Derby 3:0 für Austria strafverifiziert

Urteil gefällt

Derby 3:0 für Austria strafverifiziert

Ab der nächsten Saison könnte es bei Heimspielen Ausweiskontrollen geben.


Der Strafsenat der österreichischen Fußball-Bundesliga hat am Montag das Wiener Derby wie erwartet mit einem 3:0 für die Austria strafverifiziert. Die Partie am Sonntag im Hanappi-Stadion war nach rund 26 Minuten beim Stand von 2:0 für die "Veilchen" abgebrochen worden, weil Rapid-Fans auf dem Platz gestürmt waren. Über die Sanktionen für Rapid wird am 1. Juni verhandelt.

Austria vor letzter Runde zwei Zähler hinter Sturm
Laut Manfred Luczensky, dem Vorsitzenden des Strafsenats (Senat 1), ist die Strafverifizierung rechtsgültig. Dies hat zur Folge, dass die Austria vor der letzten Runde am Mittwoch zwei Punkte hinter Sturm Graz auf Platz zwei liegt. Rapid wiederum rutscht auf Rang sechs zurück. Die Hütteldorfer haben zwar eine bessere Tordifferenz als Wacker Innsbruck, werden aber aufgrund der Strafverifizierung automatisch hinter ein punktegleiches Team gereiht. Die Treffer von Roland Linz und Zlatko Junuzovic bleiben in der Torschützenliste berücksichtigt, was vor allem für Linz im Rennen um die Torjägerkrone von Bedeutung ist.


Damit ist der Prozess der Spielbeglaubigung abgeschlossen, auf Rapid wartet noch ein gesondertes Strafverfahren. Die höchstmögliche Geldstrafe für die Grün-Weißen ist in den Statuten mit 50.000 Euro festgelegt, dazu wird wohl noch das eine oder andere Spiel hinter verschlossenen Türen kommen.

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Entscheidung im Fernduell
Im Titelfinish empfängt die Austria in der letzten Runde am Mittwoch Red Bull Salzburg, Sturm tritt vor eigenem Publikum gegen Wacker Innsbruck an. Sollten die Grazer in dieser Partie nur ein 1:1 erreichen und die Austria gleichzeitig 2:0 gewinnen, würde ein in der österreichischen Fußball-Geschichte einmaliger Fall eintreten: Beide Titelanwärter wären dann völlig gleichauf, was Punkte, geschossene und erzielte Tore, Siege und Auswärtssiege betrifft. Daher würde bei diesem Szenario das direkte Duell ausschlaggebend sein, und da hätte die Austria (Ergebnisse 2:0/a, 2:3/h, 2:2/h, 1:1/a) die Nase vorn.

Skandal um Salkic-Handspiel
Noch nicht völlig ausgeschlossen ist auch eine Titelentscheidung am Grünen Tisch. Rund um den 2:1-Auswärtssieg von Sturm Graz am Sonntag in Wiener Neustadt, der durch ein umstrittenes Handspiel von Wiener-Neustadt-Stürmer Edin Salkic ermöglicht worden war, wurde angeblich in Asien ein außergewöhnliches Wettaufkommen registriert. "Wir haben gehört, dass es in Asien erhöhte Wetteinsätze gegeben haben soll. In Bezug auf Österreich hat es aber keine Auffälligkeiten gegeben", erklärte Bundesliga-Vorstand Georg Pangl.

Nach den Angaben von Christian Ebenbauer, dem Liga-Vorstand für Recht und Spielbetrieb, ist ein Resultat beglaubigt, sobald bis drei Tage nach dem Spiel kein Protest gegen das Ergebnis eingeht. Bei außerordentlichen Umständen - dazu würde nachgewiesene Manipulation zählen - könnte das Resultat noch einmal angefochten werden. Allerdings könnten nur die zwei beteiligten Clubs Anzeige erstatten. Daher müssten entweder die Grazer gegen den eigenen Sieg vorgehen oder die Wiener Neustädter gleichsam eine Selbst-Anzeige abgeben. "Das Spielergebnis wird schwer abänderbar sein", sagte Ebenbauer.

