Krankl nimmt sich Rapid zur Brust

Große Krise

Krankl nimmt sich Rapid zur Brust

ÖSTERREICH-Chefanalytiker Hans Krankl sagt, was sich bei Rapid ändern muss.

Die Krankl-Analyse. Ich verstehe, dass die Rapid-Fans wütend sind. Sie haben ein ganz feines Gespür. Die leiden mit und sehen, dass es bei Rapid hinten und vorne nicht mehr stimmt.

Diese Anhänger kann man nicht für dumm verkaufen. Die tragen nicht brav ihr Geld ins Stadion und rufen „Bravo“, wenn die Mannschaft so schlechte Partien wie zuletzt abliefert. Irgendwann ist Schluss. Und dieser Zeitpunkt ist jetzt erreicht.

Ich vermisse Herz, Einsatz, Willen und Leidenschaft
Ich nehme einmal die Spieler in die Pflicht: Manche kapieren einfach nicht, was es bedeutet, das grün-weiße Trikot zu tragen. Als Rapidler gibt es nur eine Devise: Blut, Schweiß und Tränen! Ich vermisse die Leidenschaft. Ich vermisse den hundertprozentigen Einsatz. Ich vermisse das Herz. Ein Lionel Messi bringt auch nicht immer Höchstleistungen. Aber er haut sich immer voll rein.

Sooo schlecht ist diese Truppe auch nicht, dass sie 20 Punkte hinter der Austria liegt und gegen neun Wolfsberger keinen Treffer erzielt. Nüchtern betrachtet: In Rapids Defensive passieren zu viele Fehler, und in der Offensive fehlt die Kreativität.

Von Boskovic habe ich bisher nichts gesehen
Steffen Hofmann ist nicht in Topform. Er ist eben auch nur ein Mensch. Branko Boskovic hat bisher nichts gezeigt. Gut, er ist lange weg gewesen, hat in den USA gespielt. Ich weiß nicht, was Boskovic dort gemacht hat …

In allen Bereichen gehört jetzt frischer Wind hinein
Trainer Peter Schöttel kennt das Geschäft. Profifußball ist knallhart. Wenn du gewinnst, bist du der Messias. Wenn du verlierst, bist du oft schneller weg, als du denkst. Da helfen auch langfristige Verträge nichts … Die Wahrheit ist: Schöttel kann sich nur mit Siegen retten.

Im Moment gleicht der ganze Verein einer riesigen Baustelle. Da gehört unbedingt frischer Wind rein – in sämtlichen Bereichen. Irgendwie ist alles so verschimmelt. Wie das Hanappi-Stadion. Und die Geschichten, die von den Verantwortlichen erzählt werden, haben einen langen Bart. Geschwätz! Die Fans können das nicht mehr hören. Ich auch nicht.