Sturm wirft Rapid in Play-off-Thriller raus

Liga-Play-off

Sturm wirft Rapid in Play-off-Thriller raus

Sturm trotz 0:1-Heimpleite gegen Rapid im Europacup.

Sturm Graz gewinnt den Play-off-Thriller um Europa und schafft den Aufstieg im Liga-Play-off gegen Rapid. Die Mählich-Elf verlor zwar das Rückspiel gegen die klar dominierenden Gäste aus Wien mit 0:1, ist nach dem 2:1-Auswärtssieg von Donnerstag aufgrund der Auswärtstorregel aber weiter und darf in der Qualifikation für die Europa League spielen

Sturm startet Ende Juli in der 2. Runde der Europa-League-Qualifikation. Rapid ist kommende Saison wie zuletzt 2017 nicht im internationalen Geschäft vertreten.

Beim Schlusspfiff vor etwas mehr als 9.300 Zuschauern gab es ob der sechsten Heimniederlage in Folge von Sturm dennoch Pfiffe von den Heim-Fans. Freude kam bei der Mannschaft von Roman Mählich nicht wirklich auf. Rapid, das sich die Chance auf den Europacup über die Qualifikationsgruppe erkämpft hatte, verpasste nach 2017 zum zweiten Mal in drei Saisonen das internationale Geschäft. Der Sturmlauf der Elf von Dietmar Kühbauer blieb unbelohnt.

Rapid läuft an und trifft nicht

Die Wiener mussten im letzten Saisonspiel der neuen Zwölferliga nicht nur auf ein, sondern auf zumindest zwei Treffer hoffen, um die Wende erzwingen zu können. Philipp Schobesberger und Christoph Knasmüllner wirkten vorerst nicht mit, Kühbauer ortete Verschleißerscheinungen beim Offensivduo. So agierte Boli Bolingoli links außen weiter vorne, Andrej Ivan rückte in die Startelf. Bei Sturm wurde notgedrungen in der Abwehr umgestellt. Markus Lackner begann in der Innenverteidigung, da Dario Maresic erkrankt ausfiel und Anastasios Avlonitis kurioserweise seine Hochzeit in Athen am Wochenende angesetzt hatte.

In Graz-Liebenau agierte vorerst nur Rapid. Die Grünweißen wurden von rund 1.000 Anhängern unterstützt, Sturms Fankurve hingegen setzte im vielleicht wichtigsten Saisonspiel den Stimmungsboykott durch und schwieg. Viele Ballfehler prägten die Partie. Kamen von Sturm nur weite Bälle, versuchten die Gäste ihr Glück über die Flanken. Nach einer Viertelstunde war Rapid der Führung nahe, Aliou Badji konnte einen Kopfballverlängerung nach einem Eckball aus kurzer Distanz aber nicht verwerten. Bolingoli zwang Jörg Siebenhandl danach zu einer Flugeinlage (30.), der starke Sturm-Keeper parierte auch einen Murg-Flachschuss mit dem Fuß (33.).

Rapid wird Elfer vorenthalten

Sturm schoss erst in der 42. Minute durch Otar Kiteishvili erstmals aufs gegnerische Tor. Keine Minute später wurde Rapid belohnt: Stefan Schwabs Flanke bugsierte Spendlhofer an seinem 26. Geburtstag vom vor ihm springenden Badji irritiert mit der Schulter ins eigene Tor. Die Grazer trabten in Folge mit hängenden Köpfen in die Kabine, auch wenn Mählich sichtlich bemüht war, seine Schützlinge aufzumuntern. Sturm-Präsident Christian Jauk sah im Sky-Pauseninterview "wahnsinnig viel Angst" bei den Hausherren.

Sturm startete engagierter in die zweite Spielhälfte, das Spiel nahm Fahrt auf. Schwab zog nach einem Eckball aus dem Hinterhalt ab, der Ball traf die Faust des eingewechselte Emeka Eze, was zu heftigen grünweißen Elfer-Reklamationen führte (58.). Schiedsrichter Robert Schörgenhofer winkte jedoch ab. Sturm zog sich daraufhin wieder weiter zurück. Kiteishvili sorgte nach einem Sololauf zumindest für ein Lebenszeichen der Steirer.

Bei Rapid war nach etwas mehr als einer Stunde neben Knasmüllner auch Schobesberger im Spiel. Im Mittelpunkt standen fortan die Torhüter. Siebenhandl tauchte erfolgreich bei einem Schwab-Volley ab (72.), auf der Gegenseite ließ Eze die beste Möglichkeit des Spiels aus: Der Angreifer hatte nach einer schönen Kombination über Kiteishvili und Mensah das Gehäuse vor sich, schoss aber den sich breitmachenden Strebinger an (75.). Was folgte war ein Rapid-Sturmlauf Richtung Grazer Tor. Die Grazer verteidigten das Ergebnis aber über die Zeit.

Österreichs Europacup-Starter und wann sie einsteigen

Sturm Graz hat sich am Sonntag im Play-off gegen Rapid das fünfte und letzte österreichische Ticket für die kommende Fußball-Europacup-Saison gesichert. Ein Überblick über die heimischen Europacup-Starter und darüber, wann sie in der kommenden Saison ins internationale Geschäft einsteigen:

Red Bull Salzburg - Gruppenphase Champions League (Auslosung 29. August) - Auftakt 17./18. September

LASK - 3. Qualifikationsrunde Champions League (Auslosung 22. Juli) - Auftakt 6./7. August => bei Aufstieg wäre für den Einzug in die Champions-League-Gruppenphase noch eine weitere Runde (Play-off) zu überstehen, bei Ausscheiden in einer der beiden Runden Wechsel in die Gruppenphase der Europa League

Wolfsberger AC - Gruppenphase Europa League (Auslosung 30. August) - Auftakt 19. September

FK Austria Wien - 3. Qualifikationsrunde Europa League (Auslosung 22. Juli) - Auftakt 8. August => bei Aufstieg wäre für den Einzug in die Europa-League-Gruppenphase noch eine weitere Runde (Play-off) zu überstehen

SK Sturm Graz - 2. Qualifikationsrunde Europa League (Auslosung 19. Juni) - Auftakt 25. Juli => bei Aufstieg wären für den Einzug in die Europa-League-Gruppenphase noch zwei weitere Runden zu überstehen