Polizeieinsatz könnte Rapid bis zu 25.000 Euro kosten
Bis zu 25.000 Euro verrechnet das Innenministerium dem SK Rapid für den Polizeieinsatz beim Wiener Derby vom Sonntag. Das wurde am Montagnachmittag am Rande eines Hintergrundgesprächs im Ministerium bekannt. Demnach waren 650 Beamte für das Spiel abkommandiert, rund 400 kamen tatsächlich zum Einsatz.

Die Rechnung ergibt sich folgendermaßen: Der Polizeieinsatz dauerte zwei Stunden. Pro tatsächlich aufgebotenem Beamten und Stunde wird am Sonntag ein Tarif von 30 Euro verrechnet, das macht für eine Stunde mal 400 rund 12.000 Euro. Bei zwei Stunden komme man auf rund 24.000 Euro. Diese Kosten muss zur Gänze Rapid tragen, betonte man im Innenministerium.

Unter der Woche gibt es die Polizei übrigens deutlich billiger: Hier beträgt der Halbstundensatz 11,90 Euro, für die Stunde liegt man damit deutlich unter 25 Euro.

Ausweiskontrollen ab nächster Saison?

Rapids General Manager Werner Kuhn hat am Montagabend in der ORF-"ZiB 2" erste Hinweise darauf gegeben, wie sich beim österreichischen Fußball-Rekordmeister SK Rapid die Zusammenarbeit mit den Fans nach den Derby-Randalen verändern wird. Der 57-Jährige deutete an, dass es ab der kommenden Saison im Hanappi-Stadion eine Ausweispflicht und Abo-Karten nur noch mit Lichtbild geben werde.

Eine weitere Konsequenz wird wohl jenen Raum im Hanappi-Stadion betreffen, in dem die Fans ihre Choreographien vorbereiteten und angeblich auch verbotenes Material wie Knallkörper lagerten. Diese Kammer wird den Anhängern wohl nicht mehr zur Verfügung gestellt, wie Kuhn erahnen ließ. "Hier haben wir einen Schritt zu viel gemacht", erklärte der Manager.
 

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18.14 Uhr: Wie außerdem durchgedrungen ist, soll das Urteil gegen Rapid bezüglich einer möglichen Stadionsperre erst am 1. Juni um 17 Uhr gefällt werden.

18.13 Uhr: Jetzt ist es soweit: Das Spiel wird mit 3:0 für die Austria strafverifiziert!

18.10 Uhr: Die Bundesliga spannt uns auf die Folter. Noch immer wurde kein Ergebnis der Senatssitzung bekannt gegeben.

17.57 Uhr: In der Senatssitzung wird heute außerdem entschieden, ob die Austria-Tore von Linz und Junuzovic für die Torschützenliste zählen. Besonders für  Roland Linz wäre das bei der Jagd nach der Torjäger-Krone wichtig.

17.51 Uhr: Angeblich soll die Sitzung um 18 Uhr zu Ende sein. Wir sind gespannt...

17.27 Uhr: Nach wie vor tagt der Senat 1 der Bundesliga. Ein Ende ist derzeit nicht abzusehen. Sobald sich etwas tut, erfahren Sie es hier natürlich zuerst.

17 Uhr: Der Senat 1 der Bundesliga tritt nun zu seiner Sitzung zusammen. Unter dem Vorsitz von Dr. Manfred Luczensky soll die Schuldfrage geklärt und über etwaige Konsequenzen entschieden werden. Dies alles natürlich hinter verschlossenen Türen.

16.40 Uhr: Mit Spannung wird erwartet, wie hart die Strafe gegen Rapid ausfällt. Eine hohe Geldstrafe ist klar, ebenso wie eine Platzsperre oder die Austragung von Spielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit - offen ist aber die Frage, wieviele Spiele Rapid aufgebrummt bekommt.

