Es war der emotionalste Abend seiner Karriere. Hansi Flick feierte mit dem FC Barcelona den Meistertitel – und trauerte gleichzeitig um seinen verstorbenen Vater.
Nur Stunden vor dem Clásico gegen Real Madrid hatte der deutsche Erfolgscoach die tragische Nachricht erhalten. Trotzdem entschied sich der 61-Jährige, beim wichtigsten Spiel der Saison an der Seitenlinie zu stehen. Seine Mannschaft dankte es ihm eindrucksvoll. Mit einem souveränen 2:0 gegen den Erzrivalen machte Barca den Titel vorzeitig perfekt. Marcus Rashford sorgte mit einem Traum-Freistoß früh für die Führung (9.), Ferran Torres erhöhte wenig später auf 2:0 (18.). Drei Runden vor Schluss sind die Katalanen mit 91 Punkten nicht mehr einzuholen. Real Madrid bleibt mit 77 Zählern nur Rang zwei, ÖFB-Star David Alaba saß erneut auf der Bank.
Flick kämpft nach Schlusspfiff mit den Tränen
Schon vor dem Anpfiff war die Stimmung im Camp Nou außergewöhnlich. Beide Teams liefen mit Trauerflor auf, dazu gab es eine bewegende Gedenkminute für Flicks Vater. Tausende Fans erhoben sich von ihren Sitzen, danach hallten „Flick“-Sprechchöre durchs Stadion. Selbst Real-Star Jude Bellingham nahm den Barca-Coach in den Arm. Nach dem Schlusspfiff brachen bei Flick endgültig alle Emotionen heraus. Während ihn seine Spieler jubelnd in die Höhe warfen, kämpfte der Deutsche sichtbar mit den Tränen. „Es war ein harter Tag für mich“, sagte Flick bei DAZN. „Meine Spieler waren unglaublich. Es ist wie eine Familie. Sie haben heute alles gegeben. Ich bin wirklich stolz Sie haben heute auch für mich und meinen Vater gespielt.“
Für Barcelona war es der 29. Meistertitel der Klubgeschichte – und bereits der zweite Liga-Triumph in Folge unter Flick. Insgesamt war es für den Deutschen bereits der vierte Meistertitel als Trainer nach seinen Erfolgen mit Bayern München, mit denen er 2020 auch das Triple gewann – und wohl der emotionalste Triumph seiner Karriere.
»Real kommt immer zurück«
Die "Königlichen" hingegen mussten sich nach der Blamage bei den eigenen Fans rechtfertigen. "Wir verstehen ihre Frustration, ihre Enttäuschung und wie unzufrieden sie mit dieser Saison sind", sagte Trainer Alvaro Arbeloa, der den Abwärtstrend nach der Entlassung seines Vorgängers Xabi Alonso im Jänner nicht stoppen konnte. "Real Madrid kommt immer zurück. Wir sind schon oft am Boden gelegen und oft wieder aufgestanden", ergänzte Arbeloa, dessen Zukunft auf der Real-Trainerbank offen ist. In der Champions League waren die Madrilenen im Viertelfinale nach zwei Niederlagen gegen die Bayern gescheitert.