Teilnehmer hatten. Es war eine gelungene EM. Gegen den Europameister auszuscheiden, ist sicher keine Schande."

APA: Ist der Fußball schon zurück in der alten Normalität vor Corona, oder gibt es noch Einschränkungen?

Jaissle: "Ich glaube, dass die Fußballbranche insgesamt sehr gut durchgekommen ist. Was mir auffällt, ist die Thematik der Zuschauer. Das ist noch nicht so wie früher, aber es geht sicher in die richtige Richtung. Es ist schön, dass es wieder vor Fans weitergeht."

 

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Rapid-Trainer Didi Kühbauer bei einer APA-Umfrage
× Rapid-Trainer Didi Kühbauer bei einer APA-Umfrage

Didi Kühbauer (SK Rapid Wien)

APA: Wen sehen Sie als ersten Herausforderer von Salzburg in der Meisterschaft und warum?

Didi Kühbauer: "Da wollen wir als Rapid natürlich mit dabei sein, zudem ist wieder mit Sturm und LASK, die schon in jüngerer Vergangenheit ihre Stärke bewiesen haben, zu rechnen. Also ich würde fast sagen die üblichen Verdächtigen. "

APA: Wie lauten die Ziele und Erwartungen Ihrer Mannschaft?

Kühbauer: "Wir wollen die Leistungen von der starken Vorsaison weiter in allen Belangen verbessern. Wenn uns das gelingt, wird am Ende ein gutes Ergebnis herauskommen."

APA: Welche Auswirkungen erwarten Sie durch die Einführung des VAR?

Kühbauer: "Ich denke, dass es für alle Seiten, also Schiedsrichter und Assistenten sowie Mannschaften und Trainer, etwas leichter wird. Es wird sicher weiter Entscheidungen geben, über die diskutiert wird, aber die Wahrscheinlichkeit, dass ein Match aufgrund einer klaren Fehleinschätzung entschieden wird, sollte nun minimal sein. In Summe halte ich den VAR für eine hilfreiche Neuerung."

APA: Wie beurteilen Sie das EM-Abschneiden des ÖFB-Teams?

Kühbauer: "Das Überstehen der Gruppenphase war das Ziel und das wurde erreicht. Speziell in den Spielen gegen die Ukraine und den späteren Europameister Italien wurden auch richtig gute Leistungen von unserer Nationalmannschaft geboten."

APA: Ist der Fußball schon zurück in der alten Normalität vor Corona, oder gibt es noch Einschränkungen?

Kühbauer: "Positiv ist, dass nun aufgrund der hohen Durchimpfung nicht mehr in dem Ausmaß getestet werden muss wie noch in der Vorsaison. Normalität erhoffe ich mir ab unserem ersten Pflichtspiel auf der Tribüne, denn wir sehnen alle volle Ränge und echte Fußballstimmung, vor allem bei uns in Hütteldorf, herbei."
 

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'Rapid wird erster Salzburg-Jäger sein'
× 'Rapid wird erster Salzburg-Jäger sein'

Christian Ilzer (SK Sturm Graz)

APA: Wen sehen Sie als ersten Herausforderer von Salzburg in der Meisterschaft und warum?

Christian Ilzer: "Jeder einzelne in der Liga ist ein Salzburg-Jäger. Die Erfahrung zeigt, dass manche zwischendrin hinschnuppern durften, so wirklich ist es aber keinem gelungen, Salzburg zu erwischen. Ich schätze, Rapid und der LASK werden die "großen" Herausforderer sein und ich hoffe, dass auch wir in diese Bereiche hinschnuppern können."

APA: Wie lauten die Ziele und Erwartungen Ihrer Mannschaft?

Ilzer: "Wir haben eine richtig gute Saison hinter uns, die müssen wir bestätigen. Wir haben eine junge Mannschaft, bekommen den Europacup dazu - das wird nicht so einfach. Wir wollen einmal in erster Linie in die Meistergruppe kommen, dann werden weitere Ziele definiert."