16.29 Uhr: In knapp einer halben Stunde startet der Senat 1 seine Sitzung zu den Derby-Vorfällen vom Sonntag.

16.07 Uhr: Rapid-Fanbetreuer Marek will seine Fanpolitik jedenfalls nicht als gescheitert ansehen. Er gibt aber einen "schweren Rückschlag" zu.

15.38 Uhr: Laut einer Studie soll es in Österreich rund 250 "gewaltorientierte" Fans geben - der Großteil davon findet sich unter den Rapid Ultras. Mehr dazu lesen Sie hier.

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15.09 Uhr: Fast 24 Stunden nach dem Derby-Skandal meldet sich nun auch der ÖFB in Person von Präsident Leo Windtner zu Wort: "Der Schaden, den diese Personen für den gesamten österreichischen Fußball  anrichten, ist enorm. Gemeinsam mit der Bundesliga und ihren Clubs ist es unsere Pflicht, alle erdenklichen Maßnahmen zu ergreifen, damit die überwältigende Mehrheit der friedlichen und sportbegeisterten Anhänger ebenso wie Spieler und Schiedsrichter jedes einzelne Match mit uneingeschränkter Freude am Fußball genießen können." Der ÖFB-Präsident sieht nun auch eine Chance auf einen Neubeginn: "Die Möglichkeit dazu ist gegeben, denn wenn in anderen europäischen Ländern - wie selbst in England - die Gewaltszene aus den Stadien verbannt wurde, muss uns das auch in Österreich gelingen."

14.50 Uhr: In Hütteldorf beginnt nun das Zittern vor dem Bundesliga-Urteil am späten Nachmittag. Um 17 Uhr tritt der Senat 1 der Bundesliga zusammen, um über die Konsequenzen und die Schuldfrage nach dem Derby-Skandal zu urteilen.

14.35 Uhr: Rapid-GM Kuhn zu den finanziellen Schäden und zur Sachbeschädigung während des Derbys: "Es besteht die Möglichkeit, dass Rapid nationale Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen muss. Das würde einen Verlust von 150.000 Euro netto pro Spiel bringen. Der materielle Schaden vom Sonntag: 80 Sitze, 1 Zaund und 1 Geländer."

14.26 Uhr: Und das sagt Rapids General Manager Werner Kuhn zu den Vorfällen: "Wir wollen alle, die auf dem Spielfeld beteiligt waren, mit einem lebenslangen Stadionverbot belegen. Wir sind optimistisch, dass uns das gelingt. Es gibt viel Videomaterial - eigenes, vom ORF und von der Exekutive. Wir können sogar zurückverfolgen, wie sich die Vermummten auf der Tribüne ihre Masken übergezogen haben."

14.10 Uhr: Eine Radikallösung, um das Hooliganproblem in den Griff zu bekommen, schwebt auch Sport- und Verteidigungsminister Darabos vor. Er kann sich vorstellen, solche Vorfälle vom Verwaltungs- in das Strafrecht zu heben - "Wenn es strafbar wird, wird sich der eine oder andere überlegen, ob er aufs Feld stürmt." Darabos hat damit ganz klar ein Modell a la "England" im Visier. Das dort praktisch geborene Hooligan-Problem wurde erst durch radikal Maßnahmen in den Griff bekommen.

13.59 Uhr: Das war's vorerst vom Rapid-Präsidenten. Fazit: Man will die Schuldigen anhand von Video und Fotos ausfindig machen und zur Rechenschaft ziehen. Abos werden in Zukunft nur mehr personalisiert ausgestellt, die Randalierer sollen mit bundesweiten Stadionverboten belegt werden. Die Sicherheitslücken im und um das Hanappi-Stadion sollen geschlossen werden.

13.57 Uhr: Was wird jetzt bei der ganzen Sache rauskommen? Edlinger: "Hätte Entscheidung lieber am Rasen als am grünen Tisch gesehen, aber diese Situation muss ich jetzt so zur Kenntnis nehmen."

