"Uns fehlt noch die Effizienz"

Teamspieler selbstkritisch

"Uns fehlt noch die Effizienz"

Österreichs Spieler nehmen sich nach 1:2-Pleite selbst an der Nase.

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Die österreichische Fußball - Nationalmannschaft hat die Chance auf einen Befreiungsschlag für sich und Teamchef Dietmar Constantini vergeben. Statt vor den entscheidenden EM-Quali-Spielen gegen Deutschland (2. September) und die Türkei (6. September) Selbstvertrauen zu tanken, vernebelten die Österreicher im Test am Mittwochabend in Klagenfurt gegen die Slowakei (1:2) einige hochkarätige Chancen. "Das war an Ineffizienz nicht zu überbieten", meinte Abwehrchef Emanuel Pogatetz.

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Harnik: "Muss an mir arbeiten"
Vor allem Stuttgart-Legionär Martin Harnik setzte sich immer wieder gut in Szene, scheiterte aber mehrmals im Abschluss. "Daran muss ich arbeiten", gestand der 24-Jährige, der zuletzt zum Ligastart gegen Schalke 04 noch per Kopf getroffen hatte. Mit der Leistung war Harnik nicht unzufrieden. "Der Trend geht nach oben. Wir haben uns aber selbst um unseren Lohn gebracht", erklärte der Offensivspieler, der sich eine leichte Schulterblessur zugezogen hatte.

Diashow: Die ÖFB-Noten gegen die Slowakei

Note 3: Beim 0:1 Pech, sonst solide

Note 3: Tolle Flanke beim 1:2

Note 4: Sah beim 0:1 nicht gut aus

Note 3: Ließ nicht viel zu, stand gut

Note 4: Vom "Schalker" kam wenig

Note 3: Lief viel, einige Fehlpässe

Note 4: Trat kaum in Erscheinung

Note 2: Viele starke Szenen

Note 3: Offensiv, war sehr bemüht

Note 2: Fast bei jeder Aktion dabei

Note 4: Vom Kapitän kam zu wenig



"Es fehlen Genieblitze"
Vor der Pause war das ÖFB-Team tatsächlich die bessere Mannschaft, nach Seitenwechsel wurde das Spiel gegen eine dicht gestaffelte slowakische Abwehr mit 2:0-Führung im Rücken aber immer ideenloser. "Insgesamt sind solche Auftritte zu wenig", sagte Mittelfeldspieler Zlatko Junuzovic. "Uns fehlen die Geistesblitze", ergänzte Kollege Julian Baumgartlinger. "Wir sind noch nicht so weit, trotz aller Versuche. Wir sind nicht Weltklasse."

Pogatetz hat EM-Quali abgeschrieben
Der nächste Gegner Deutschland ist es definitiv, an die EM-Teilnahme glaubt das Team aber ohnehin nicht mehr geschlossen. "Die Quali-Chance existiert nur noch auf dem Papier", meinte Pogatetz. "Da ist der Zug abgefahren. Es geht darum, sich gut zu verkaufen." Gegen die Slowakei war das über weite Strecken gelungen. "Der österreichische Fußball ist gut, aber das Ergebnis hat wie so oft nicht gepasst", erinnerte der Hannover-Legionär.

Teamchef weiter in der Kritik
Damit misslang den ÖFB-Kickern auch der Befreiungsschlag für den Teamchef. "Wir wollten Ruhe reinkriegen mit einem Sieg, aber das ist uns nicht gelungen", sagte Pogatetz. "Es ist logisch, dass ein Trainer bei solchen Ergebnissen unter Druck kommt." Sechs der vergangenen sieben Spiele hat das ÖFB-Team verloren. Lediglich gegen den mäßigen Testspielgegner Lettland gab es zuletzt im Juni nach Rückstand noch einen 3:1-Sieg.

Die Mannschaft scheint trotzdem weiterhin hinter Constantini zu stehen. "Wenn es nach uns geht, bleibt der Teamchef im Amt. Aber das haben nicht wir Spieler zu entscheiden", betonte Marc Janko. Der Kapitän hatte sich als Solospitze lange Zeit sehr schwer getan, erst nach der Einwechslung des späteren Torschützen Erwin Hoffer mehr Platz vorgefunden. "Unsere Motivation ist ungebrochen, auch wenn das jetzt ein Dämpfer war", versicherte Janko.

Lob vom Gegner
Dabei waren die Slowaken alles andere als ein übermächtiger Gegner gewesen. Die meisten Legionäre haben noch kein Spiel in den Beinen, Superstar Marek Hamsik wirkte auf dem rechten Flügel lustlos. "Wir haben sehr viel ausprobiert", erklärte Teamchef Vladimir Weiss. "Die Österreicher waren technisch besser, dafür waren wir besser organisiert." Trotz sechs Auswechslungen. Constantini begnügte sich in der Simulation eines Quali-Spiels mit deren zwei.