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Vorbild St. Pauli

Rapid: Neues Stadion finanziert sich selbst

Rapids neues/altes Stadion wird hochmodern: Vorbilder gibt es in Deutschland.

Wird es nun eine Hightech-Arena oder erhält das marode Hanappi-Stadion lediglich einen neuen Anstrich? Die Wahrheit ist: Rapids neue Arena wird kein Neu-,sondern ein Umbau. Aber mit klugem Konzept. Generalmanager Werner Kuhn hält die Pläne geheim, verrät aber: "Es gibt in Europa Beispiele für gelungene Adaptierungen, wo auf vorhandener Substanz aufgebaut wurde." Zwei Beispiele stehen in Deutschland: auf St. Pauli und in Leverkusen.

Schulden
Das Hanappi-Stadion soll bis 2014 saniert, erweitert (ca. 23.000 Plätze) und konzeptionell verändert werden. Kosten: zwischen 27 und 30 Millionen. 17,7 Millionen steuert die Stadt Wien bei. Die war Rapid was schuldig, nachdem man der Austria eine spektakuläre Tribüne hingestellt hatte. Den Rest will Rapid aufstellen, Sponsoren und Investoren sollen dabei helfen.

Edlinger stolz
Rapid steigt außerdem nach dieser Saison vom bloßen Mieter zum Pächter auf. Die neue Entscheidungsgewalt kann der Klub nutzen, um neue Geldquellen anzuzapfen: Stadionlogen (Skyboxen), Business-Seats, zeitgemäße VIP-Räumlichkeiten und eigene Gastronomie (bisher von der Stadt Wien betrieben). So soll sich das Stadion teilweise von allein finanzieren

Präsident Rudolf Edlinger ist zufrieden: "Wir sind ab 1. Juli 2012 Herr in unserem eigenen Haus und dann entscheiden wir, wann was passiert. Ich bin sehr froh, dass mir das gelungen ist, in meiner Legislaturperiode zu schaffen."

Verbesserung
Trainer Peter Schöttel: "Es ist eine Gesamtverbesserung für den Verein. Diese war notwendig, damit sich der Verein weiterentwickeln und weiter nach oben orientieren kann."

Schöttel: "Die perfekte Lösung"

ÖSTERREICH: Im Herbst 2014 erstrahlt das Hanappi-Stadion in neuem Glanz -sitzen Sie da überhaupt noch auf Rapids Trainerbank, Herr Schöttel?
Peter Schöttel: Hoffentlich! Der Vertrag läuft bis Juni 2013. Mein Ziel ist natürlich, dass ich länger Rapid-Trainer bin.
ÖSTERREICH: 17,7 Millionen Euro werden in den Umbau des Stadions gesteckt - hätte man nicht gleich eine neue Arena bauen können?
Schöttel
: Eine gemeine Frage. Nein, wir sind mit dieser Lösung alle sehr zufrieden. Unser Stadion wird saniert, doch das Flair bleibt erhalten. Endlich wird auch der Nachwuchs perfekte Bedingungen vorfinden. Das ist die Infrastruktur, die du brauchst. 2014 ist Rapid in jeder Hinsicht eine Top-Adresse.
ÖSTERREICH: Es gibt sogar Pläne, auf 28.000 Zuschauer aufzustocken. Was wäre aus Ihrer Sicht ideal?
Schöttel
: Es sollten auf jeden Fall mehr Leute Platz finden als jetzt.
ÖSTERREICH
: Ist das ein Nachteil, wenn Rapid für ein Jahr ins "Exil" Happel-Stadion gehen muss?
Schöttel
: Ich denke, damit können wir leben. Es ist nicht besonders angenehm, auf einer Baustelle zu spielen.
ÖSTERREICH
: Admira-Coach Didi Kühbauer verkündet, die Winterkrone würde ihn nicht mehr interessieren als der Hallencup in Floridsdorf. Was sagen Sie dazu?
Schöttel: Im Titelkampf zählen nur die Punkte. Ich brauche die Winterkrone auch nicht für mein Ego.
ÖSTERREICH: Spielen die Bullen noch eine Rolle im Titelkampf?
Schöttel: Klar! Salzburg ist ein schlafender Riese.
 

Interview: Christian Rusegger