13.56 Uhr: Edlinger: "Nachdem wir in Zukunft die Abos personalisiert sein werden, wird der Zugang zwar länger dauern, aber es wird eben genauer kontrolliert. Es wird alles mehr kosten. Wir prüfen derzeit juristisch, ob wir diese Kosten an die Randalierer weitergeben können."

13.55 Uhr: Attacken auf (Ex-)Trainer und gegnerische Spieler in z.B. der Tiefgarage - wie kommen die Vermummten dort überhaupt hin? Edlinger: "Problem ist: Kein Zugang vom Platz, sondern man muss außen herumgehen. Das ist aber leider (nachträglich) so errichtet worden. Ein äußerst unerfreulicher Zustand. Werden künftig dort nach Spielende mit Ordnern das verhindern."

13.54 Uhr: Unterschied ältere und jüngere Ultras? Edlinger: "Da hat sich natürlich etwas entwickelt. Mit den Älteren hat man viel kommuniziert. Bei den Jungen werden wir diesen Prozess abkürzen indem wir sie nicht mehr ins Stadion lassen."

13.53 Uhr: Edlinger: "Wollen das Hooligan-Problem auf der West in den Griff bekommen. Das ist nicht leicht. Niemand in der Vereinfsführung hat Freude mit diesen Vorfällen. Auch Sprechchöre sind da ein Thema. Musste mich schon zweimal bei Familien von Spielern deswegen entschuldigen. Das hat auch nichts mehr mit Fußball zu tun."

13.52 Uhr: Seit 50 Jahren Rapid-Fan: Sind auf der West in Sippenhaftung der Ultras. Dürfen nur das machen, was die Ultras sagen. Durften z.B. schon mal eine halbe Stunde aus Protest nicht auf die Tribüne. Sind Fans, die das Match sehen wollen, wollen mitleiden und uns mitfreuen aber auf keinen Fall unter Sippenhaftung stehen. Und das stört uns und viele andere auf der West. Edlinger: "Ein Problem, keine Frage. Aber von der Vereinsführung auf die Tribüne Einfluss zu nehmen ist nicht ganz einfach. Habe mich damals bei dem Spiel gegen Ried auch in meiner Naivität gewundert über den Protest auf der West." Fan unterbricht: "Uns wurden sogar Schläge angedroht. Haben gestern auch eine Zeitung von den Ultras bekommen: Da wurden wir ältere/normale Fans aufgefordert unsere Abos nicht zu verlängern, weil wir nicht Tod und Hass usw. mitschreien. Sollen unsere Abos für Jüngere zurückgeben. Ich finde, die sollen selbst ihre Abos zurückgeben. Edlinger: "Werden bei der Verlängerung der Abos aufpassen, dass die Randalierer von gestern keine mehr bekommen."

13.46 Uhr: Nächste Saison eine Sparsaison? Edlinger: "Natürlich fehlen uns die Europacup-Einnahmen, aber das ist für nächste Saison kein Problem. Wie gesagt, viel schwerer im Magen liegt mir das Imageproblem."

13.45 Uhr: Springen jetzt Sponsoren ab? Edlinger: "Kann ich nicht ausschließen, aber ich rechne nicht damit. Haben mit unseren wichtigsten Sponsoren schon gesprochen, die haben nichts in diese Richtung anklingen lassen."

13.44 Uhr: Was werden die Vorfälle Rapid kosten? Edlinger: "Das kann ich noch nicht sagen, wird aber erheblich sein, auch wenn ich der Senatsentscheidung da nicht vorgreifen möchte. Viel schlimmer ist aber der Imageverlust. Wir haben als größter Sportverein auch eine große Verantwortung und die werden wir jetzt wahrnehmen. Natürlich machen mir die Kosten auch Sorgen, aber größere Sorgen mach tmir das Imageproblem".

