Sammer

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Bizarre Enthüllung um Ex-FCB-Sportchef

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In deutschen Medien wird Sammers Vergangenheit durchleuchtet.

Matthias Sammer ist in der früheren DDR geboren, aufgewachsen und als Fußballer groß geworden. Bei Dynamo Dresden kickte er bis zur deutschen Wiedervereinigung 1990. Über Stuttgart und Inter Mailand landete der Mittelfeldspieler nach drei Jahren in Dortmund, gewann die Champions League, wurde mit Deutschland Europameister.

Sammer machte Karriere als Spieler, als Trainer, danach als Sportdirektor beim DFB und FC Bayern. Er gehörte zu den wenigen Günstlingen im Osten. Nicht ohne Grund, wie die Sport Bild berichtet. Denn: 1987 war er einem Wachregiment der berüchtigten Stasi, dem Ministerium für Staatssicherheit in der DDR, beigetreten.

"Die Spieler von Dynamo wurden generell dem Wachregiment zugeteilt. Wichtig ist zu wissen: Dynamo-Chef war damals Erich Mielke (Anm.: Minister für Staatssicherheit)", erklärt Sammer auf Nachfrage: "Wenn du für Dynamo Fußball gespielt hast, musstest du zunächst in die Volkspolizei eintreten. Als dann die Armee-Zeit anstand, musstest du die nächste jeweilige Organisationsform annehmen, wenn Du weiterhin Fußball spielen wolltest. Bei Dynamo Dresden war es das Wachregiment 'Feliks Dzierzynski'. Es war im Prinzip ein Alibi, um keinen aktiven Wehrdienst leisten zu müssen."

"Wäre das Karriereende gewesen"

Letztlich stand er in jungen Jahren vor der Entscheidung: Fußball oder Verweigerung. "Ich hätte mich verweigern können, daraufhin den normalen Wehrdienst absolvieren müssen, was bedeutet hätte: Ich hätte Dynamo Dresden verlassen müssen“, betont Sammer. "Grundsätzlich wäre es mit dem Fußball für mich erstmal vorbei gewesen, was einem Karriereende bei den damaligen Verhältnissen gleichgekommen wäre."

Der heute 50-Jährige spricht offen von den "Zwängen, denen du dich nicht entziehen konntest. Das war natürlich traurig und ein Bestandteil eines falschen Systems. Und: Es war auch alternativlos." Sonst wäre Sammer womöglich nie deutscher Fußballer des Jahres und gefragter TV-Experte geworden.

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