APA: Welche Auswirkungen erwarten Sie durch die Einführung des VAR?

Ilzer: "Wir werden definitiv genauso oft wie vorher über gewisse Entscheidungen diskutieren. Viele Entscheidungen werden aber klarer getroffen werden, es wird gerechter zugehen. Wichtig ist, dass wir alle den VAR verstehen und uns darauf einstellen, dass es vielleicht dauern wird, bis es eingespielt ist, und die Unterbrechungen anfangs vielleicht etwas länger dauern. Ich hoffe, dass den Schiedsrichtern auch vom ÖFB die Zeit und Mittel für die notwendige Vorbereitung gegeben werden."

APA: Wie beurteilen Sie das EM-Abschneiden des ÖFB-Teams?

Ilzer: "Meine Erwartungen haben sie vollkommen erfüllt. Es war gegen Nordmazedonien nicht aufgelegt, dass man gewinnt. Gegen Holland waren wir alle ein wenig enttäuscht, aber Holland hat das mit der Führung im Rücken hinten sehr präsent geregelt. Gegen die Ukraine und Italien hat man eine österreichische Mannschaft gesehen, die auf Toplevel mitgehalten hat."

APA: Ist der Fußball schon zurück in der alten Normalität vor Corona, oder gibt es noch Einschränkungen?

Ilzer:
"Zurück in der Normalität ist der Fußball noch nicht. Corona wird präsent bleiben, wir sollten nach wie vor sensibel damit umgehen. Ich hoffe trotzdem, dass wir eine Saison vor Zuschauern absolvieren können. Wir haben zuletzt einen Vorgeschmack darauf bekommen, wie sehr uns das gefehlt hat."

 

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'Rapid wird erster Salzburg-Jäger sein'
× 'Rapid wird erster Salzburg-Jäger sein'

Dominik Thalhammer (LASK)

APA: Wen sehen Sie als ersten Herausforderer von Salzburg in der Meisterschaft und warum?

Dominik Thalhammer: "Rapid. Sie haben es im letzten Jahr bewiesen, haben eine sehr, sehr gute Mannschaft und sich geschickt verstärkt."

APA: Wie lauten die Ziele und Erwartungen Ihrer Mannschaft?

Thalhammer: "Step by step, erstmal das obere Play-off erreichen. Der LASK war in den letzten drei, vier Jahren immer unter den Top vier, also dort sollte es wieder hingehen."

APA: Welche Auswirkungen erwarten Sie durch die Einführung des VAR?

Thalhammer: "Ich hoffe auf Verbesserungen. Es wird sicher Anlaufschwierigkeiten geben, aber ich glaube schon, dass der Fußball dadurch ein Stück weit gerechter wird. Ich bin schon sehr gespannt darauf."

APA: Wie beurteilen Sie das EM-Abschneiden des ÖFB-Teams?

Thalhammer: "Es war ein gutes Abschneiden, gegen den späteren Europameister haben sie eine sehr gute Leistung gebracht. Alles in allem denke ich, dass die Erwartungen erfüllt und vielleicht sogar ein bisschen übertroffen wurden."

APA: Ist der Fußball schon zurück in der alten Normalität vor Corona, oder gibt es noch Einschränkungen?

Thalhammer: "Corona stört schon noch. Es muss immer wieder getestet werden, es sind Masken zu tragen. Aber ich glaube, der Schritt der Zuschauerrückkehr ist ein toller, ein spannender Schritt und für die Spieler, Trainer und Betreuer auch unglaublich wichtig, weil das einfach der richtige Fußball ist, mit Fans."

 

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WAC-Trainer Robin Dutt beim Training
× WAC-Trainer Robin Dutt beim Training

Robin Dutt (WAC)

APA: Wen sehen Sie als ersten Herausforderer von Salzburg in der Meisterschaft und warum?