13.43 Uhr: Edlinger: "Wir wissen noch nicht, wieviele Mitglieder gestern dabei waren. Aber es waren gestern sicher mehr Nicht-Mitglieder unter den Randalierern dabei."

13.41 Uhr: Frage: Rapid ist momentan nur aufs Geld aus, Mitglieder werden beim Abokauf bevorzugt. die Sicherheit war nicht so hoch. Ich war mit meinem 12-jährigen Sohn schon mal bei einem Derby. Damals noch auf der Nordtribüne - wurden beim Rausgehen mit Knallkörpern und Eisenstangen beworfen und die Polizei ist daneben gestanden. So war es auch gegen Besiktas im Happel-Stadion. Stiller Protest wäre ok gewesen, wenn man sich einfach am Platz hingesetzt hätte. Leistungen heuer waren einfach schlecht. Edlinger: "Haben schlechte Saison gespielt, aber das legitimiert nicht zu Gewaltakten. Wahrer Fan muss auch in schlechten Zeiten zum Verein halten. Fußball ist immer ein Auf und Ab. In den letzten 10 Jahren waren wir zwei Mal unten und mehrmals oben. Das ist keine Begründung und kann ich auch nicht akzeptieren. Das Spielfeld gehört den Spielern und nicht den Fans. Auch wenn sich jemand hinsetzt und das Spiel behindert ist das nicht zu tolerieren und das muss man verhindern. Es ist natürlich problematisch, wenn man Abos weitergibt und das wollen wir in Zukunft verhindern. Es ist ok, dass die Clubmitglieder beim Aboverkauf bevorzugt werden, sie zahlen ja für die Mitgliedschaft auch."

13.34 Uhr: Edlinger: "Fühle mich von diesen Fans massivst hintergangen, sie haben dem Verein extrem geschadet."

13.33 Uhr: Frage: Wie sieht es mit Wiedergutmachung für Fans aus die vollen Preis bezahlt haben, aber nur knapp 25 Minuten Fußball gesehen haben? Edlinger: "Werden uns sicher eine Entschädigung überlegen, aber das ist noch zu wenig konkret, da man sich das auch technisch anschauen muss. Aber wir wollen die Fans natürlich entschädigen."

13.31 Uhr: Westtribüne macht Simmung im Stadion - hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Fangruppen werden hineingelassen um Stimmung zu machen, wenn es dann zu Krawallen kommt wird ihnen die Schuld zugeschoben. Vorschlag: Westtribüne komplett räumen und mit neuen Fans Problem lösen. Edlinger: "Das wäre etwas überzogen. Es waren ca. 300 Leute am Feld, auf der West sind ca. 3000 Leute drauf. Ich glaube, dass es wichtig ist, die Rädelsführer zu identifizieren. Dafür haben wir ausgezeichnetes Bildmaterial. Wir sollten nicht jene bestrafen, die so etwas auch nicht wollen. Natürlich sind die Fans auf der West sehr engagiert, aber der Rest ist friedlich. Die Gewaltbereiten gehören natürlich ausgesperrt. Man soll aus Freude am Fußball auf den Platz gehen, nicht um Frustrationen abzubauen."

13.25 Uhr: Mikl-Leitner fordert Vermummungs-Verbot. Edlinger: "Bin absoluter Anhänger davon. Wenn sich jemand vermummt hat das nichts mit der offenen Angelegenheit Demokratie zu tun, sondern hat Böses vor. Bengalische Feuer sollen möglich sein, bin aber zu jedem Gespräch bereit."

13.24 Uhr: Es gab Genehmigung für Abbrennen von 24 bengalischen Feuern laut Polizei. Edlinger: "Das ist passiert, allerdings ist es leider nicht bei den 24 Feuern geblieben."

13.23 Uhr: Edlinger: "Es gibt einen kleinen Raum für Fan-Utensilien unter der Westtribüne, die für Choreografien-Utensilien vorgesehen sind. Das werden wir uns in Zukunft auch überlegen."

