Für Red Bull Salzburg wird es aktuell jede Woche schlimmer. Statt großer Aufbruch mit Daniel Beichler ist der Meistertitel mittlerweile beinahe außer Reichweite und immer mehr Brandherde brechen aus. Die Bullen-Saison scheint zu kollabieren.
Dabei begann alles so wundervoll. Thomas Letsch wurde gegangen, der junge Daniel Beichler (37) sollte frischen Wind nach Wals-Siezenheim bringen - und das tat er. Das 5:1 gegen Titel-Mitfavoriten LASK war ein Statement der alten Bullen-Schule. Energie, Pressing, Tore. Und dann plötzlich Stille.
Vor allem vor dem Tor, vier Spiele blieb man ohne Treffer. Die Offensive zeigt sich mittlerweile, doch die defensive Stabilität ging flöten. Beichler scheint zu probieren, wechselte bereits zweimal das Spielsystem. Doch einen Sieg gab es nur gegen Hartberg (2:1), die Revanche des LASK (3:2) am Wochenende warf die 18. Salzburger Meisterschaft weit nach hinten. Stattdessen scheint Salzburg auseinanderzubrechen.
Kjaergaard außen vor, Bischoff suspendiert
Denn hinter den Kulissen brodelt es, immer mehr Krisenherde dringen nach außen. So wurde nun Clement Bischoff suspendiert. Der Däne bekommt seit März und auch weiterhin keine Einsätze, muss sogar Einzelprogramme abseits des Mannschaftstrainings absolvieren. Der genaue Grund kann nur gemunkelt werden, dem Vernehmen nach soll aber ein Streit mit dem Trainer eskaliert sein.
Doch der 20-Jährige ist nicht der einzige. Zwar ist Maurits Kjaergaard mittlerweile wieder zurück im Team, doch auch er wurde an die Seitenlinie verbannt: Seit November nur einmal in der Startelf. Hier berichteten die "Salzburger Nachrichten" von einer Ablehnung eines Wintertransfers zu RB Leipzig. Die Verantwortlichen zeigten sich gar nicht glücklich, wieder musste ein Däne darunter leiden. Immerhin scheint der 22-Jährige wieder ins Team zurückgefunden zu haben.
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Warten auf Titel geht weiter
All diese Probleme machen aber die größte Krise noch schwerer erträglich: Salzburg ist seit unglaublichen drei Jahren ohne Titel, das gab es in der Ära Red Bull noch nie. Auf den ÖFB-Cup wartet man seit 2022 und auch die erste Meisterschaft scheint außer Reichweite. Der Supercomputer gibt ihnen nur mehr eine Chance von 12 Prozent für den Meisterteller.
Fünf Punkte Rückstand auf Leader Sturm Graz sind machbar, mit dem Liga-Doppel gegen die Wiener Austria wartet nun immerhin einer der Lieblingsgegner, doch auch das letzte Duell mit den Veilchen Anfang Februar ging verloren.
Sportchef Marcus Mann hat hinter den Kulissen einige Feuer zu bekämpfen, wobei diese mehr schlecht als recht hinter diesen Kulissen bleiben. Folgt eine weitere verkorkste Spielzeit, könnte der nächste Umbruch in Wals-Siezenheim anstehen.