Pacult: "War klar, dass Rapid vorne ist"

ÖSTERREICH-Interview

Pacult: "War klar, dass Rapid vorne ist"

Rapids Ex-Trainer spricht Klartext, warum es beim Ex-Klub so gut läuft.

Peter Pacult war Meistertrainer bei Rapid, liegt jetzt mit RB Leipzig in der deutschen Regionalliga an der Tabellenspitze. Das Interview.

ÖSTERREICH: Herr Pacult, verfolgen Sie noch den österreichischen Fußball?
Peter Pacult (52): Ja, selbstverständlich. Ich erwarte im Frühjahr einen Sechskampf um den Titel.

ÖSTERREICH: Wie bitte?
Pacult: Sturm liegt als Sechster nur fünf Punkte hinter Rapid und Ried. Da ist wirklich alles noch möglich. Das wird ein echter Krimi.

ÖSTERREICH: Wer ist Ihr Favorit?
Pacult: Gibt es für mich keinen. Den Titel wird jene Mannschaft holen, die gegen die sogenannten kleinen Vereine die wenigsten Punkte abgibt.

ÖSTERREICH: Überrascht Sie eigentlich, dass Rapid Winterkönig ist?
Pacult: Warum soll mich das überraschen? Ganz im Gegenteil: Ich habe damit gerechnet, dass Rapid vorne mitspielt. Peter Schöttel hat ja fünf neue Spieler bekommen. Rapid ist immer Favorit auf den Titel.

ÖSTERREICH: Und die Austria?
Pacult: Da wird es darauf ankommen, wie schnell Ivo Vastic seine Ideen umsetzen kann. Im Herbst ist die Austria oft in Schönheit gestorben und hat vergessen, Tore zu schießen.

ÖSTERREICH: Wird Ried im Frühjahr zurückfallen?
Pacult: Ganz im Gegenteil, die sind ein ganz heißer Tipp auf die Meisterschaft. Für mich ist Ried die Mannschaft der Saison. Ich ziehe meinen Hut vor Pauli Gludovatz, was der leistet, ist sensationell. Man darf nicht vergessen: Ried hat zuletzt am konstantesten gespielt.

ÖSTERREICH: Salzburg-Stürmer Wallner soll zu Ihnen nach Leipzig wechseln.
Pacult: Kein Kommentar. Darüber wurde schon viel zu viel geschrieben. Er ist Spieler von Red Bull Salzburg und die Transferzeit endet am 31. Jänner.

ÖSTERREICH: Apropos RB Leipzig, Sie trainieren jetzt einen Viert-Liga-Klub. Ist das nicht ein Abstieg?
Pacult: Wer das behauptet, hat keine Ahnung. Ich stehe auch in der 4. Liga unter Erfolgsdruck. Wir verfolgen eine Philosophie – die heißt Bundesliga.