13.22 Uhr: Edlinger: "Man wird sich auf strengste Sicherheitsaspekte konzentrieren müssen, wenn solche Leute den Fußball als Bühne nützen."

13.21 Uhr: Edlinger: "Bei Abos werden wir Ausweispflicht mit Bild einführen. Wir müssen noch schauen, wie sich das technisch umsetzen lässt. Tickets werden nicht mehr weiterverkauft werden dürfen."

13.20 Uhr: Rapid-Krisensitzung. Edlinger: "Wir haben besprochen, dass wir zunächst versuchen die Personen zu identifizieren. Wie setzen wir die Stadionverbote um? Welche Maßnahmen setzen wir für den Kartenverkauf für nächste Saison?"

13.17 Uhr: Edlinger: "Es wird funktionieren, dass wir aufgrund der Fotos und Videos die Stadionverbote aussprechen können. Wir werden auch genauer kontrollieren, wer nächstes Jahr Abos kaufen kann. Ich möchte keine Leute im Stadion, für die das Spiel nur Nebensache ist."

13.15 Uhr: War es das letzte Derby im Hanappi? Edlinger: "In einer ersten Reaktion ja. Wir müssen jetzt aber alles auswerten. Man darf auch keine Schnellschüsse machen. 95 Prozent der Westtribüne sind auf ihrem Platz geblieben. Viele haben mich auch heute angerufen und sich entschuldigt. Es dürften auch ausländische Randalierer dabei gewesen sein."

13.14 Uhr: Fan-Anmerkung: Es wird immer nur aus dem Stadion berichtet, aber die Gegend runderhum ist ja Kriegsgebiet. Da sind auch die Fans der anderen Vereine beteiligt. Randale waren ja auch angekündigt. Edlinger: "Waren nicht angekündigt. Gibt immer Drohungen, die sind in der Regel aber haltlos. Haben beim Spiel massive Sicherheitskräfte im Stadion gehabt, sogar 50 Prozent mehr eigene Sicherheitskräfte. Mehr kann man als Verein eigentlich nicht tun. Ich möchte aber in aller Deutlichkeit sagen, dass wir mit aller Macht gegen diese Fangruppierungen vorgehen werden. Möchte diese Figuren nicht mehr im Stadion sehen. Bin mir sicher, dass die anderen Vereine mit uns an einem Strang ziehen werden. Sie sollen auch auswärts kein Zores mehr machen. Ich verstehe die Anrainer wegen Problemem im Umfeld. So wichtige Spiele das Derby werden wir wohl nicht mehr hier spielen. Ich weiß, dass wir damit den Heimvorteil hergeben werden. Aber mir geht die Sicherheit der Leute - auch die ums Stadion wohnen - vor.

13.07 Uhr: Edlinger: "Ich war zutiefst erschüttert, das ist ja klar. Habe mit dieser Brutalität von einem Teil der Fans nicht gerechnet. Das hat mich massiv persönlich betroffen, weil ich immer die Meinung vertreten habe, dass in so einem großen Verein wie Rapid auch Menschen kommen sollen, die im Sozialbereich vielleicht gescheitert sind. Dass das dann in so einer Emotionalität zum Ausdruck kommt und uns schweren Schaden zufügt, hat mich schwer erschüttert."

13.05 Uhr: In wenigen Momenten nimmt Rapid-Boss Edlinger zu den Vorfällen Stellung.

13.04 Uhr: Insgesamt gibt es österreichweit derzeit nur 38 bundesweite Stadionverbote. 16 davon betreffen Austrianer, vom LASK sind 14 Anhänger betroffen, von den Rapid-Fans sind lediglich 6 bundesweit "persona non grata".

13.01 Uhr: Jetzt hat sich auch das Wiener Rathaus zu Wort gemeldet. Vizebürgermeisterin Brauner empfiehlt gleich Stadionverbote "für 300 Jahre".

