Maccabi Tel Aviv - LASK

Conference League

'Gieriger' LASK bei Maccabi Tel Aviv um Gruppensieg

Linzer mit Sieg-Anspruch nach Israel - Wieland: "Intensität hochhalten" - Platz eins würde LASK Zwischenrunde ersparen

Bauchweh in der Fußball-Bundesliga, umso mehr Hunger in der Conference League: Der LASK peilt am Donnerstag (21.00 Uhr/live Sky) im Duell bei Maccabi Tel Aviv Platz eins in seiner Gruppe an, der den Linzern zwei Spiele in der K.o.-Runde ersparen würde. "Unser Anspruch ist, nach Israel zu fliegen, um dort zu gewinnen", erklärte Trainer Andreas Wieland vor dem Abflug am Mittwoch.

In der vorletzten Runde von Gruppe A muss die Entscheidung um den Poolsieg fallen, können doch weder Alashkert (0 Punkte) noch HJK Helsinki (3) zu den beiden anderen Teams, die bei jeweils 10 Zählern halten, aufschließen. Das Hinspiel in Klagenfurt endete 1:1, ein Sieg würde dem LASK in jedem Fall vorzeitig Platz eins bescheren. Den Aufstieg in die K.o.-Phase hat man schon seit der vierten Runde sicher, mit dem Gruppensieg würde man aber direkt ins Achtelfinale (März) aufsteigen und sich die Zwischenrunde (Februar) gegen einen Europa-League-Dritten ersparen. Von der UEFA gäbe es - abgesehen von den 500.000 Euro Prämie für die drei Punkte in Tel Aviv - auch einen doppelt so hohen Bonus: 650.000 statt 325.000 Euro.

Hexenkessel in Tel Aviv erwartet

Und das ist auch das klare Ziel der Oberösterreicher. "Es ist ein Endspiel, die Motivation ist groß", gab Wieland zu Protokoll. Maccabi ist klarerweise der härteste der Gruppengegner, das war schon im Hinspiel zu sehen, bei dem man dennoch zwei Punkte eigentlich verschenkte. "Wir sind uns bewusst, dass uns eine qualitativ gute Mannschaft gegenübersteht und auch frenetische Fans", sagte Wieland im Hinblick auf das 30.000er-Boomfield-Stadion. Weil sich Maccabi Ende Oktober vom niederländischen Coach Patrick van Leeuwen trennte und interimistisch durch Barak Itzhaki ersetzte, erwartete Wieland "gewisse Änderungen, an der Spielanlage hat sich aber recht wenig verändert".

In Tel Aviv kommt es zum Duell einer heim- mit einer auswärtsstarken Europacuptruppe. Maccabi hat vor eigenem Publikum alle fünf internationalen Partien (inkl. Qualifikation) gewonnen, der LASK reüssierte in der Fremde in allen vier Spielen (Vojvodina, St. Johnstone, Helsinki, Alashkert) - und das jeweils ohne Gegentor. "Wir fahren nicht auf Urlaub nach Tel Aviv und sind sehr gierig auf Platz eins", stellte auch Mittelfeldmann Lukas Grgic klar.

Michorl, Filipovic und Raguz fehlen

Im Vergleich zum heimischen Parkett muss für den Erfolg freilich eine Leistungssteigerung her. Trotz Systemumstellung von Dreier- auf Viererkette hat der LASK noch nicht richtig Tritt gefunden, beim jüngsten 3:3 gegen Sturm Graz schenkten Alexander Schlager und Co. eine 3:0-Führung noch her. Wieland sah in der zweiten Hälfte nicht nur spielerische Probleme. "Da geht es auch um Körpersprache und Mentalität, das möchte ich einfach nicht mehr sehen", betonte der 38-Jährige. "Wichtig wird sein, dass wir die Intensität über das gesamte Spiel halten können."

Wie schon gegen Sturm nicht an Bord waren am Mittwoch Mittelfeldregisseur Peter Michorl nach einer Corona-Erkrankung sowie Verteidiger Petar Filipovic nach seiner Hüft-Operation. Stürmer Marko Raguz ist noch nicht matchfit.