Die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft in den USA steht unter einem massiven Sicherheitsvorbehalt. Experten warnen, dass der Konflikt mit dem Iran und Lücken in der Terrorbekämpfung das Risiko für Anschläge bei den 78 in den USA geplanten Partien deutlich erhöhen.
Die größte Bedrohung geht laut Terrorexperten derzeit von radikalisierten Einzeltätern aus, die sich online durch Gruppen wie den Islamischen Staat (IS) oder extreme politische Ansichten inspirieren lassen.
- Iran-Team wartet auf Visum für Fußball-WM
- Ex-FIFA-Präsident teilt gegen Infantino aus: "Ist eine Diktatur"
- Mega-WM-Eröffnungsfeier in den USA
Angesichts der schieren Anzahl von 104 Spielen in drei Ländern – davon 78 in elf US-Städten – sind die Sicherheitsressourcen bis an ihre Grenzen belastet. Das FBI hielt bereits im März großangelegte Übungen ab, bei denen die Komplexität des Turniers die Beamten laut Insiderberichten in Alarmbereitschaft versetzte.
Fokus auf weiche Ziele
Obwohl Stadien als „harte Ziele“ mit strengen Kontrollen gelten, bereiten „weiche Ziele“ den Behörden Kopfzerbrechen. Dazu zählen Hotels, Verkehrsknotenpunkte und die offiziellen Fan-Festivals in allen elf Austragungsorten. Besonders die Gefahr durch Drohnen wird als kritisch eingestuft, da diese laut Analysten wie Colin Clarke leicht zu steuern und schwer abzuwehren sind.
Die aktuelle geopolitische Lage, insbesondere der Konflikt mit dem Iran, verschärft die Situation zusätzlich. Besonders brisant ist die mögliche Paarung zwischen dem Iran und den USA am 3. Juli in Texas – unmittelbar vor dem Unabhängigkeitstag. Erschwerend kommt hinzu, dass sich das saudische Königshaus bereits komplett in einem Hotel in Houston eingemietet hat.
Diese räumliche Nähe der rivalisierenden Mächte wird von Sicherheitskräften als „Öl ins Feuer“ beschrieben. Auch wenn klassische Schläferzellen als weniger wahrscheinlich gelten, nutzen iranische Akteure zunehmend kriminelle Mittelsmänner für Anschlagspläne.
Kommunikationslücken bei Behörden
Ein zentrales Problem bleibt die Abstimmung zwischen den verschiedenen US-Behörden. Ehemalige CIA- und FBI-Agenten kritisieren, dass mangelnde Kommunikation zwischen dem Heimatschutzministerium, dem FBI und lokalen Polizeieinheiten die größte Schwachstelle darstelle. Zudem wurden kürzlich erfahrene Einheiten zur Spionageabwehr abgezogen, was laut Experten die Fähigkeit zur Früherkennung von Bedrohungen schwächen könnte. Die Behörden betonen hingegen, dass sie rund um die Uhr daran arbeiten, potenzielle Gefahren für Fans und Anrainer zu neutralisieren.