Rossoneri müssen 0:2 im Rückspiel aufholen

Milan hofft im Champions-League-Halbfinale gegen Inter auf ein Wunder

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Inter Mailand will den Aufstieg ins Finale der Champions League am 10. Juni in Istanbul.

Die Schwarz-Blauen bestreiten am Dienstag (ab 21 Uhr im Sport24-Liveticker) das Retourmatch des Mailänder Fußball-Derbys gegen AC Milan als Heimspiel im San Siro mit einem 2:0-Polster aus dem Hinspiel. Milan muss dazu einige Schlüsselspieler verletzungsbedingt vorgeben. Hinter dem Einsatz von Rafael Leao steht ein Fragezeichen. Für Inter wäre es das sechste Champions-League-Finale in der Geschichte.

"Wir wissen, dass wir uns noch sehr anstrengen müssen, bevor wir anfangen zu träumen", versuchte Trainer Simone Inzaghi den überschwänglichen Optimismus etwas zu bremsen. "Das ist eines der wichtigsten Spiele in der mehr als 100-jährigen Geschichte Inters", unterstrich der Coach. "Es fehlen noch 90 Minuten plus Nachspielzeit für unseren Traum."

Seine Mannschaft stimmte ihre Fans am Samstag mit einem 4:2 gegen Sassuolo auf die erhoffte Champions-League-Party gebührend ein. Geburtstagskind Romelu Lukaku zeigte mit zwei Toren besonders auf. "Wir haben viele Spiele in diesem Monat gewonnen, wir sind gut drauf und wollen so weitermachen", sagte der nunmehr 30-Jährige.

Milan seit Wochen in der Krise

Sieben Spiele dauert die Serie von Inter nun bereits an, während der Stadtrivale bei Abstiegskandidat Spezia mit 0:2 unterlag. AC Milan wird am Dienstag in einem fast komplett von "Nerazzurri" besetzten Stadion einlaufen und sich gewaltig strecken müssen, um doch noch zum ersten Mal seit 2007 ins Endspiel einzuziehen. Seit der Saison 2006/07 hat der Club kein Auswärtsmatch in der K.o-Phase mehr gewonnen - auch das verschafft den Milan-Tifosi wenig Zuversicht. "Milan droht die Hölle", schrieb die "Gazzetta dello Sport" am Montag.

"Inter war die bessere Mannschaft, und das Spiel wurde sowohl taktisch als auch mental kompliziert. Wir sind enttäuscht, wollen dieses Ergebnis aber im Rückspiel ändern", erklärte Trainer Stefano Pioli. Der Trend im "Derby della Madonnina", wie die kommunale Rivalität in Mailand genannt wird, spricht allerdings genauso wenig für sein Team: Von den jüngsten 15 Begegnungen hat Inter zehn für sich entschieden, nur drei gewann Milan. Zuletzt blieben die Schwarz-Roten dreimal in Folge ohne Punkt und ohne Torerfolg.

Weitere Leistungsträger fehlen Milan

Zudem wird Trainer Pioli neben Zlatan Ibrahimovic auf Ismael Bennacer und voraussichtlich auch Rade Krunic und Junior Messias verzichten müssen, die sich Verletzungen zugezogen haben. Bennacer und Krunic waren im Hinspiel gegen Inter in der Startelf, Junior Messias kam für Bennacer, der sich einer Arthroskopie am rechten Knie unterziehen muss. Bleibt die Hoffnung auf eine Rückkehr des schnellen Flügelstürmers Leao, der im Hinspiel wegen einer Adduktorenverletzung spürbar gefehlt hatte. Nun soll der 23-jährige Portugiese rechtzeitig zum Showdown wieder einsatzbereit werden. "Es geht ihm besser", berichtete Pioli vor dem Abschlusstraining am Montag und kündigte an: "Wenn er fit ist, dann spielt er von Anfang an."

"Für Milan geht es um alles", titelte die "Gazzetta". Das gilt nicht nur für die Champions League. Durch die jüngsten Patzer in der Serie A droht Milan auch die ersten vier Tabellenplätze zu verpassen und damit die Qualifikation für die "Königsklasse" in der nächsten Saison. Ganz den branchenüblichen Mechanismen zufolge muss im schlimmsten Fall - klares Halbfinal-Aus gegen Inter und Verpassen der Champions-League-Plätze - Trainer Pioli um seinen Job fürchten. Medien zufolge könnte dann sogar Vereinslegende Paolo Maldini als Technischer Direktor ausgetauscht werden.

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