Robin Dutt: "Das werden sicherlich auch die sein, die schon letzte Saison oben dran waren - Rapid, der LASK, Sturm. Wobei Salzburg haushoch Favorit ist. Bei den anderen Mannschaften dahinter muss schon in einer Saison alles passen, und bei Salzburg eben nicht. Das ist so ähnlich wie in Deutschland bei Bayern München."

APA: Wie lauten die Ziele und Erwartungen Ihrer Mannschaft?

Dutt: "Der WAC war in den letzten Jahren außergewöhnlich erfolgreich, war in der Meistergruppe. Es war sicherlich nicht leicht, da hochzukommen. Aber wenn man eine Weile im Fußball ist, weiß man, es ist mindestens genauso schwer, da oben zu bleiben. Deswegen ist das so eine offene Zielsetzung. Wir wollen uns auf diesem Niveau stabilisieren."

APA: Welche Auswirkungen erwarten Sie durch die Einführung des VAR?

Dutt: "Ich habe ihn ja in Deutschland mitgemacht. Man wird sehen, dass man am Anfang in den Emotionen etwas eingeschränkt wird, weil man den natürlichen Torjubel auf den Lippen hat und dann merkt, dass am Ende doch viele Situationen routinemäßig überprüft werden. An diese Emotionskontrolle wird man sich gewöhnen müssen. Im Bereich Abseits werden wir eine fast hundertprozentige Verbesserung haben."

APA: Wie beurteilen Sie das EM-Abschneiden des ÖFB-Teams?

Dutt: "Sie haben einen hervorragenden Auftritt gehabt. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Sie sind so knapp ausgeschieden. Aber im Gegensatz zu den Deutschen hatte das ÖFB-Team einen positiven Abgang aus der Europameisterschaft mit einem sehr, sehr positiven Auftreten."

APA: Ist der Fußball schon zurück in der alten Normalität vor Corona, oder gibt es noch Einschränkungen?

Dutt: "Wir müssen immer noch Regeln einhalten. Wir haben noch Menschen, die erst geimpft werden müssen. Letztlich werden wir jeden Tag weiterhin damit konfrontiert. Also von Normalität kann noch keine Rede sein."

 

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Tirol-Trainer Thomas Silberberger
× Tirol-Trainer Thomas Silberberger

Thomas Silberberger (WSG Tirol)

APA: Wen sehen Sie als ersten Herausforderer von Salzburg in der Meisterschaft und warum?

Thomas Silberberger: "Sturm Graz finde ich heuer sehr spannend. Die waren letztes Jahr schon richtig stark und haben sich jetzt wirklich verstärkt. Sturm Graz ist für mich daher der erste Verfolger und dann Rapid Wien."

APA: Wie lauten die Ziele und Erwartungen Ihrer Mannschaft?

Silberberger: "Klassenerhalt! Letztes Jahr der sechste Platz, das war der historisch größte Erfolg in der alleinstehenden Vereinsgeschichte. Wer jetzt wieder davon träumt, da ist der Spielraum für Enttäuschungen sehr, sehr groß. Ich warne davor. Unser einziges Ziel darf der Klassenerhalt sein. Alles andere passiert."

APA: Welche Auswirkungen erwarten Sie durch die Einführung des VAR?

Silberberger: "Es ist höchste Eisenbahn, dass der VAR kommt bei uns. Wir haben jetzt eine Bandbreite, wo von 100 Entscheidungen 90 richtig sind und dann werden wir 97, 98 richtige haben. Es wird immer kritische Sachen geben, das hat man auch bei der EM gesehen. Aber grundsätzlich erwarte ich mir schon einen positiven Schub vom VAR."

APA: Wie beurteilen Sie das EM-Abschneiden des ÖFB-Teams?

Silberberger: "Man hat ein tolles Spiel geliefert gegen Italien. Das muss man sich vom österreichischen Nationalteam auch erwarten, weil man hat Top-Auslands-Legionäre. Die Pflicht ist erfüllt worden, nicht mehr und nicht weniger. Ich warne jetzt davor, das Ganze in den Himmel zu loben, weil in dieser Gruppe hast du weiterkommen müssen."

