Guardiola: "Bin hier, um zu gewinnen"

Bayern München

Guardiola: "Bin hier, um zu gewinnen"

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Spanischer Star-Trainer fiebert erstem Training am Mittwoch entgegen.

Kabine, Trainerbank, Vereinsgelände - überall durfte Star-Coach Pep Guardiola schon einmal Bayern -Luft schnuppern. Nun muss er noch das Wichtigste kennenlernen: Seine Spieler. "Ich habe sie mehrere Male gesehen, aber das ist etwas anderes. Wir werden am Mittwoch anfangen, ich hoffe, dass alles gut wird", sagte der 42-Jährige mit Blick auf den Trainingsstart am Mittwoch (17.00 Uhr) in der Allianz Arena.

"Hier musst du immer gewinnen"
"Es ist eine große Herausforderung für mich. In diesem großen Verein musst du immer gewinnen, musst du immer gut spielen. Es gibt keine Zeit", verriet er dem vereinseigenen Internet-TV in einem Interview im Heiligtum der Mannschaft, der Kabine. "Du musst immer gewinnen und deshalb bin ich hier."

Training vor Rekordkulisse
Jeweils 25.000 Zuschauer werden an diesem Mittwoch und Donnerstag in der Arena dabei sein, wenn der neue Trainer das Team um die Kapitäne Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger zum ersten Aufgalopp für die Saison 1 nach dem Triple um sich schart.

Teamspieler fehlen noch
Bei den zwei Schau-Einheiten auf dem Rasen, auf dem Guardiola sich am Montag schon ein paar Pässe mit zwei Kindern und dem Club-Maskottchen Berni zuspielte, werden nach Vereinsangaben vom Dienstag 16 Profis teilnehmen. Dante, Luiz Gustavo und Javi Martinez fehlen wegen des Confed Cups. Die verletzten oder rekonvaleszenten Holger Badstuber und Mario Götze zählen ebenfalls zu den Abwesenden wie der noch urlaubende ÖFB-Teamspieler David Alaba.

Guardiola gibt sich demütig
Der Weltruf Guardiolas eilt ihm voraus, bei Lahm, Schweinsteiger & Co. wurde in den vergangenen Wochen immer wieder die Hochachtung vor dem neuen Chef ausgedrückt. Der neue Bayern-Coach klang bei der Nachfrage nach seinen Taktik-Vorhaben dagegen fast devot. "Ich muss mich an die hohen Qualitäten unserer Spieler anpassen. Der Fußball gehorcht den Spielern, nicht dem Trainer", erklärte er. "Ich möchte nicht einfach Dinge ändern, nur um etwas zu verändern."

Neue Situation

Zudem muss sich Guardiola bei einer Aufgabe der anderen Art erst einmal selbst zurecht finden. Denn anders als 2007 mit Barcelona B übernehme er keinen Absteiger, anders als mit dem FC Barcelona 2008 keine Mannschaft, die gerade mit 18 Punkten Rückstand abgeschlagen hinter Meister Real Madrid landete, erklärte er.

Pep beim FC Bayern vorgestellt



"Jetzt ist es komplett anders. Ich übernehme eine Mannschaft, die in der letzten Saison außergewöhnlich gespielt und vier Titel gewonnen hat", sagte der 42-Jährige und erwartet in der Kennenlern-Phase wenige freie Minuten. "In den nächsten sechs Monaten werde ich an der Säbener Straße wohnen."

Wenige Wechsel geplant
Anders wird Guardiola bei seiner ersten Auslandsstation als Trainer wohl auch mit den Stars im Kader verfahren. Vor fünf Jahren verließen Ronaldinho und Deco Barca direkt, ein Jahr später auch Samuel Eto'o den Club. "Ich glaube, wenn eine Mannschaft vier Titel gewonnen hat, müssen wir weniger Wechsel machen", betonte Guardiola. Erwartet wird allerdings der Abgang von Mario Gomez, der sich mit Fiorentina einig sein soll.

Nachwuchs soll Chance bekommen
Gleichzeitig machte Guardiola dem Bayern-Nachwuchs Hoffnung. Wie Barcelona hätten auch die Bayern eine sehr gute Nachwuchsarbeit, hob der anerkannte Jugendförderer hervor. "Ich bin mir sicher, dass Bayern München gute, junge Spieler hat. In New York aber konnte ich nur wenige Informationen über diese Spieler sammeln."

Auf eine Taktikdiskussion ob 4-2-3-1 oder 4-3-3, ein 3-5-2 oder gar 3-6-1 und welche Rolle Wunschspieler Mario Götze spielen werde, ließ sich der katalanische Fußball-Fachmann bisher nicht ein. "Das System ist egal", hob der Freund des Angriffsfußballs hervor.

Das ist Josep "Pep" Guardiola

Josep Guardiola ist der neue Trainer des FC Bayern München. Ein im Fußballgeschäft bekannter Mann. Für viele ist er mehr als Trainer eine Lichtgestalt, wobei erwähnt werden sollte, dass Guardiola als Spieler ebenso genial agierte, wie an der Seitenlinie.

Für das spanische Nationalteam spielte er zwischen 1992 und 2001 in 47 Partien und erzielte dabei 5 Tore. Höhepunkt: Der Olympiasieg 1992 gegen Polen. Gegen Österreich spielte er zweimal innerhalb der Qualifikation für die EM 2000 und war auch beim 9:0-Erfolg Spaniens in Valencia mit von der Partie.

Seine Spielerkarriere startete Guardiola beim FC Barcelona. Er gab Ende des Jahres 1990 sein Profi-Debüt beim FCB. Als Spieler gewann er auf internationaler Ebene 1992 den Europapokal der Landesmeister und 1997 den Cup der Cupsieger. Nationale holte er mit Barca 6 Meisterschaften, 2 Pokalsiege und einmal den Supercup.

Nach elf Jahren als Profi des FC Barcelona wechselte er 2001 nach Italien und kam zunächst für eine Saison bei Brescia unter (spielte dort mit dem jetzigen Sturm-Coach Markus Schopp zusammen) und ging dann zu AS Roma. Zwischen 2003 und 2005 ließ er seine Spielerkarriere bei Al-Ahli in Katar ausklingen.

Als Trainer betreute er zunächst 2007/2008 FC Barcelonas B-Team. 2008 wurde er mit der Betreuung der Topelf beauftragt. Es sollte eine vierjährige Erfolgs-Story werden.

Für Guardiola sind die Jahre 2009 und 2011 die erfolgreichsten Spielzeiten. In diesen Jahren gewann FC Barcelona die Champions League, den Supercup und den Klub-Weltmeistertitel.

Guardiola stieg innerhalb kürzester Zeit vom "Nobody"-Trainer zum Top-Coach auf. Mit Barca konnte er sich mit Top-Kollegen wie Mourinho, Ferguson oder Wenger messen.

Als Trainer von Barcelona gewann er 2009, 2010 und 2011 die Meisterschaft und den Supercup. 2009 und 2012 bejubelte man den nationalen Cuptitel. Mitte des Jahres 2012 gab Guardiola bekannt, dass er seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bei Barcelona nicht mehr verlängern werde.

Guardiola ist einer von sieben Trainern, die das europäische Triple gewinnen konnte. 2009 schaffte er dann den Rekord: Das Sextuplet (Meisterschaft, Pokalsieg, Supercup, europäischer Supercup, Championsleague und FIFA Club-Weltmeisterschaft).

2009 und 2011 wurde er zum Welt-Klubtrainer gekührt.

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