Fanklub-Chef von Rapid zu Unrecht in Haft

Schlappe für Staatsanwalt

Fanklub-Chef von Rapid zu Unrecht in Haft

Der frühere Ultras-Chef Oliver P. (32) musste aus der U-Haft entlassen werden.

In diesem Fall hat die Staatsanwaltschaft offenbar mit Kanonen auf Spatzen geschossen: Jedenfalls ist auf ihren Antrag hin der Ex-Chef der Rapid-Ultras, Oliver P. (32), zu Unrecht in Untersuchungshaft gewandert. Auf Beschluss des Oberlandesgerichts musste der Fanklub-Boss auf freien Fuß gesetzt werden, weil es „keine ausreichenden Anhaltspunkte gegen ihn wegen eines gewaltsamen Vorgehens“ gibt.

Oliver P. war festgenommen und inhaftiert worden, nachdem es im September vergangenen Jahres zu Ausschreitungen im Hanappi-Stadion gekommen war. Es bestand der Verdacht des Landfriedensbruchs, der Körperverletzung, der gefährlichen Drohung und des Widerstands gegen die Staatsgewalt.

Videomaterial entlastet den Beschuldigten
Gegen 46 Fans leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungsverfahren ein. Fünf angebliche Rädelsführer gingen in Haft, vier wurden nach kurzer Zeit freigelassen. Nur Oliver P. blieb hinter Gittern.

Obwohl es von Anfang an Zweifel an dessen Beteiligung an den Randalen gegeben hatte. Im Gegenteil: Augenzeugen berichteten, dass der frühere Ultras-Chef sogar deeskalierend auf die Situation eingewirkt habe.
Exakt diesen Eindruck bekamen nun auch die OLG-Richter nach Auswertung einer mitgeschnittenen DVD: „Zu keinem Zeitpunkt entsteht der Eindruck gewaltsamer Aggressivität des Beschuldigten“, heißt es.