APA: Ist der Fußball schon zurück in der alten Normalität vor Corona, oder gibt es noch Einschränkungen?

Silberberger: "Jeder erfüllt sein Präventionskonzept. Das ist irgendwo schon komplett verinnerlicht von den Trainern und von den Spielern. Es wird spannend, was jetzt wieder mit den Zuschauern passiert. Aber grundsätzlich, mit den Tests zwei, drei Mal die Woche, das ist jetzt schon Standard."

 

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Hartberg-Coach Kurt Russ
× Hartberg-Coach Kurt Russ

Kurt Russ (TSV Hartberg)

APA: Wen sehen Sie als ersten Herausforderer von Salzburg in der Meisterschaft und warum?

Kurt Russ: "Ich glaube, dass Rapid und Sturm Graz die ersten Jäger sind. Der LASK auch vom Kader her, aber da weiß man noch nicht, wie das aufgehen wird. Ich denke, dass sie ein bisschen näher an Salzburg sind, und hoffe, dass Spannung reinkommen wird."

APA: Wie lauten die Ziele und Erwartungen Ihrer Mannschaft?

Russ: "Wir möchten um den sechste Platz spielen und uns mit der Qualifikation für die Meistergruppe vorzeitig Ruhe holen. Aber wir werden Zeit brauchen, um bei hundert Prozent zu sein, und brauchen noch zwei, drei Offensive, um diesen Platz wirklich anpeilen zu können."

APA: Welche Auswirkungen erwarten Sie durch die Einführung des VAR?

Russ: "Ich sehe es nur positiv. Es werden zwar Unterbrechungen sein, aber die Spieler und wir Trainer sollten die Schiedsrichter einfach in Ruhe arbeiten lassen. Der Fußball wird damit gerechter, das ist im Sinne des Sports."

APA: Wie beurteilen Sie das EM-Abschneiden des ÖFB-Teams?

Russ: "Man kann ihnen nur gratulieren. Beim letzten Spiel gegen Italien hat man gesehen, welches Potenzial diese Mannschaft hat, da muss man sagen: Hut ab! Aber wenn man sieht, wo unsere Spieler unter Vertrag stehen, dann darf man sich solche Leistungen öfter erwarten."

APA: Ist der Fußball schon zurück in der alten Normalität vor Corona, oder gibt es noch Einschränkungen?

Russ: "Ich hoffe einfach, dass die Leute zahlreich ins Stadion kommen und das so bleibt. Die Spieler erwartet wieder eine Umstellung, nachdem es jetzt viel ruhiger war. Ich denke, dass sie durch die Zuschauer 20 Prozent mehr Leistung bringen können. Der Druck von den Rängen kann positiv sein, kann manchmal natürlich auch negativ sein. Für uns Trainer bedeutet es, dass Systemumstellungen im Spiel wieder schwieriger werden. Aber wir wollen alle nicht mehr mit uns selber feiern und freuen uns auf die Rückkehr der Fans."

 

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Austria-Coach Manfred Schmid
× Austria-Coach Manfred Schmid

Manfred Schmid (FK Austria Wien)

APA: Wen sehen Sie als ersten Herausforderer von Salzburg in der Meisterschaft und warum?

Manfred Schmid: "Ich glaube, dass der eine oder andere Verein, der letzte Saison schon gute Leistungen erbracht hat, wieder vorne dabei ist. Sturm, Rapid haben sich gut verstärkt. Salzburg steht klar an oberster Stelle, egal wie viele Abgänge sie haben. Durch ihre Struktur können sie das auffangen. Die Frage ist, wie schnell sie sich wieder finden. Da sehe ich schon die Chance für andere, das auszunützen wie es 2013 bei Peter (Stöger; Anm.) und mir war."

APA: Wie lauten die Ziele und Erwartungen Ihrer Mannschaft?

