Zellhofer weg - Constantini räumt auf

Austria

Zellhofer weg - Constantini räumt auf

Die Violetten in der totalen Krise: Nach der Derby-Pleite folgte der Trainerwechsel.

Constantini setzt sich für sechs Spiele auf die Austria-Bank, dann ist er wieder weg. Bis dahin will und soll er die Veilchen auf einen Europacup-Startplatz führen. Heute um 10 Uhr leitet er schon das erste Training im Horr-Stadion.

Anruf
Mittwoch um 11 Uhr klingelte bei Constantini das Mobiltelefon. Am Apparat war General Manager Thomas Parits. Um 18.30 Uhr trafen sich Markus Kraetschmer, Wolfgang Katzian, Rudi Reisner und Parits zur Krisensitzung im Wiener Hotel Marriott. Mit von der Partie: der Tiroler Didi Constantini.

Eine knappe Stunde später war die Ära Georg Zellhofer bei der Austria zu Ende. Das violette Präsidium warf den Trainer, der schon letzte Woche seinen Rücktritt mit Saisonende angekündigt hat, endgültig raus. In den letzten sechs Runden spielt Constantini den „Feuerwehrmann“ und soll den Austrianern Beine machen und die Mannschaft in den Europacup führen. Das ist ihm schon einmal gelungen, als er die Austria am 22. Dezember 2001 übernahm und in einem Frühjahr noch auf Platz vier peitschte.

Zellhofer bereut
Georg Zellhofer wurde von der Präsidiumsentscheidung um 19.30 Uhr informiert. Noch vor seinem Rauswurf hatte er gegenüber ÖSTERREICH eingestanden, dass er seinen Entschluss, die Austria zu verlassen, bereut. „Es war aus der Emotion heraus, aber jetzt kann ich es auch nicht mehr ändern. Leider.“ Dumm gelaufen.

Sponsoren sauer
Manager Markus Kraetschmer: „Zelli ist menschlich absolut in Ordnung, aber jetzt ist es zu spät.“ Die Austria musste handeln, weil nach der schwachen Derby-Vorstellung zwei potenzielle Sponsoren plötzlich die Gespräche auf Eis gelegt haben. Sie steigen nur ein, wenn die Austria nächste Saison international spielt.

General Manager Thomas Parits: „Der Schritt war notwendig. Constantini hat schon einmal erfolgreich bei uns gearbeitet und kennt die Liga.“ Stürmer Kuljic zeigte sich überrascht: „Ich habe mir nicht den Kopf zerbrochen. Jetzt hoffe ich, dass Cons­tantini mit uns auch wieder Erfolg hat.“

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ÖSTERREICH: Bleiben Sie definitiv wieder nur bis zu Saisonende bei der Austria?
Didi Constantini: Ja, so wie immer. Ich habe mich vor neun Jahren für diese Art von Job entschieden, weil ich meine Kinder aufwachsen sehen möchte.

ÖSTERREICH: Wann gab es den ersten Kontakt?
Constantini: Gestern um elf Uhr bekam ich einen Anruf.

ÖSTERREICH: Wie wollen Sie die Austria noch in den Europacup führen?
Constantini: So wie immer. Ich schaue mir ab heute beim ersten Training die Burschen einmal an, achte, wie sie drauf sind und sich bewegen. Und dann gibt’s Einzelgespräche.

ÖSTERREICH: Haben Sie das Derby gegen Rapid gesehen?
Constantini: Ja, aber das ist schon wieder Vergangenheit, dazu sage ich nichts.

ÖSTERREICH: Die Zukunft heißt am Samstag Ried.
Constantini: Und da geht es um drei wichtige Punkte. Die sind keineswegs fix. Ich habe Respekt vor Ried. Jeder Spieler sollte wissen, worum es da geht.

ÖSTERREICH: Fühlen Sie sich in der Rolle als Feuerwehrmann so wohl?
constantini: Ja, schon. Und ich werde das weiter so durchziehen. Das mache ich jetzt schon zum sechsten Mal. Bisher ist es viermal gut ausgegangen, nur einmal nicht.

Interview: Alex Strecha/ÖSTERREICH

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Austria-Trainer seit 1990:
28. März 1990 - 9. Juni 1992: Herbert Prohaska (Meister 1991 und 1992, Cupsieger 1990 und 1992)
1992/93: Hermann Stessl (Meister)
1993/94: Josef Hickersberger (Vizemeister und Cupsieger)
1994/95: Egon Coordes (GER)
1995/96: Horst Hrubesch (GER)
Juni 1996 - April 1997: Walter Skocik
26. April 1997 - 9. April 1998: Wolfgang Frank (GER)
9. April 1998 - 17. Mai 1998: Robert Sara (4 Spiele)
17. Mai 1998 - 2. April 1999: Zdenko Verdenik (SLO)
2. April 1999 - 30. Mai 1999: Friedl Koncilia (Sportdirektor)
30. Mai 1999 - 3. Mai 2000: Herbert Prohaska
4. Mai 2000 - 31. Mai 2000: Ernst Baumeister
1. Juni 2000 - 12. März 2001: Heinz Hochhauser
12. März 2001 - 12. August 2001: Arie Haan (NED)
12. August 2001 - 21. Dezember 2001: Walter Hörmann/Toni Pfeffer
22. Dezember 2001 - Mai 2002: Didi Constantini
2. Juni 2002 - 4. Oktober 2002: Walter Schachner
4. Oktober 2002 - 2. Juni 2003: Christoph Daum (GER/Double)
4. Juni 2003 - 24. März 2004: Joachim Löw (GER)
24. März 2004 - 6. Mai 2005: Günter Kronsteiner (Vize-Meister, Cup-Finale, Supercup-Sieger, UEFA-Cup-Viertelfinale/Sportmanager, 30. März mit Lars Söndergaard/DEN als "Spartentrainer")
6. Mai 2005 - 23. Oktober 2006: Peter Stöger/Frenkie Schinkels (Stöger seit 11. Dezember 2005 ausschließlich Sportdirektor)
23. Oktober 2006 - 19. März 2008: Georg Zellhofer
20. März - Saisonende 2007/08: Didi Constantini