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Stinkefinger-Affäre

Lügt der Bullen-Star oder der Schiri?

Riesenzoff um Christoph Leitgeb und dessen angeblichen Stinkefinger gegen Schiri Meßner. Plus: Die berühmtesten Stinkefinger.

Was ist da nur in Christoph Leitgeb gefahren? Im Match in Mattersburg leistete sich Salzburgs Teamspieler scheinbar eine totale Entgleisung: Er soll Schiedsrichter Stefan Meßner den Stinkefinger gezeigt haben - die ultimative Beleidigung. Jetzt wurde er vom Straf­senat I der Bundesliga unter Vorsitz von Dr. Manfred Luczensky dafür zu drei Spielen Sperre verurteilt.

Protest
Ein Schock für Red Bull. "Wir haben sofort Protest eingelegt, werden alles dafür tun, dass Leitgeb sein Recht bekommt", sagt Bullen-Sprecher Thomas Blazek. Denn eigentlich hatten die Salzburger nach Leitgebs gelb-roter Karte wegen eines Fouls an Cem Atan und seines anschließenden Meckerns nur mit der üblichen Ein-Match-Strafe gerechnet.

Bericht
Doch Leitgeb wurde ein Sonderbericht des Referees zum Opfer. "Er hat 'Bist deppert?' zu mir gesagt und den Scheibenwischer gemacht. Dafür gab es Gelb-Rot. Anschließend machte mich mein Assistent Klaus Strasser darauf aufmerksam, dass Leitgeb mir beim Verlassen des Platzes hinter meinem Rücken den Stinkefinger gezeigt hat", erklärt Meßner gegenüber ÖSTERREICH. TV-Bilder von Leitgebs angeblicher Entgleisung gibt es nicht. Doch vor dem Senat I gilt das Wort des Schiedsrichters.

Unschuldig
Leitgeb selbst wehrt sich gegen die Anschuldigungen, fühlt sich unschuldig bestraft. "Nach dem Foul und der gelben Karte habe ich mich mit den Worten beschwert: 'Bist deppert, das war mein erstes Foul. Der Schwindlige fällt immer von allein hin.' Und danach habe ich ganz bestimmt niemandem den Stinkefinger gezeigt", sagt der Mittelfeldspieler.

Unterstützung bekommt der 22-Jährige von Teamchef Josef Hickersberger. "Meiner Meinung nach wurde Christoph völlig zu Unrecht bestraft. Ich kenne ihn sicher länger als Schiri Meßner. Leitgeb ist ein sehr fairer Spieler, der keine absichtlichen und bösen Fouls begeht", schlägt sich Hicke auf die Seite seines Spielers.

Fehler
Und fügt an: "Selbst das Foul war nie und nimmer eine gelbe Karte, das war schon die erste Fehlentscheidung. Und einen Stinkefinger habe ich nirgends sehen können." Deshalb wird Hickersberger den jungen Steirer vor den Ländermatches gegen Japan und Chile auch nicht aus dem Team verbannen. "Würde ein Teamspieler einem Schiedsrichter den Stinkefinger zeigen, würde er für ein Länderspiel nicht einberufen", sagt Hicke.

Richter
Nun muss der Einspruch der Salzburger vor dem Protestkomittee verhandelt werden. Die Frage ist dann, wem die Richter eher glauben: dem jungen Nationalspieler Leitgeb, der erstmals in seiner Karriere vom Platz gestellt worden war, oder dem gestandenen Schiedsrichter Meßner, der schon 151 Bundesliga-Partien gepfiffen hat.