Schmid: "Unser ganz klares Ziel ist die Entwicklung der Mannschaft, die Entwicklung der Einzelspieler, der Einbau junger Spieler. Es geht nicht um Platzierungen, auch wenn wir so weit rauf wie möglich wollen."

APA: Welche Auswirkungen erwarten Sie durch die Einführung des VAR?

Schmid: "Ich bin absolut der Meinung, dass der VAR den Fußball gerechter macht - wenn er richtig angewendet wird. Wenn eine Entscheidung sehr lange gedauert hat, war es zu Beginn sehr schwierig. Wichtig sind klare Regeln und dass schnell entschieden wird."

APA: Wie beurteilen Sie das EM-Abschneiden des ÖFB-Teams?

Schmid: "Ich sehe es sehr positiv. Die Leistung der Spieler war gut, man hat ein System gesehen, das oft funktioniert hat. Man hat Italien gefordert, man kann stolz sein. Aber das war auch keine Überraschung, wir haben Topspieler aus Deutschland im Team."

APA: Ist der Fußball schon zurück in der alten Normalität vor Corona, oder gibt es noch Einschränkungen?

Schmid: "Man muss weiter vorsichtig sein. Aber grundsätzlich belastet uns das nicht mehr. Das sind wie bei den Tests Abläufe, die bereits automatisiert sind. Ob die Rückkehr der Zuschauer die Leistungen der Spieler auf dem Platz beeinflusst, ist schwer zu sagen. Grundsätzlich freut es mich riesig, dass die Fans zurückkommen."
 

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Ried-Trainer Andreas Heraf
× Ried-Trainer Andreas Heraf

Andreas Heraf (SV Ried)

APA: Wen sehen Sie als ersten Herausforderer von Salzburg in der Meisterschaft und warum?

Andreas Heraf: "Natürlich wieder Rapid. Aufgrund der letzten Saison mit dem zweiten Platz, und jetzt mit den Zuschauern wieder im Stadion ist Rapid zuhause eine Macht. Und Sturm Graz schätze ich ebenfalls stark ein. Sie sind zusammengeblieben, haben eine klare Philosophie. Auch da spielen die Zuschauer eine Rolle."

APA: Wie lauten die Ziele und Erwartungen Ihrer Mannschaft?

Heraf: "Ich würde mir wünschen, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben."

APA: Welche Auswirkungen erwarten Sie durch die Einführung des VAR?

Heraf: "Natürlich mehr Gerechtigkeit im Fußball. Es wird alle Mannschaften mal treffen - im negativen wie im positiven Sinne. Es macht Sinn. Man hofft natürlich, dass es mehr zu seinen Gunsten ausgeht, aber es wird sich irgendwann die Waage halten."

APA: Wie beurteilen Sie das EM-Abschneiden des ÖFB-Teams?

Heraf: "Sie haben mit dem Überstehen der Gruppenphase Historisches geschafft und sind dann leider gegen Italien ausgeschieden. Wenn man sich den Rest der Europameisterschaft anschaut, dann waren unsere vielleicht noch am ehesten dran, die Italiener zu biegen. Wie wir wissen, ist Italien am Ende ganz oben auf dem Treppchen gestanden - es wäre also noch einiges mehr drinnen gewesen. Aber man muss der Mannschaft und dem Teamchef gratulieren."

APA: Ist der Fußball schon zurück in der alten Normalität vor Corona, oder gibt es noch Einschränkungen?

Heraf: "Da fragen Sie genau den Richtigen, nämlich den Trainer einer Mannschaft, die vor Kurzem noch acht Corona-Fälle hatte. Bei uns ist Corona noch omnipräsent, aber wir hatten gegenüber dem Rest der Bevölkerung den Vorteil, dass wir mit dem Präventionskonzept unsere Meisterschaft super durchziehen konnten und im letzten Spiel auch schon Zuschauer hatten, jetzt dürfen noch mehr rein. Also wir sind ziemlich da, wo wir vor Corona waren."

