Deni Alar für Koller eine Option

Anspannung vor Wales-Spiel

Deni Alar für Koller eine Option

WM-Quali: Österreich winkt morgen mit Heimsieg Platz 1.

Österreichs Fußball-Nationalmannschaft bekommt es am Donnerstag (20:45 im oe24-Livestream) im Wiener Happel-Stadion mit einem hochkarätigen Gegner zu tun. Das ÖFB-Team trifft im Rahmen der WM-Qualifikation auf die von Real-Madrid-Superstar Gareth Bale angeführten Waliser, die es bei der EURO 2016 bis ins Semifinale schafften.

Bei der Pressekonferenz heute gab Teamchef Marcel Koller einen Einblick in seine taktischen Überlegungen. So ist Teamneuling Deni Alar durchaus eine Option. Die Anspannung vor dem Spiel war bei der Pressekonferenz deutlich spürbar. Für Teamchef Marcel Koller sind die Briten der Favorit auf Platz eins in Quali-Gruppe D. Dennoch rechnet sich der Schweizer gegen den Weltranglisten-Zehnten einiges aus. "Es wird ein enges Spiel werden. Meistens entscheiden Kleinigkeiten", vermutete der 55-Jährige und hoffte auch auf das nötige Quäntchen Glück.

Alaba nicht als Linksverteidiger
Keine Überlegungen gibt es nach Rückfrage in die Richtung David Alaba vom Mittelfeld auf die linke Außenverteidigerposition zu ziehen, um damit als Gegenspieler von Wales-Star Gareth Bale zu fungieren. Koller reagierte hier ein wenig genervt, seit fünf Jahren sei er Teamchef und Alaba hätte unter ihm immer im Mittelfeld gespielt. Dabei wird es auch bleiben. Viel mehr müsse das gesamte Team Bale früh attackieren und im Auge behalten.

Es wäre aber ein Fehler, die walisische Auswahl ausschließlich auf den Real-Stürmer zu reduzieren. "Ich glaube nicht, dass Wales nur Bale ist. Sie haben bei der EM eine hervorragende Mannschaftsleistung gebracht, sind sehr diszipliniert in der Defensive, strahlen Gefahr nach vorne aus und verfügen über gute Standards", erklärte Koller.

Ramsey fehlt
Dass in Aaron Ramsey ein walisischer Schlüsselspieler verletzungsbedingt fehlt, sollte laut dem ÖFB-Coach kein Nachteil sein, zumal der Arsenal-Profi laut Koller bei der EM "überragend" war. "Aber er war schon gegen Moldau nicht dabei, und da haben die Waliser souverän 4:0 gewonnen. Das heißt, dass sie andere Spieler haben, die dieses Loch auffüllen können."

Unabhängig vom Ausfall Ramseys dürfte das walisische Team wohl wieder in einem eher unorthodoxen System mit einer Fünferkette agieren. Trotzdem wird Koller die Spielweise seiner Truppe nicht allzu sehr nach dem Gegner ausrichten. "Wir haben eine Idee, wie wir spielen werden und versuchen, das umsetzen. Es ist nicht der Plan, alles umzustellen", meinte der Nationaltrainer.

Alar eine Option
Eine Änderung im Sturm könnte es aber geben: Sturm-Bomber Deni Alar hat intakte Chancen zu seinem Debüt zu kommen. Alar hätte derzeit einen Lauf und sei eine Option - mehr könne er aber erst nach dem Abschlusstraining sagen, so Koller. Der Teamchef ließ sich daher auch nicht in die Karten blicken, wer statt dem verletzten Harnik (Wadenprobleme) auflaufen wird. Die wahrscheinlichste Variante ist wohl der formstarke Sabitzer. Mögliche Aufstellung wären demzufolge:

Österreich: Almer (Austria Wien/32 Länderspiele) - Klein (VfB Stuttgart/41/0 Tore), Dragovic (Bayer Leverkusen/50/1), Hinteregger (FC Augsburg/18/1), Suttner (FC Ingolstadt/17/0) - Baumgartlinger (Bayer Leverkusen/49/1), Alaba (Bayern München/50/11) - Sabitzer (RB Leipzig/22/3), Junuzovic (Werder Bremen/50/7), Arnautovic (Stoke City/56/10) - Janko (FC Basel/SUI/57/27)

Wales: Hennessey (Crystal Palace/63) - Gunter (Reading/74/0), Chester (Aston Villa/18/0), B. Davies (Tottenham/26/0), A. Williams (Everton/66/2), Taylor (Swansea/35/1) - Ledley (Crystal Palace/68/4), Allen (Stoke/32/1), King (Leicester/38/2) - Bale (Real Madrid/62/24), Vokes (Burnley/45/8)

Weiteres Thema bei der PK war die fehlende Spielzeit der ÖFB-Legionäre Baumgartlinger und Dragovic, die derzeit bei ihrem Verein Leverkusen nur ein Reservistendasein fristen. Beide würden aber bereit sein und aufs Spiel brennen. Koller setzt weiterhin auf Kontinuität - was ihm zuletzt von Leipzig-Coach Ralph Hasenhüttl den Vorwurf einbrachte, im Angriff zu sehr auf Marc Janko ausgerichtet zu sein und keinen Plan B zu haben. Der Schweizer wies die Kritik zurück. "Ein bisschen Demut tut allen gut", betonte Koller und ergänzte: "Es ist schwierig, das zu beurteilen, wenn man nicht dabei war."

Seine Mannschaft hat gegen Wales eine stolze Serie zu verteidigen: Die vergangenen neun Bewerbspartien vor eigenem Publikum beendete das ÖFB-Team ohne Niederlage, zuletzt verlor man vor knapp vier Jahren in der WM-Quali in Wien gegen Deutschland mit 1:2. Außerdem wurden die jüngsten zehn Quali-Matches allesamt gewonnen.

Die Ausgangslage gegen Wales verspricht jedenfalls einen wahren Thriller: Beide Mannschaften sind mit einem "Dreier" in die WM-Qualifikation gestartet, dem Sieger winkt somit die alleinige Führung in der Qualifikationsgruppe D.

FIFA-Rangliste: Wales um 16 Plätze besser als ÖFB
Für unseren treffsichersten Teamstürmer Marc Janko (27 Volltreffer) sind die Gäste rund um Superstar Gareth Bale klar in der Favoritenrolle. Vor allem durch das Erreichen des Halbfinales bei der EURO 2016: "Da haben sie einen großen Eindruck hinterlassen, nicht nur in Österreich, sondern weltweit." Ein Blick auf die FIFA-Weltrangliste bestätigt Jankos Aussage. Wales liegt auf Platz zehn, die ÖFB-Auswahl nach dem frühen Aus bei der EURO nur mehr auf Rang 26.

Bilanz gegen die Insel- Kicker ist klar positiv
Auch beim Marktwertvergleich haben die Inselkicker mit 164 Millionen knapp die Nase vor Alaba und Co. (135 Mio.). Doch zumindest in der wichtigsten Statistik haben die Österreich klar die Oberhand. Von acht Spielen gegen Wales konnte man fünf gewinnen und spielte ein Mal Remis. Nur das letzte Aufeinandertreffen, ein Testspiel in Swansea, ging mit 1:2 verloren. Den Führungstreffer erzielte damals Gareth Bale mit einem sehenswerten Solo.