linz team

Em-Quali

Last-Minute-Tore sichern Zittersieg

Linz und Hoffer sorgten in der Nachspielzeit für gelungenen Auftakt.

Österreichs Fußball-Nationalmannschaft ist mit einem Zittersieg in die EM-Qualifikation gestartet. Die ÖFB-Auswahl mühte sich am Dienstag vor 22.500 Zuschauern in Salzburg in ihrem ersten Match in Gruppe A zu einem 2:0 (0:0) gegen den krassen Außenseiter Kasachstan, die Treffer durch Linz (91.) und Hoffer (92.) fielen erst in der Schlussphase.

Schlechte Chancenauswertung
Dass es gegen die Nummer 125 der Welt nicht zu einem komfortableren Sieg reichte, lag neben einer über weite Strecken äußerst schwachen Darbietung an dem fahrlässigen Umgang mit den Chancen in der Anfangsphase. In der 3. Minute luchste Harnik dem kasachischen Verteidiger Abdulin den Ball ab, schoss aber völlig frei stehend weit neben das Tor. Acht Minuten später setzte der Stutgart-Legionär - lange Zeit der auffälligste Spieler auf dem Platz - zu einem Solo an, scheiterte aber an Goalie Sidelnikow.

Agiler Harnik
Bei einem Fehlschuss von Janko aus sieben Metern (16.) leistete Harnik ebenso die Vorarbeit wie bei einem gefährlichen Weitschuss von Schiemer (17.), dann aber war es mit dem Anfangs-Elan der Österreicher vorbei. Teamchef Dietmar Constantini hatte ein offensiv ausgerichtetes Mittelfeld mit Harnik und Jantscher an den Flügeln sowie Kavlak vor dem einzigen "Sechser" Schiemer aufs Feld geschickt. Als einziger echter Stürmer wurde Janko aufgestellt, dahinter agierte überraschend Linz in der für ihn ungewohnten Rolle als hängende Spitze.

Mit dieser Taktik gelang es in den letzten 25 Minuten vor der Pause nicht mehr, die biederen Kasachen ernsthaft unter Druck zu setzen - halbwegs gefährlich wurde es nur noch bei Schüssen von Schiemer (37.) und Harnik (45.). Die ÖFB-Auswahl wurde mit Pfiffen in die Kabine begleitet und schaffte es auch danach lange nicht, das Publikum zu versöhnen.

Pfeifkonzert
Ganz im Gegenteil - die Missfallenskundgebungen wurden angesichts der ÖFB-Leistung nach Wiederanpfiff noch lauter. Die Gastgeber agierten völlig einfallslos und kamen einem Treffer bezeichnenderweise vorerst nur durch einen kasachischen Lapsus am nächsten. Eine Flanke des eingewechselten Hoffer ließ Sidelnikow auf Abdulin prallen, von dessen Rücken der Ball Richtung Tor hüpfte, ehe der Verteidiger doch noch klärte (69.).

Eine Minute zuvor gab es die große Schrecksekunde für Österreich. Nach einem Konter zog Schumaskalijew allein aufs ÖFB-Tor, seinen Schuss von der Strafraumgrenze parierte Macho, der drei Minuten später bei einer Möglichkeit von Chischnitschenko wieder eingreifen musste.

Last-Minute-Treffer
In der 78. Minute brachte Constantini Maierhofer für den schwachen Kapitän Janko, der beim Abgang aus seinem ehemaligen Heimstadion ein gellendes Pfeifkonzert über sich ergehen lassen musste und die Schleife an Linz weitergab. Der Steirer dankte es mit jenem Tor, das Constantini möglicherweise sogar den Job rettete, ehe Hoffer in der 92. Minute für die endgültige Entscheidung sorgte und damit den ersten Länderspiel-Sieg ohne Gegentor seit Oktober 2005 besiegelte. Mit Jürgen Macho blieb erstmals seit November 2007 oder 25 Partien ein ÖFB-Goalie unbezwungen.

Österreich - Kasachstan 2:0 (0:0)
Salzburg, EM-Stadion Wals-Siezenheim, 22.500, SR Marijo Strahonja (CRO)
Tore: 1:0 (91.) Linz, 2:0 (92.) Hoffer

Österreich:  Österreich: Macho - Dag, Prödl, Pogatetz, Fuchs -
Harnik (66. Hoffer), Kavlak, Schiemer, Jantscher (66. Alaba) - Linz -
Janko (78. Maierhofer)
Kasachstan: Sidelnikow - Kislitcyn (76. Roschkow), Abdulin, Popow,
Kirow - Karpowitsch, Geterijew -  Nurgalijew (59. Asowskij),
Schumaskalijew, Awertschenko - Malzew (46. Chischnitschenko)

 Gelbe Karten: Jantscher bzw. Nurgalijew, Kislitcyn, Roschkow