 

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Altcha-Trainer Damir Canadi
× Altcha-Trainer Damir Canadi

Damir Canadi (SCR Altach)

APA: Wen sehen Sie als ersten Herausforderer von Salzburg in der Meisterschaft und warum?

Damir Canadi: "Rapid Wien ist ein großer Konkurrent, der stabil mit seiner Mannschaft weiterspielt. Mal sehen, wie Red Bull wieder den Umbruch schafft. Sie haben es bis jetzt jedes Jahr super hingekriegt. Jedes Jahr glauben alle, jetzt geht was, und dann hat Salzburg wieder hervorragende Spieler, die sie in der Saison entwickeln. Rapid Wien und Sturm Graz haben die Möglichkeiten, das Ganze enger zu gestalten."

APA: Wie lauten die Ziele und Erwartungen Ihrer Mannschaft?

Canadi: "Wir haben doch einen größeren Umbruch getätigt und sehr viele junge Spieler dazu genommen, die wir entwickeln wollen. Daher fällt es mir jetzt schwer, vor der Saison zu sagen, welche Rolle wir in der Bundesliga einnehmen können. Wir wollen die Mannschaft stabilisieren, ihr eine DNA geben und sie körperlich und technisch-taktisch so entwickeln, damit der Verein stabil in der Bundesliga spielen kann."

APA: Welche Auswirkungen erwarten Sie durch die Einführung des VAR?

Canadi: "Für mich ist es nichts Neues. Ich war in den letzten fünf Jahren immer mit dem VAR beschäftigt, dort wo ich Trainer war. Ich bin ein Befürworter. Aber natürlich habe ich in Nürnberg selbst gespürt, wo wir vier Spiele sehr unglücklich verloren haben durch den VAR, dass dann auch meine Position gewackelt hat und auch zur Entlassung geführt hat. Mal schauen, wie wir das rüberkriegen im ersten Jahr."

APA: Wie beurteilen Sie das EM-Abschneiden des ÖFB-Teams?

Canadi: "Sehr positiv! Wir sind ausgeschieden gegen Italien. Wir haben Italien sehr gefordert und mit ein wenig Glück hätten wir das Spiel gewinnen können."

APA: Ist der Fußball schon zurück in der alten Normalität vor Corona, oder gibt es noch Einschränkungen?

Canadi: "Corona wird jetzt einfach da sein. Man wird sehen, was die Zukunft bringt. Wir haben gelernt, mit der Situation irgendwie umzugehen. Es war finanziell eine Riesen-Herausforderung in ganz Europa. Wir haben eine Erfahrung gemacht, die noch niemals da war. Die Zuschauer, die Emotionen fehlen. Aber natürlich fehlt den Vereinen auch dieses Geld, da weniger Zuschauer da waren als budgetiert."

 

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Admira-Coach Andreas herzog
× Admira-Coach Andreas herzog

Andreas Herzog (FC Admira)

APA: Wen sehen Sie als ersten Herausforderer von Salzburg in der Meisterschaft und warum?

Andreas Herzog: "Rapid und Sturm werden sicher wieder gut sein. Der LASK wird gut sein, denn mit Raguz haben sie einen wichtigen Spieler wieder zurück. Im Endeffekt sind aber die Salzburger wieder der Favorit. Bis jetzt immer ist es ihnen immer gut gelungen, die jungen Spieler einzubauen. Für die Liga muss man hoffen, dass es dieses Mal etwas länger dauern wird."

APA: Wie lauten die Ziele und Erwartungen Ihrer Mannschaft?

Herzog: "Wir haben eine sehr junge Mannschaft. Wir haben sehr viele spannende Spieler - die musst du als Trainer entwickeln. Sie sollen mit einer Freude, mit einer Leidenschaft ans Werk gehen. Ich hoffe, dass wir mit ganz hinten nichts zu tun haben werden."