12.56 Uhr: In Kürze beginnt Edlingers Auftritt. Wir tickern für Sie natürlich LIVE mit.

12.51 Uhr: Bei Derby-Gegner Austria ist man auch am Tag danach noch schockiert über die Vorfälle: "Es kann nicht sein, dass man zum Freiwild wird, wenn man eine Misserfolgsserie hat", nimmt Austria-Coach Daxbacher die Rapid-Spieler in Schutz. "Es hat fast so ausgesehen, als ob sich die radikalen Fans ein 0:2 gewünscht haben, um diese Plattform zu bekommen."

12.44 Uhr: Spät, aber doch, gibt es nun auch eine Meldung aus der Politik. Innenministerin Mikl-Leitner fordert "Konsequenzen" für das "völlig inakzeptable" Verhalten der Fans und lobt den Einsatz der Polizei.

12.34 Uhr: Ab 13 Uhr spricht Rudolf Edlinger dann via Radio auch zur breiten Öffentlichkeit. Bei uns sind Sie dann natürlich live dabei!

Diashow: Diashow - Die Fotos zum Platzsturm beim Wiener Derby

Diashow - Die Fotos zum Platzsturm beim Wiener Derby

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    12.30 Uhr: Pünktlich wie geplant ist die Präsidiumssitzung nun beendet. Rapid-Boss Edlinger ist ins Hanappi-Stadion zurückgekehrt und gibt nun TV-Interviews für den ORF und ATV.

    12.22 Uhr: Der gestrige Derby-Abbruch war zwar nicht der erste, aber der erste seit langer Zeit. Zuletzt musste ein großes Wiener Derby vor fast 40 Jahren vorzeitig beendet werden. Den ersten Derby-Abbruch gab es bereits 1923. Damals allerdings nicht wegen Fan-Ausschreitungen, sondern weil Rapid aus Protest gegen den Ausschluss von Ferdinand Wessely abtrat. Die Partie wurde schon damals mit 3:0 für die Austria gewertet.

    12.13 Uhr: In der Rapid-Führung sind durchaus auch selbstkritische Töne zu hören. "Wir haben uns bisher immer mit der besten Fan-Arbeit gerühmt. Scheinbar war es aber nicht die beste."

    12.04 Uhr: Die Spieler stehen auch noch unter Schock. Kulovtis will kein Kommentar abgeben, auch die anderen Spieler nicht. Steffen Hofmann setzt derweil sein Reha-Training fort.

    12 Uhr: Der Rapid-Führungskreis hat bisher ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Journalisten gespielt. Wie sich nun herausstellt, wird das Präsidium an einem geheimen Ort ausgetragen. Die Sitzung soll ca. bis maximal 13 Uhr dauern, dann wird die Öffentlichkeit wohl über eine Presseaussendung von den Ergebnissen informiert.

    11.50 Uhr: Training gab es für die Spieler heute zwar keines, dennoch war am Tag nach der Derby-Schande leichtes Auslaufen angesagt. Dieses ist nun beendet, die Spieler verschwinden kommentarlos in den Kabinen.

    11.47 Uhr: Beim Hanappi-Stadion wird der Medien-Andrang immer größer. Der Platzsturm der Rapid-Ultras hat gestern ja europaweit für Negativ-Schlagzeilen gesorgt.

    11.41 Uhr: Rapids Fan-Betreuer Andi Marek zeigt sich nach dem Platzsturm zwar schwer gezeichnet, sorgt aber mit einigen Bemerkungen auch für Kopfschütteln. Dass einige Rapid-Spieler von den eigenen Fans angegriffen wurden kommentiert Marek so: "Wenn Markus Heikkinen gestoßen wurde, dann wird er das überleben. Und es werden die anderen Spieler auch überleben."

