Jetzt spricht 'Rapid-Hooligan'

"Ich sprang auf die Austria-Fans"

Sein Auftritt wurde zum Youtube-Hit. Er brach sich Fuß, als er Buben half.

 Im Internet wurde Philip H. als der Rapid-Hoolingan bekannt. Er soll beim Anmarsch der Austria-Fans am Sonntag zum Derby im Hanappi-Stadion aus einem Haus auf die gegnerischen Fans gestürzt sein. Diese Version bestätigte auch die Polizei. Doch der 30-Jährige selbst sieht das ganz anders: „Ich bin kein Rapid-Hooligan und ich bin auch nicht gestürzt, sondern gesprungen. Ich wollte zwei jungen Burschen aus meiner Nachbarschaft helfen, die angegriffen wurden. Mir ging es nicht um einen Fußballverein“, sagt er im Gespräch mit ÖSTERREICH.



Wie berichtet, marschierten Austrianer Sonntagnachmittag geschlossen von der U-Bahn-Station Ober St. Veit in Richtung Stadion. In der Deutschorden-
Straße, Ecke Keißlergasse (Wien-Hütteldorf) kam es zu dem Fenstersturz, der unter den Wiener Fußballfans für lautes Gelächter sorgte.

Fenster-Springer kam mit Rettung ins Krankenhaus

Philip H. sprang aus dem Fenster der Wohnung im Erdgeschoss und landete mitten in den Austria-Fanmassen. Polizisten halfen ihm hoch und riefen die Rettung, denn der Wiener hatte sich schwer am Fuß verletzt. Er kam ins Spital.


Philip H. im Interview: "Habe Burschen verteidigt"

ÖSTERREICH: Herr H., wie geht es Ihnen jetzt?
Philip H.: Es geht mir gut, aber mein Fuß schmerzt. Mittelfußknochen und Fersenbein sind gebrochen. Eine Operation wäre zu kompliziert, jetzt muss ich zwölf Wochen einen Gips tragen.

ÖSTERREICH: Laut Polizei sind Sie aus dem Fenster gestürzt, stimmt das?
Philip H.: Nein, ich bin raus gesprungen.

ÖSTERREICH: Wieso denn?
Philip H.: Ich hab gesehen, wie ein paar Typen auf zwei junge Burschen aus meiner Nachbarschaft losgegangen sind. Ich habe geschrien: „Hört auf!“ Da haben sie mich mit Bierdosen beworfen.

ÖSTERREICH: Haben Sie sich dadurch so provoziert gefühlt, dass Sie sprangen?
Philip H.: Ich wollte nur den Streit schlichten und den Burschen helfen. Die sind ja erst um die 12 Jahre alt.

ÖSTERREICH: Sind Sie denn ein Rapid-Fan?
Philip H.:  Ich bin hier in Hütteldorf aufgewachsen. Es ging mir aber nicht um die Fußballmannschaft. Ich würde zum Beispiel auch zwei Austrianern helfen, wenn Rapidler auf sie losgehen würden. Ich würde jedem helfen, egal von welchem Verein er oder sie Fan ist.

ÖSTERREICH:
Was ist nach dem Sprung passiert?
Philip H.:  Die Polizei war sofort da und hat mir aufgeholfen. Die Beamten haben mich abgeschirmt und die Rettung gerufen. Ich bin ins AKH eingeliefert worden.

ÖSTERREICH:
Und was haben die Austria-Fans gemacht?
Philip H.:  Ich glaube, die haben mich nur ausgelacht.

ÖSTERREICH: Hatten Sie Angst?
Philip H.: Wäre die Polizei nicht da gewesen, hätte ich Angst gehabt. Viele dachten, ich bin ein Rapid-Hooligan – das bin ich aber nicht.

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