Rapid im Krankl-Check

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Rapid im Krankl-Check

Warum Rapid heuer Meister wird? Klublegende Hans Krankl hat vier Hauptgründe für den grün-weißen Höhenflug ausgemacht.

„Die heurige Rapid-Mannschaft ist keineswegs eine Übermannschaft“, sagt Hans Krankl (55). „Aber sie hat gewisse Stärken, die sie in die Waagschale werfen kann und die keine der neun anderen Mannschaften hat ...“ Für ÖSTERREICH hat Kolumnist Krankl diese Stärken aufgelistet:

1. Der Teamgeist: Der Zusammenhalt in dieser Mannschaft ist wirklich bemerkenswert. Das Wir-Gefühl und der ausgeprägte Teamgeist sind einer der großen Vorteile von Rapid gegenüber der Konkurrenz. So etwas entwickelt sich nicht mal eben über Nacht. Die Basis dafür ist der über Jahre gewachsene Kader, in dem es gewisse Säulen gibt wie Payer, Hofmann oder Katzer. Hinzu kommt natürlich der Erfolg. Wenn es sportlich gut läuft in einer Mannschaft, erleichtert das auch das Zwischenmenschliche und den Zusammenhalt. Man muss aber sagen: Bei Rapid war der Zusammenhalt auch da, als es im Herbst schwächere Phasen gab. Diese hat man gemeinsam überstanden.

2. Das Meister-Glück: Es gab heuer ein absolutes Schlüsselspiel im Titelkampf: das 7:0 ausgerechnet beim großen Titelfavoriten Salzburg. Wenn du dorthin fährst und 7:0 gewinnst, dann entwickelt sich daraus ein solch ungeheuer großes Selbstvertrauen, dass du fortan auf einer Woge der Euphorie surfst. Dabei darf man nicht vergessen: In Salzburg hatte Rapid auch das nötige Glück, das du brauchst, um Meister zu werden. Die ersten sechs Torschüsse gingen quasi alle rein. An solchen Tagen entscheidet sich oft das Schicksal für eine ganze Saison.

3. Der Faktor Fans: Es ist einzigartig, wie die Fans diesen Verein lieben und ihn bedingungslos unterstützen. In Österreich gibt es keinen Verein, der annähernd eine solche Unterstützung hat. So etwas kennt man sonst nur von Klubs wie Schalke in Deutschland oder Liverpool in England. Dank dieser Fans fährt jeder Gegner mit einem mulmigen Gefühl nach Hütteldorf. Das macht Rapid auch heuer zu einer absoluten Heimmacht. Doch auch auswärts ist die Unterstützung für Rapid unfassbar groß.

4. Das frische Blut: Gerade die jungen Spieler wie Jimmy Hoffer, Ümit Korkmaz, Christian Thonhofer oder auch Andi Dober und Veli Kavlak haben im Frühjahr frisches Blut und frischen Schwung in die Mannschaft gebracht. Sie haben ihren Platz im Teamgefüge gefunden und erstaunlich abgeklärt agiert. Davon hat Rapid ungemein profitiert. Wenn die Mannschaft den Titel holt, haben auch die jungen Spieler einen großen Anteil an diesem Triumph.

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Donnerstag
Am Donnerstag trainiert Rapid um 9.30 Uhr. „Alles läuft derzeit ganz normal ab“, betont Kapitän Steffen Hofmann wenige Tage vor dem möglicherweise vorentscheidenden Altach-Match am kommenden Sonntag.

Freitag
Auch am Freitag bittet Coach Peter Pacult um 9.30 Uhr auf den Übungsrasen hinter der Westtribüne. Anschließend gibt es wie immer Gelegenheit zum individuellen Krafttraining und zur Behandlung auf der Massage-Liege bei Wolfi Frey, Wolfgang Skalsky oder Andreas Helfrich.

Samstag
Am Tag vor dem Altach-Match trainieren die Grün-Weißen erst um 15 Uhr – um so in den Spieltagsrhythmus zu kommen. Anschließend werden Hofmann & Co. nicht etwa kaserniert, sondern fahren heim. Dort bereitet sich jeder Profi in Ruhe auf das Match vor. Mittelfeld-Fighter Stefan Kulovits feiert seinen 25. Geburtstag.

Sonntag
Der Spieltag! Mit einem Heimsieg gegen Altach kann Rapid schon in der vorletzten Runde den Meistertitel fixieren. Etwa um 13.30 Uhr treffen die Rapid-Stars im Hanappi-Stadion ein. Spätestens 90 Minuten vor dem Anpfiff um 15.30 Uhr muss jeder in der Kabine sein. Dann verkündet Trainer Pacult, wer in der Startelf steht.

Übrigens: Schafft Rapid den vorzeitigen Titelgewinn, wird der Meisterteller direkt im Anschluss an die Partie an die Mannschaft übergeben. Die Bundesliga-Bosse schicken neben dem Teller auch eine mobile Bühne nach Wien-Hütteldorf. Die Fans dürfen am Rasen mitfeiern.

Sonntag, 27. April
Einen Tag nach Saisonende ist für Rapid eine große Meisterfeier vor dem Wiener Rathaus geplant. Erste Vorbereitungen laufen schon, auch wenn der Klub betont: Noch ist der Titel nicht fix und der Rathausplatz nicht gebucht.