APA: Welche Auswirkungen erwarten Sie durch die Einführung des VAR?

Herzog: "Es wird trotzdem diskutiert werden. Man hat auch bei der Europameisterschaft gesehen, dass manche Sachen nicht so funktionieren. Jeder Video-Schiedsrichter wird es ein bisschen anders auslegen, deshalb wird es mit einer einheitlichen Linie schwierig. Es gibt aber sicher wenige grobe Fehlentscheidungen."

APA: Wie beurteilen Sie das EM-Abschneiden des ÖFB-Teams?

Herzog: "Das Spiel gegen Italien war richtig stark, aber man ist halt ausgeschieden. Aber ich denke, dass Franco Foda mit seinen Burschen das Plansoll erfüllt hat, endlich mal über eine Gruppenphase hinauszugehen."

APA: Ist der Fußball schon zurück in der alten Normalität vor Corona, oder gibt es noch Einschränkungen?

Herzog: "Die letzten eineinhalb Jahre waren sehr schwierig für die Trainer, weil du nie gewusst hat, wann etwas passiert. Ich hoffe, dass es so lange wie möglich so bleibt, wie es jetzt ist. Beim Testen ist durch die 3G-Regel eine gewisse Erleichterung da."

 

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Klagenfurt-Trainer Peter Pacult lacht bei einer Trainingseinheit
× Klagenfurt-Trainer Peter Pacult lacht bei einer Trainingseinheit

Peter Pacult (SK Austria Klagenfurt)

APA: Wen sehen Sie als ersten Herausforderer von Salzburg in der Meisterschaft und warum?

Peter Pacult: "Ich sehe Rapid schon sehr, sehr weit vorne. Sie sind einfach schon sehr lange zusammen, kennen die Arbeit von Didi Kühbauer und haben das Potenzial schon die letzten Jahre gehabt. Wenn der Kader so bleibt, wie er jetzt ist, dann sehe ich Rapid schon als ernste Konkurrenz zu RB. Dort ist ein neuer Trainer, viele erfahrene Spieler sind weg."

APA: Wie lauten die Ziele und Erwartungen Ihrer Mannschaft?

Pacult: "Die Erwartungen sind, dass wir eine anständige Figur machen, dass wir uns gut präsentieren und dementsprechende Leistungen bringen. Und dass wir unser Ziel, sprich den Klassenerhalt, schaffen. Das wird sehr schwierig werden."

APA: Welche Auswirkungen erwarten Sie durch die Einführung des VAR?

Pacult: "Mit dem müssen wir umgehen. Das ist so entschieden worden, weil es viele andere Länder auch machen. Es wird nie eine hundertprozentig richtige Entscheidung geben. Für die Zuschauer wird es natürlich oft schwierig, weil die Situation erst fertig gespielt wird. Es wird dann immer Diskussionen geben, aber man muss es annehmen."

APA: Wie beurteilen Sie das EM-Abschneiden des ÖFB-Teams?

Pacult: "Sie haben das Minimalziel mit dem Aufstieg ins Achtelfinale erreicht, dort haben sie eine tolle Leistung gegen Italien gebracht. Im Endeffekt war es knapp, aber wir dürfen nicht vergessen, dass dieses Spiel schon der Leitfaden ist für die kommende Quali-Saison. Der Wermutstropfen ist vielleicht, dass Länder wie die Ukraine noch weiter gekommen sind."

APA: Ist der Fußball schon zurück in der alten Normalität vor Corona, oder gibt es noch Einschränkungen?

Pacult: "Das Allerwichtigste ist, dass die Stadien wieder gefüllt sind, dass wieder die Zuschauer kommen dürfen. Ich hoffe, es bleibt dabei, und wir erleben nicht wieder im Herbst eine Überraschung. Testen müssen wir sowieso weiter. Jeden zweiten Tag haben die, die noch nicht doppelt geimpft sind, ihren Test. Aber mit der 3G-Regel ist es ein bisschen leichter."