Das Derby zwischen den Erzrivalen Slavia Prag und Sparta Prag endete am Samstagabend im Chaos. Beim Stand von 3:2 für Slavia in der siebten Minute der Nachspielzeit stürmten zahlreiche Anhänger den Rasen, obwohl nur noch rund drei Minuten zu spielen waren.
Dabei wurden offenbar gezielt Bengalos in Richtung des Sparta-Blocks geworfen, was zum sofortigen Abbruch der Partie führte. Zudem gab es Berichte über Gewalt gegen Spieler der Gäste, die das Stadion nach dem Vorfall umgehend mit dem Bus verließen.
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Slavia-Vereinspräsident Jaroslav Tvrdik fand nach den Ausschreitungen deutliche Worte und sprach auf der Webseite des Klubs von einer „Schande“. Er räumte ein, dass keine mildernden Umstände geltend gemacht werden können, da die eigenen Anhänger das Spiel vorzeitig unterbrochen hatten. „Der Gegner meldete einen Angriff auf ein oder zwei Spieler. Ich denke, es war gerechtfertigt, dass das Spiel abgebrochen wurde“, so der 57-Jährige. Die Spieler von Slavia hätten zudem signalisiert, in einer ähnlichen Lage wie Sparta genauso gehandelt zu haben.
Disziplinarausschuss der Liga
Der Klub muss nun mit harten Sanktionen durch den Disziplinarausschuss der Liga (LFA) rechnen. Da die Störung durch das Verschulden der Slavia-Fans verursacht wurde, geht Tvrdik von einer Wertung zu Ungunsten seines Vereins aus. Dies würde den Kampf um die tschechische Meisterschaft massiv beeinflussen und die Ausgangslage für den amtierenden Meister extrem erschweren. Der Präsident betonte: „Wir müssen damit rechnen. Unsere Situation im Titelkampf ist dadurch extrem schwierig geworden.“
„Wir können uns nur entschuldigen“
Angesichts der Vorfälle zeigte sich die Vereinsführung sichtlich getroffen. Jaroslav Tvrdik nutzte die Stellungnahme für eine mehrfache öffentliche Abbitte bei allen Beteiligten. „Wir können uns nur entschuldigen“, erklärte der Präsident des tschechischen Klubs abschließend. Die Hoffnung auf eine vorzeitige Meisterfeier im Rahmen des Derbys ist durch den Eklat am Samstag vorerst komplett zunichtegemacht worden.
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