    11.36 Uhr: Auch die Bundesliga hält heute eine richtungsweisende Sitzung ab. Ab 17 Uhr wird über das Skandal-Derby entschieden. Der Senat 1 erwartet die Berichte des Schiedsrichters, des Delegierten und des Sicherheitsverantwortlichen. Unter dem Vorsitz von Dr. Manfred Luczensky soll die Schuldfrage geklärt und über etwaige Konsequenzen entschieden werden.

    11.30 Uhr: Das Präsidium ist also in vollem Gange. Mit dabei natürlich Rapid-Boss Rudolf Edlinger und auch die restlichen Rapid-Granden wie Kuhn und Pressesprecher Shoukry.

    11.19 Uhr: Derzeit sitzen die Rapid-Verantwortlichen in einem Konferenzraum im Hanappi-Stadion zusammen und besprechen, wie es nun weitergehen soll.

    11.07 Uhr: Im Gegensatz zur Polizei zeigt man sich bei Rapid trotz Ankündigung im Internet vom Platzsturm überrascht. Präsident Edlinger: "Gerüchte gab es schon vor vielen Spielen. Drohung ist das eine, Realisierung das andere."

    10.52 Uhr: Interessant auch folgendes Detail: Die Polizei schlug vor, die Partie ohne Seitenwechsel zu Ende zu spielen, das wurde jedoch von der Bundesliga abgelehnt.

    10.46 Uhr: Bei der Polizei nimmt man die Randale überraschend gelassen. Laut Polizei-Einsatzleiter Oberst Fritz Schwarz sei man auf die Randale vorbereitet gewesen und hätte den Platzsturm gut bewältigt. Etwas überraschend: "Wir werden nicht darauf drängen, dass jedes Derby im Happel-Stadion gespielt wird. Das Hanappi-Stadion ist grundsätzlich ein sicheres Stadion. Es kommt eben darauf an, wie sich die Fans verhalten.

    10.42 Uhr: Eine der wichtigsten Aufgaben für die Rapid-Verantwortlichenin den nächsten Tagen: Die Identifizierung der Hooligans, damit diese dann auch entsprechend zur Verantwortung gezogen werden können. Dabei sollen vor allem die Videoaufnahmen der Stadion-Kameras behilflich sein.

    10.31 Uhr: Rapid nahm noch gestern nach dem Abbruch auf der Vereins-Homepage Stellung zum Skandal: "Die Vereinsleitung möchte sich bei allen Fußball-Fans für das unentschuldbare Verhalten von bestimmten Chaoten, welches einen Spielabbruch des 297. Wiener Derbys zur Folge hatte, in aller Form entschuldigen." Und weiter: "Der SK Rapid wird mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und aller Härte kompromisslos gegen die Verursacher vorgehen."

    10.18 Uhr: Präsident Edlingers Schicksal sollte sich heute im Lauf des Tages entscheiden. Bei Rapid steht eine Präsidiumssitzung am Programm - unklar ist allerdings noch, um wieviel Uhr getagt wird.

    10.09 Uhr: Und dann ist da natürlich auch die Frage, ob Rapid-Präsident Edlinger nicht den Hut draufhaut und sein Amt zur Verfügung stellt.

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    10.01 Uhr: Der heutige Tag wird richtungsweisend für Rapid. Am Nachmittag entscheidet die Bundesliga über das abgebrochene Derby. Fix ist wohl, dass die Partie mit 3:0 für die Austria strafverifiziert wird. Offen ist noch die Höhe der Strafe für Rapid. Eine Geldstrafe wird es sicher geben, ebenso wohl eine Platzsperre. Fraglich ist aber, wie viele Spiele Rapid auf neutralem Boden oder als "Geisterspiel" absolvieren muss.

    9.48 Uhr: Rapid-Präsident Edlinger ist völlig fassungslos. Für ihn war gestern "der schwärzeste Tag meiner Amtszeit als Rapid-Präsident."

    9.30 Uhr: Auch am Tag nach dem Platzsturm sitzt der Schock bei allen Beteiligten noch tief. Damit etwas Ruhe in Hütteldorf einkehrt gibt es heute kein Training.